Bewertung: 7
Wolfgang Reitherman

Das Dschungelbuch

"Versuch's mal mit Gemütlichkeit."

Foto: Das Dschungelbuch - Copyright: Disney
Das Dschungelbuch
© Disney

Inhalt

Im indischen Dschungel wird das Baby Mogli von seinen Eltern getrennt, aber bald darauf vom Panther Baghira gefunden, der Mogli zu den Wölfen bringt, die beschließen, das Kind als ihr eigenes aufzuziehen. Doch als Mogli älter wird, sieht das Wolfsrudel eine Gefahr in ihm und dessen Anführer Akela befielt Moglis Wolfs-Vater Rama, den Jungen zu verstoßen. Baghira hat dies bereits kommen sehen und bietet an, Mogli zu den Menschen zurückzubringen. Auf der Reise begegnen Baghira und Mogli dem Bär Balu, der plötzlich alles aus dem Gleichgewicht bringt und auch der Tiger Shir Khan hat seine eigenen Pläne für Mogli.

Kritik

"Das Dschungelbuch" beschreibt das Abenteuer eines Waisenkindes, das Disney zu späteren Zeitpunkten erneut aufgreifen wird. Man legt hier viel Wert auf Stimmung, Musik und Wandel, wodurch einige grundlegende Aspekte ein wenig zu kurz kommen.

So hätte ich mir zum Beispiel gewünscht, mehr über Moglis Familie zu erfahren, egal ob Mensch oder Wolf. Wie ist er in den Dschungel gekommen? Wie liefen die ersten zehn Jahre bei den Wölfen? Warum ist sein Vater so schnell bereit, Mogli gehen zu lassen? Ein wenig erinnert die Geschichte an "Tarzan", wo der Affen-Vater erst spät mit dem Fremdling in der Familien einverstanden war, doch Mogli scheint in seiner Wolfs-Familie vollkommene Akzeptanz zu genießen, weshalb ich es unlogisch finde, dass Rama seinen Sohn einfach weggibt.

Das Positive an Moglis Reise ist jedoch das Kennenlernen mit Balu, einem Bär, der das Wort Lebenslust verkörpert. Er bringt dem kleinen Menschen innerhalb kürzester Zeit bei, was des heißt, den Tag zu genießen, alles zu nehmen wie es kommt und das Beste aus dem Hier und Jetzt zu machen. Dabei wirkt Balu auf den ersten Blick recht leichtfertig, aber dennoch hat er etwas altkluges an sich. Denn der Bär hat bereits viel erlebt und ist dem Menschen Mogli nicht negativ gesinnt, was bei einem Menschen im Dschungel durchaus nicht abwegig wäre.

Ich finde es wunderbar, wie sich Balu innerhalb kürzester Zeit zu Moglis Vorbild aufschwingt, wodurch man sofort das innige Band zwischen den beiden spürt. Es stellt sich dabei allerdings erneut die Frage nach Moglis Wolfs-Familie und man will wissen, wie es Mogli bei ihnen ergangen ist.

Immer mehr wachsen Mogli und Balu zusammen, weshalb es umso trauriger ist, dass Mogli zum Ende hin dann doch einen ganz anderen Weg einschlägt. Ich kann den kleinen Jungen sehr gut verstehen, würde mir aber mehr Einblicke in seine Gedanken wünschen, um seine Entscheidung nachvollziehen zu können.

Fazit

Mit dieser Geschichte sind die ersten Grundzüge von "Tarzan" entstanden. Außerdem erzählt man uns einen unterhaltsamen Werdegang, zu dem sich aber doch ab und an Fragen auftun.

Marie Florschütz - myFanbase
01.12.2016

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