Bewertung
Charlie Bean

Susi und Strolch (2019)

Foto: Susi und Strolch - Copyright: 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
Susi und Strolch
© 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Inhalt

Zu Weihnachten bekommt Darling (Kiersey Clemons) von ihrem Mann Jim (Thomas Mann) den Cocker-Spaniel Susi geschenkt. Schnell wird die Hündin ein Familienmitglied für die beiden und bekommt eine Hundemarke, die sie auch stolz ihren Freunden, den Hunden Pluto (im Orginal Trusty) und Jock (im Original Jackie), zeigt. Auch die beiden sind Familienhunde. Ganz im Gegensatz zu dem Straßenhund Strolch. Er marschiert durch die Straßen, während der Hundefänger Elliot (Adrian Martinez) ihn schon seit einiger Zeit fangen will. Susis Leben verändert sich auch bald, als Darling schwanger wird und sie und Jim plötzlich andere Dinge im Kopf hat. Als Lulu dann auf der Welt ist, muss sich die Hündin umgewöhnen und hat es vor allem nicht leicht mit Tante Clara bzw. Sarah (Yvette Nicole Brown), die auf sie aufpassen soll und ihr einen Maulkorb verpassen lässt. So verbringt Susi Zeit mit Strolch und lernt ihn von einer ganz anderen Seite kennen.

Kritik

"Susi und Strolch" erfreut seit Mitte der 50er als Zeichentrickfilm Jung und Alt. Seit ca. 2015 werden auch Live-Action-Filme produziert. 2019 war es bei "Susi und Strolch" soweit, wobei die Hunde in dem Film animiert sind. Wie es bei solchen Produktionen mittlerweile auch üblich sind, wird am Inhalt bzw. an den Handlungen und Charakteren etwas verändert und angepasst. Zunächst fand ich das bei dieser Produktion etwas seltsam, was wohl daran lag, da ich die Zeichentrickversion oft genug gesehen habe.

Die erste wesentliche Veränderung ist hier, dass Darling und Tante Clara sowie Hundefänger Elliot von People of Color gespielt werden und Hund Jock bzw. Jackie ist hier eine Hündin und das Baby ist kein Junge, sondern ein Mädchen. Diese Dinge verändern jedoch wie gesagt nicht den Inhalt des Films. Anders als im Zeichentrick bekommen hier beispielsweise Jock und Pluto ein bisschen Hintergrundstoryl wie dass sie Herrchen bzw. Frauchen haben. Wobei ich sagen muss, dass Jock hier nicht besonders selbstbewusst wirkt, sondern eher wie ein Schoßhündchen, das seinem Frauchen gefallen will und trotzdem hat sie in Bezug auf Strolch eine knallharte Meinung, die sich erst im Ende des Films aufweichen lässt.

Die animierten Versionen von Susi und Strolch sind in meinen Augen ziemlich gut getroffen und süß. Wenn sie jedoch zusammen sind, wirkte es manchmal etwas künstlich. Speziell in der Szene, in der Strolch Susi davon berichtet, wie er wegen eines Kindes ausgesetzt wurde. Hier hat sich Disney in der Realverfilmung die eigene Freiheit genommen, dem Hund eine Hintergrundstory zu geben, die Strolchs Verhalten und Ansichten zu Menschen mit Kindern stärkt und es umso verständlicher macht. Mit dieser Enthüllung greift man auch sehr gut die Botschaft des Films auf, was besonders zum Ende einen Kreis schließt. Wie oft erlebt man es, dass es heißt, Hunde sind auf Kleinkinder eifersüchtig? Hier erklärt man es sehr gut, dass ein Baby die Familie vergrößert und dass ein Hund eben auch zur Familie gehört und wenn das von Anfang an so gehandhabt wird, dass sich Hund und Baby aneinander gewöhnen, muss kein Hund ausgesetzt werden.

Interessant war in diesem Film auch, dass man die Gedanken und Gespräche zwischen den Hunden mitbekommt und es sehr an die "Kuck mal wer da spricht"-Reihe erinnert. Durch die Zeichentrickvorlage weiß man natürlich auch, dass es gut ausgehen wird. Allerdings gibt es hier auch zwei Störfaktoren in Form des Hundefängers Elliot, der nicht nur Strolch einfangen will, sondern auch Susi schnappt. Dabei gibt es zuvor eine Szene, in der klar wird, dass Elliot genau weiß, wohin Susi gehört und dabei durchaus wie ein leichter Trottel wirkt. Ganz im Gegensatz zu Tante Clara. Ich mochte sie schon in der Vorlage nicht, hat man sie dort auch entsprechend gezeichnet. In der Realverfilmung spielt Yvette Nicole Brown die Rolle überzeugend, vor allem in Szenen mit Darling. Toll fand ich die Szene, als sich Jim gegen Clara gestellt hat, die Susi nach dem Aufenthalt im Tierheim noch immer loswerden wollte und Jim ein Veto eingelegt hat. Durch diese künstlerische Freiheit fand ich diesen Ausgang auch logischer als in der Vorlage.

Fazit

"Susi & Strolch" hat in der Realverfilmung vieles richtig gemacht und mit knapp zwei Stunden Laufzeit hat es in meinen Augen auch keine Überlänge. Man hat durch die 'Dialoge' zwischen den Hunden auch noch einmal mehr die Botschaft vermittelt, dass Hunde durch ihr Bellen, einfach nur die beschützen wollen, die sie lieben und dass Hunde Familienmitglieder sind.

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Daniela S. - myFanbase
08.01.2026

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