Bewertung: 6
von Samosata, Lukian

Der Ungelehrte Büchernarr

In diesem nur 21 Seiten umfassenden Bericht kritisiert Lukian den im Titel bezichneten ungelehrten Büchernarr.

Inhalt

"Der ungelehrte Büchernarr" ist in Monologform geschrieben und richtet sich an den unbekannten Narren. Der unbekannte Büchernarr hat es sich zur Aufgabe gemacht, sowohl zahllos als auch wahllos Bücher zu sammeln, ohne Rücksicht auf irgendwelche Inhalte. Seine Auswahlhelfer sind laut Lukian von Samosata die Motten. Je mehr sie ein Buch zerfressen, desto älter und bedeutender erscheint es dem Büchernarren. Durch seine große Bibliothek will er sich einen Ruf als Gelehrter erwerben. Er liest jedoch kein einziges seiner Bücher, obwohl er täglich eines bei sich trägt. Er will nur den Anschein erwecken, dass er lesen würde, tatsächlich aber sieht man ihn nie dabei.

Lukian kritisiert ihn dafür: dafür, nicht ein Buch gelesen zu haben und für die sinnlose Auswahl. Er rezitiert mehrere, unter anderem griechische Schreiber, um zu zeigen, dass einem auch die berühmte Zither des Orpheus nichts nutzt, solange man keine Begabung dafür oder Kenntnis davon hat. Durch seine Zitate und Bemerkungen zeigt Lukian, dass er selber ein belesener Mensch ist. Er gibt auch nicht vor, irgendetwas anderes zu sein. Auch hat er nichts gegen den Büchernarren an sich, nur gegen seine Vorgehensweise.

Kritik

Dieser Text wurde von Christoph Martin Wieland (siehe links) aus dem Griechischen übersetzt. Er ist also schon recht alt, aber dennoch aktuell, denn er scheint sich auch an die heutige Lesergemeinschaft zu richten. Natürlich macht sich die "Ilias" oder auch die Bibel hervorragend im Bücherregal, aber wer kann behaupten, diese auch gelesen zu haben? Nicht unbedingt jeder. Dennoch nimmt man es automatisch an, da sich die Bücher im Besitz befinden. Lukian macht jedoch deutlich, dass diese Tatsache alleine bedeutunglos ist. Nicht die Menge an Büchern ist relevant. Das wird sie erst, wenn man sie gelesen hat.

Gelsesen, definiert Lukien, bedeutet jedoch gleichzeitig auch, die guten und schlechten Seiten eines Buches zu kennen, und die Gesamtaussage zu verstehen. Dieses erworbene Wissen muss man jedoch auch nutzen können, und sich nicht nur damit schmücken wollen.

Sara Loreen Brandt - myFanbase
27.09.2007

Diskussion zu diesem Buch