Bewertung: 9
Tobi Baumann

Wixxer, Der

Hier spricht Edgar Wallace - sein Nachbar.
Und er erzählt uns die schaurig schöne Geschichte von dem Wixxer. Der Wixxer gilt als der meist gesuchte Verbrecher von London und Scotland Yard ist ihm schon seit Jahren auf den Versen. Vor allem Chief Inspector Even Longer (Oliver Kalkofe) will ihn fassen, da der Wixxer seinen Partner Rather Short (Thomas Heinze) auf dem Gewissen hat. Als das Ehepaar Dubinsky (Anke Engelke und Olli Dittrich) dann Zeuge wird, wie der Wixxer den "Mönch mit der Peitsche" ermordet hat, kommt der Fall erneut ins Rollen.

Inhalt

Even Longer bekommt einen neuen Kollegen: Very Long (Bastian Pastewka). Zusammen gehen sie auf die Suche nach dem Wixxer und landen auf "Black-White Castle", wo sie auf den Earl of Cockwood (Thomas Fritsch) treffen, der sofort als einer der Hauptverdächtigen gilt. Der Earl ist auch nicht begeistert die beiden bei sich zu sehen, da er unter allen Umständen verhindern muss, dass sie heraus bekommen, dass er mit Girl Groups (u.a. No Angels) aus dem Ausland handelt. Doch je tiefer die Geschichte geht, desto mehr verstrickt sich alles ineinander.

"Der Frosch mit der Maske" (Andreas von Menden) will bei Günter Jauch ein Geständnis ablegen, was den "Arsch mit Ohren" (Michael Habeck) und den Buckligen von Soho (Holger Speckhahn) gar nicht freut. Der taube Jack hat dann auch noch Doris Dubinsky entführt und Jennifer Pennymarket hat ein Geheimnis, dass sie selber noch nicht kennt und hinterher hat nur noch der engagierte Very Long den Durchblick, ob nun Jennifer Pennymarket (Tanja Wenzel), der Butler Hatler (Christoph Maria Herbst) oder sogar Sir John (Wolfgang Völz) der wahre Wixxer ist.

Kritik

Wenn es deutsche Filme gibt, von denen ich schon immer begeistert war, dann waren es Komödien. Je überdrehter, desto besser! "Der Wixxer" hat mich dabei alles andere als enttäuscht. Schon beim Vorspann habe ich Feuer und Flamme für diesen Film gefangen, als ich Anke Engelke und Olli Dittrich sächseln hörte und sie auf den Mönch mit der Peitsche trafen. "Da Mönsch mit da Peitsche. Da hät man aba och druf kommen könn. Aba manschma is man ja och wie verdottot."

Die Charaktere wurden mit viel Liebe zum Detail erfunden und so konnte man sich gar nicht entscheiden, wer eigentlich am liebsten gemocht wurde. Im Nachhinein fällt meine Wahl zum einen auf Dieter Dubinsky ("Aba da Affe, der war wirklisch jut") und auch auf den Butler Hatler, der eine wunderbare Parodie auf "Adolf Hitler" darstellte ("Ich könnte mich als Führer anbieten"). Jedoch hatte jeder Charakter, wie schon erwähnt seine Vorzüge, so auch Very Long, der mit seinen "Kindergarten Witzen" immer wieder für Gelächter sorgte (Auch der Lungenzug hat mal Endstation; Ich-kann-nicht wohnt in der Ich-will-nicht Straße). Oder Even Longer, der andauernd nur mürrisch war und auf Very Long rumhackte.

Auch die Gesichter, die man im Laufe des Films gesehen hat, waren teilweise sehr überraschend. So hat Günter Jauch einen Gastauftritt gehabt, wie auch die No Angels, Holger Speckhahn und Achim Menzel. Diese Gesichter (auch das von Dieter Bohlen) haben immer wieder für einen Lacher gesorgt, da sie perfekt in die Situation passten.

Überrascht hat mich auch die Rolle von Tanja Wenzel, die ich bisher nur als Soap Darstellerin aus "Verbotene Liebe" kannte. Sie hat ihrer Rolle viel Leben eingehaucht, auch wenn sie nicht unbedingt viel komödiantisches Talent zeigen konnte.

Doch manchmal wurde man zu sehr mit den Witzen, die auch teilweise sehr flach waren (was ich aber nicht schlimm finde), zugeschüttet, so dass man sie nicht alle verarbeiten konnte. Zu diesem Zweck bin ich noch ein zweites Mal ins Kino gegangen und konnte immer noch genauso lachen, wie beim ersten Mal.

Beim zweiten Besuch ist mir auch erst einmal die Liebe zum Detail ganz deutlich geworden. Es waren Kleinigkeiten, die man erst beim näheren Hinsehen wirklich würdigt. Beispielsweise die Zeitschriftenartikel und -deckblätter zu Beginn ("Lümmelspiele mit dem Wixxer" in der Blitz Illu).

Pech war es für alle, die den Film schon während des Abspann verlassen haben, denn danach gab es noch eine Szene zu sehen.

Fazit

Begeistert hat mich, dass Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke den Edgar Wallace Klassiker "Der Hexer" so gut umgeschrieben haben und die alten Filme so gut parodiert haben, dass der Film dennoch für sich alleine stehen kann und auch Menschen, die keine Erfahrung mit den alten Krimis haben, sich in dem Film wohl fühlen konnten. Ein großes Kompliment noch einmal an alle Beteiligten. Ich denke dieser Film wird auch auf DVD noch einige Anhänger finden.

Annika Leichner - myFanbase
20.06.2004

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