Bewertung: 6
Sofia Coppola

Bling Ring, The

"Lasst uns shoppen!"

Foto: Copyright: 2014 Universal Pictures Germany
© 2014 Universal Pictures Germany

Inhalt

Als Marc (Israel Broussard) an eine neue Schule wechselt, freundet er sich mit Rebecca (Katie Chang) an, die begeistert von dem Lifestyle der Schönen und Reichen von L.A. ist. Auf Rebeccas Idee hin brechen die beiden in die Villa von Paris Hilton ein und stehlen dort Kleidung und Schmuck. Da der Einbruch reibungslos verläuft, machen Rebecca und Marc weiter und holen Nicki (Emma Watson), Sam (Taissa Farmiga) und Chloe (Claire Julien) dazu. Die fünf Jugendlichen brechen in die Villen weiterer Stars wie Orlando Bloom und Rachel Bilson ein, lassen Wertgegenstände für mehrere Millionen Dollar mitgehen, posten Fotos von sich mit ihrem Diebesgut auf Facebook und prahlen vor ihren Mitschülern mit ihren Taten. So locken sie unbedarft Polizei und Medien auf ihre Spur ...

Kritik

Inspiriert wurde "The Bling Ring" von wahren Begebenheiten. Als Vorlage für das Drehbuch dienten ein Artikel aus der Vanity-Fair und die Reportage "The Bling Ring: How a Gang of Fame-Obsessed Teens Ripped Off Hollywood and Shocked the World". Erzählt wird die Geschichte mehrerer Jugendlicher in der Filmmetropole L.A., die das Leben der Stars bewundern und besessen von materiellen Dingen sind, vor allem von teuren Statussymbolen wie Kleider, Schuhe und Schmuck. Ohne die Konsequenzen zu bedenken, dringen Marc, Rebecca, Nicki, Chloe und Sam in die Villen der Hollywood-Elite ein, um dort herumzuschnüffeln und zu "shoppen". Was sie nicht für sich selbst behalten, machen sie zu Geld. Angegeben wird mit allem. Dass dies nicht lange gut gehen kann, ist jedem Zuschauer klar, den Kids aber nicht, zumindest den Mädchen nicht. Marc hat eine etwas andere Einstellung, kann sich aber nicht durchsetzen und will seine Freundinnen nicht verlieren. Er rennt sehenden Auges in die Katastrophe.

Der Filmaufbau von "The Bling Ring" ist dokumentarisch angehaucht. Es werden mehrfach eher ungewöhnliche Kameraperspektiven verwendet, die vor allem den äußeren Schein betonen, statt das wirkliche Sein. Der schöne Schein ist eine grundsätzliche Prämisse des Films. "The Bling Ring" portraitiert die Oberflächlichkeit, die Hinwendung zum Materiellen. Die Kids, um die es in diesem Film geht, lieben es, sich mit schönen Dingen zu umgeben, und kennen keine Moral, wenn es darum geht, sich diese Dinge zu beschaffen. Sie verschönern ihr Äußeres, aber innerlich fehlt es ihnen an vielem. Der Charakter, der dies besonders deutlich ausdrückt, ist Nicki, toll gespielt von Emma Watson. Nicki ist eine flatterhafte, nicht sonderlich intelligente Diebin und Lügnerin, die sich gerne inszeniert und sich den Anschein von Tiefe zu geben versucht, die sie gar nicht besitzt. Das ist einerseits komisch und andererseits fast erschreckend, da ihr tatsächlich eine Plattform geboten wird. Wenn der Film endet, ist sie auf dem Weg zum typischen B-Promi, der nichts kann, außer berühmt zu sein.

Zugleich stecken in "The Bling Ring" viele Seitenhiebe auf Fluch und Segen des Internets im Allgemeinen und der sozialen Netzwerke im Speziellen. Die Menschen machen sich selbst transparent, oftmals ohne die Folgen zu berücksichtigen. Marc, Rebecca, Nicki, Chloe und Sam haben keine Mühe, online die Adressen der Stars herauszufinden und zu erfahren, wann diese nicht in der Stadt sind. Paris Hilton gibt eine Party in Vegas, Orlando Bloom dreht einen Film in Miami, Rachel Bilson besucht eine Modenschau in New York... jeder kann das nachlesen. Aber auch die diebischen Kids lassen auf Facebook und Co. die nötige Umsicht vermissen und stellen Beweise gegen sich ins Netz.

So lässt sich "The Bling Ring" als durchaus interessanter Film bezeichnen, der viele Zuschauer anspricht, aber ein wenig in sich selbst gefangen ist und sich im Kreis dreht. Spätestens nach dem dritten Einbruch wünscht man sich, dass auch mal etwas anderes geschieht und mehr Schwung und Abwechslung in die Handlung kommt.

Fazit

"The Bling Ring" ist eine gute, aber etwas schwunglose und nicht sehr abwechslungsreiche Auseinandersetzung mit dem schönen Schein und sozialen Netzwerken.

Maret Hosemann - myFanbase
31.12.2013

Diskussion zu diesem Film