Bewertung: 7
Neil Jordan

Greta

Everyone needs a friend.

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Inhalt

Frances (Chloë Grace Moretz) ist eine junge Kellnerin, die mit ihrer besten Freundin Erica (Maika Monroe) zusammenlebt. Zu ihrem Vater Chris (Colm Feore) hat sie, seit dem Tod ihrer Mutter, ein eher schwieriges Verhältnis. Nach ihrer Schicht macht sich Frances auf den Weg nach Hause und findet in der Bahn eine schwarze Handtasche, deren Besitzerin nirgendwo zu sehen ist. Darin befindet sich, unter anderem, der Ausweis einer Greta Hideg (Isabelle Huppert), die Frances am nächsten Morgen ausfindig macht.

Greta ist sichtlich erfreut über den Fund ihrer Tasche und lädt Frances zum Kaffee ein. Dabei erfährt Frances, dass der Mann von Greta bereits verstorben ist und sie kaum Kontakt zu ihrer Tochter hat, die in Paris studiert. Frances und Greta bauen ein freundschaftliches Verhältnis auf, sehr zur Verwunderung von Frances' bester Freundin Erica, die glaubt, dass sie in Greta eine Art Mutterersatz sieht. Bei einem Abendessen entdeckt Frances schließlich, dass Greta mehrere Modelle der gleichen Tasche in einem Schrank aufbewahrt und diese an verschiedenen Orten verteilt, in der Hoffnung das eine junge Frau ihr diese vorbeibringt.

Frances ist von dieser Entdeckung so verstört, dass sie den Kontakt abbricht. Doch Greta lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Sie stellt der jungen Frau nach und taucht sowohl bei ihrer Arbeit, als auch vor ihrem Zuhause auf. Die Polizei ist für Frances keine Hilfe, selbst als Greta beginnt Erica nachzustellen. Doch der wahre Albtraum beginnt erst, als Frances in ihrer eigenen Wohnung von Greta überwältigt und entführt wird.

Kritik

Wir kennen sie alle. Sie sind unsere Nachbarinnen, die uns Milch leihen oder unsere Kundinnen, die gerne ein bisschen mehr plaudern als andere. Nette ältere Damen, die wirken, als könnten sie keiner Fliege etwas zuleide tun. In dem Thriller "Greta" wird genau eine dieser Damen der jungen Frances zum Verhängnis. Der Film erinnert stark an die zahlreichen Videothekenthriller, die in den früheren 2000ern haufenweise produziert wurden und die ich persönlich geliebt habe. Zwar vorhersehbare, dafür kurzweilige Unterhaltung, mit der man einen angenehmen Filmabend verbringen kann.

Der Grund, warum es "Greta" ins Kino geschafft hat und nicht direkt auf DVD gepresst oder an Streamingdienste verkauft wurde, ist eindeutig: Die hochkarätige Besetzung, bestehend aus Oscar-Preisträgerin Isabelle Huppert und "Suspiria"-Darstellerin Chloë Grace Moretz, die ihre Rollen beide fantastisch spielen. Vor allem Isabelle Huppert geht in ihrer Rolle komplett auf und überzeugt als fiese, psychopathische Stalkerin. Der Film springt relativ schnell ins Geschehen und lässt Frances und Greta bereits in den ersten fünfzehn Minuten aufeinandertreffen. Das lässt nicht viel Zeit, um die Charaktere tiefergehend vorzustellen, es ist allerdings ausreichend, um ihre Handlungen nachzuvollziehen.

Alles beginnt relativ harmlos, doch nach und nach wirkt Greta immer bedrohlicher, wodurch auch die Spannungskurve immer weiter angezogen wird und ihren Höhepunkt erreicht, als Greta einer Freundin von Frances nachstellt und Frances dies nur über ihr Smartphone verfolgen kann. Hier fiebert man als Zuschauer wirklich mit den Charakteren mit. Die zweite Hälfte verläuft dann schon deutlich vorhersehbarer, was dem Film allerdings nichts von seinem Unterhaltungswert nimmt.

Logikfehler sind im Horror- und Thrillergenre nichts ungewöhnliches und auch "Greta" bleibt von einigen kleinen Ungereimtheiten nicht verschont. Dank der spannenden Inszenierung und der tollen schauspielerischen Leistungen, sieht man über diese aber gerne hinweg. Die 95 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug und auch wenn man den Kinosaal nicht mit dem Gedanken verlässt, dass man gerade ein filmisches Meisterwerk gesehen hat, hinterlässt "Greta" doch einen positiven Eindruck.

Fazit

Bei "Greta" handelt es sich um einen kurzweiligen Psychothriller, der zwar nach Schema F verläuft, jedoch durchaus zu unterhalten weiß und durch die starke schauspielerische Leistung von Isabelle Huppert aufgewertet wird.

Kevin Dave Surauf - myFanbase
20.05.2019

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