Bewertung: 5
Andrew Erwin, Jon Erwin

I Still Believe

Foto: Copyright: 2020 STUDIOCANAL GmbH
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Inhalt

Im Jahr 1999 bricht der junge Musiker Jeremy Camp (KJ Apa) aus seiner Heimat in Lafayette, Indiana, nach Kalifornien auf, um dort am Calvary Chapel College zu studieren. Er ist ein großer Fan der Band "The Kry", die kurz nach Jeremys Ankunft am College ein Konzert gibt. Dort kommt Jeremy nicht nur mit Jean-Luc Lajoie (Nathan Parsons), dem Frontmann der Band, ins Gespräch, er entdeckt im Publikum auch eine junge Frau, die ihm nicht aus dem Kopf geht. Jeremy spricht sie daraufhin an und nach kurzem Zögern entwickelt sich zwischen ihm und Melissa Henning (Britt Robertson) eine Liebesgeschichte. Diese wird allerdings bald auf eine harte Probe gestellt und so hoffen Jeremy und Melissa, alle Hürden mit Hilfe ihres Glaubens überwinden zu können.

Kritik

"I Still Believe" beginnt wie viele Liebesgeschichten mit einem vielversprechenden jungen Mann, der in eine andere Stadt zieht, um seinem Traum nachzujagen. Dass er sich bei diesem Unterfangen bald verliebt und dass diese Liebe ihm die Kraft verleiht, seiner Passion noch weiter nachzugehen, sind alles erzählerische Elemente, die man schon in vielen Filmen gesehen hat. Mit KJ Apa als Jeremy und Britt Robertson als Melissa hat man gut zusammenpassende Hauptcharaktere gecastet, die es durchaus verstehen, den Zuschauer die Gefühle des zentralen Liebespaares spüren zu lassen. Somit baut man auf einer soliden Grundlage auf, doch nun kommt leider das große "Aber". Je näher man Melissa kennenlernt, desto deutlicher wird der Glaube an Gott, der für sie ein großer Bestandteil ihres Lebens ist. Im Verlauf des Filmes nimmt das Thema Glauben einen stetig wachsenden Anteil der Geschichte ein, womit man sich für meinen Geschmack keinen Gefallen getan hat. Während man Melissas Gläubigkeit noch hinnehmen mag, versteht sich Apa überhaupt nicht darauf, diese Facette an Jeremy authentisch zur Schau zu stellen. Dass Jeremy aber mit wachsendem Erfolg auch immer mehr auf Glauben an Gott baut, wirkt daher wie ein großer Störfaktor.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt Nathan Parsons' Jean-Luc dar. Jener ist gleichzeitig Jeremys Idol, Melissa ist seine erste große Liebe und er ist der Leadsänger einer christlichen Band. Damit stellt er wohl das Idealbild dar, das dieser Film gern zeichnen würde. Dennoch bleibt Jean-Luc unglaublich blass. Er sagt zu allem "Ja", ist für jeden dar und entwickelt sich im Verlauf des Filmes kein bisschen, weshalb man sich am Schluss fragt, was man mit dieser Figur überhaupt bezwecken wollte.

Ungefähr zur Mitte des Filmes baut man mit Melissas Erkrankung einen Cliffhanger ein. Von nun an wird dieser genutzt, um die Gläubigkeit noch mehr auszuschlachten und gefühlt alle fünf Minuten zum Beten aufzufordern. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich leider nur noch die Augen verdrehen, da der Spaß vollkommen auf der Strecke blieb. Man versucht, eine großartige Liebesgeschichte zu erzählen und gleichzeitig Gott in den Vordergrund zu rücken, wodurch sich ein recht unharmonisches Bild ergibt. Ich war schon fast froh, als uns dann endlich das Finale der Liebesgeschichte präsentiert wurde, doch leider ging für mich auch dieses unter, da erneut viel zu stark versucht wurde, Jeremys Gläubigkeit zur Schau zu stellen.

Fazit

Insgesamt betrachtet hat man es bei "I Still Believe" mit einer recht durchschnittlichen Liebesgeschichte zu tun, die einfach zu stark versucht, sich als Drama zu verkaufen. Zwar gibt es einige gelungene Szenen, die zu Tränen rühren können, doch insgesamt betrachtet wurde durch die große und erzwungen wirkende Bedeutung des Glaubens so einige Punkte verspielt.

Zum Gewinnspiel von "I Still Believe"

Marie Müller - myFanbase
10.12.2020

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