Bewertung: 9
Clyde Geronimi, Les Clark, Eric Larson & Wolfgang Reitherman

Dornröschen

Foto: Dornröschen - Copyright: Disney
Dornröschen
© Disney

Inhalt

Kurz nach ihrer Geburt wird Prinzessin Aurora von der bösen Fee Malefiz mit einem Fluch belegt, durch den sie sich an ihrem 16. Geburtstag an einem Spinnrad stechen und sterben wird. Doch die guten Feen Flora, Fauna und Sonnenschein können den Fluch abmildern, wodurch Aurora nur noch in einen langen Schlaf fallen soll, aus dem sie durch den Kuss der wahren Liebe erweckt werden kann. Um Aurora vor weiteren Angriffen durch Malefiz zu schützen, überlassen König Stefan und seine Frau ihr Baby den drei guten Feen, die Aurora bis zu ihrem 16. Geburtstag im Geheimen aufziehen. Dann teilen sie Aurora mit, dass sie eine Prinzessin ist und aufs Schloss zurückkehren muss, doch Aurora will sich ihnen nicht fügen, da sie gerade erst einen jungen Mann kennengelernt hat. Indes nimmt Malefiz Auroras Spur auf.

Kritik

Jener hat wohl einige Filme, die er sich immer wieder ansehen kann und für mich gehört zu diesen Filmen auf jeden Fall Disneys "Dornröschen". Man erzählt uns hier ein altbekanntes Märchen mit einigen modernen Einschlägen, doch trotz der Modernisierung verliert man die Romantik und das Märchengefühl auf dem Weg nicht.

Für mich grenzt sich "Dornröschen" malerisch sehr von seinen Vorgängern ab. Denn wenn man sich 20 Jahre zurückerinnert und an "Schneewittchen und die sieben Zwerge" denkt, dann erkennt man gravierende Unterschiede. Damals setzt man auf helle, dezente Linien, die den Figuren schmeichelten. Mittlerweile kann man aber auch mit strengen Kanten wunderbare und vor allem ausdrucksstarke Figuren in Szene setzen. Zu Zeiten von "Schneewittchen" sollte noch alles süß und niedlich oder eben (im Fall der Hexe) runzelig und kantig aussehen. Doch vergleicht man Aurora und Schneewittchen mit einander, dann erkennt man nicht nur im Malstil deutliche Unterschiede, auch in der Charakterentwicklung der Prinzessinnen hat man große Fortschritte gemacht. Denn obwohl Aurora viel "eckiger" gezeichnet ist als ihre Vorgängerin, wirkt sie noch immer wie eine waschechte und äußerst anmutige Prinzessin. Außerdem kann sie auch einmal mit dem Fuss aufstampfen, um ihren Willen durchzusetzen und muss nicht nur immer stets ein Lächeln tragen. Für mich markiert "Dornröschen" damit ein neues Zeitalter des Zeichentricks.

Auch die Nebenfiguren sind wunderbar konzipiert und können die Geschichte in jedem Aspekt bereichern. Die guten Feen Sonnenschein, Flora und Fauna sind charakterstarke Frauen, die mit jedem Mittel gegen das Böse kämpfen und wahnsinnig opferbereit sind, da sie sogar 16 Jahre auf ihre Magie verzichtet haben, um ein fremdes Mädchen aufzuziehen.

Man streut in der Geschichte auch gehörig Witz ein, der zum einen von den drei Feen, zum anderen von den beiden Königen kommt. Denn obwohl sowohl die Feen als auch die Könige auf einer Seite stehen, vertreten sie unterschiedliche Interessen und müssen sich dennoch mit einander arrangieren. Die kleinen Seitenhiebe, die sie dabei gegen einander austeilen, sind äußerst amüsant.

Obwohl es in "Dornröschen" nicht an Musik mangelt, habe ich das Gefühl, dass dieser Film nicht so Musik-bestimmt ist, wie es sonst bei Disney der Fall ist. Denn lediglich bevor Aurora erfahren hat, dass sie eine Prinzessin ist, wurden Lieder gesungen. Danach wurde die Stimmung ernster und man verzichtete bewusst auf dieses Stilmittel. In meinen Augen äußerst geschickt, da man dadurch merkt, dass sich das Märchen an diesem Punkt in bitteren Ernst verwandelt. Erst als der Fluch gebrochen ist, setzt der Gesang wieder ein, um das Happyend zu verkünden.

Fazit

"Dornröschen" ist ein wahrer Disney-Klassiker, der in keinem Haushalt fehlen darf. Man vereint hier wunderbar die alten Techniken mit den neuen Errungenschaften und ruft eines der schönsten Disney-Märchen ins Leben.

Marie Florschütz - myFanbase
15.11.2016

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