Bewertung: 7
John Musker & Ron Clements

Hercules

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© Disney

Inhalt

Auf dem Olymp bekommen Göttervater Zeus und seine Frau Hera einen Sohn, den sie Hercules nennen. Als Hades, Zeus's Bruder und der Gott der Unterwelt, befürchtet, nun garnicht mehr aus der Unterwelt entkommen und an die Macht kommen zu können, beschließt er, Hercules aus dem Weg zu räumen. Seine Handlanger Pech und Schwefel entführen Hercules daher, schaffen es jedoch nicht ihm, ein Gift bis zum letzten Tropfen einzuflößen. Hercules ist nun zwar kein Gott mehr, hat jedoch noch immer übermenschliche Kräfte und wird als Baby von einem Ehepaar gefunden und aufgezogen. Aufgrund seiner Kräfte ist Hercules in seiner Jugend immer ein Außenseiter und erst als er erfährt, dass er der Sohn Zeus' ist, wendet sich das Blatt. Hercules will nun versuchen, sich als Held zu beweisen, um zum Olymp zurückkehren zu können. Dabei nimmt er Unterricht bei Philoctetes und trifft auf die schöne Sterbliche Megara, doch auch der rachsüchtige Hades wird auf Hercules aufmerksam.

Kritik

Mit der griechischen Mythologie erkundet Disney nun neues Terrain und versucht auch, dass zeichnerisch umzusetzen und den Figuren einen individuellen Stil zu geben. Die Götter sind gleichzeitig muskulös und elegant, wobei man versucht, Ecken und Kanten mit Schnörkeln unter einen Hut zu bringen. Mir persönlich gefallen die Figuren sehr gut und auch dass sich die Götter durch einen goldenen Glanz von den "gewöhnlichen" Menschen abgrenzen, ist gut umgesetzt.

Nicht ganz so zufrieden bin ich mit der Geschichte an sich. Besonders der Versuch, alles lustig darzustellen, wirkt auf mich eher abstoßend, da man sich damit selbst lächerlich macht und somit ins eigene Fleisch schneidet. Wozu braucht Hercules eine Action-Figur von sich selbst? Dadurch wirkt der Halbgott selbstverliebt und übermäßig von sich eingenommen, was eigentlich garnicht der Fall ist. Denn Hercules ist und bleibt in erster Linie ein Außenseiter, der versucht, seinen Platz in der Welt zu finden.

Mit der deutschen Synchronisation von Hercules konnte ich mich ebenfalls nichts anfreunden. Ich bin leider überhaupt kein Fan von Til Schweiger. In diesem Zusammenhang passt die Stimmgebung durch ihn allerdings recht gut, da sie genau das widerspiegelt, was ich mit Til Schweiger verbinde: wenig Tiefgang und oberflächliche Lacher. Genau das kennzeichnet die Figur Hercules für den Großteil des Filmes, weshalb sie in meinen Augen den bisher schwächsten Held einer Disney-Geschichte darstellt.

Ebenfalls fragwürdig ist, weshalb man die Handlung der griechischen Geschichte abgewandelt hat. Eigentlich ist Hercules der Sohn von Zeus und der Sterblichen Alkmene. Als Zeus' Frau Hera von der Untreue ihres Mannes erfährt, versucht sie, Hercules zu töten.

Richtig gut gefallen haben mir dagegen die Musikstücke. Durch die Idee, die Musen als Chor in die Handlung einzubinden und sie quasi zu den Erzählern der Geschichte zu machen, hat man immer die Möglichkeit, ein musikalisches Solo durch die Musen an den richtigen Stellen zu unterstützen. Besonders das Lied mit Meg, in dem sie feststellt, sich tatsächlich zu Hercules hingezogen zu fühlen, konnte damit viele Punkte einstreichen.

Trotz des eher mauen Hauptcharakters findet man einen guten Abschluss, da Hercules Schwächen eingestehen muss und bereit ist, sich selbst für Meg zu opfern. Das wertet nicht nur die Liebesgeschichte auf, sondern gibt auch Hercules etwas mehr Tiefgang.

Fazit

"Hercules" ist ein netter Disney-Film, der seinen Vorgängern jedoch bei der Aufmachung der Hauptfigur, der Wahl der Synchronisationsstimmen und dem Fokus auf zu viel Witz etwas nachsteht. Die Musik ist jedoch sehr gelungen und die Idee, die Musen als musikalische Erzähler in die Geschichte einzubinden, kann wieder punkten.

Marie Florschütz - myFanbase
21.11.2016

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