Bewertung: 8
Rich Moore

Ralph reicht's

"Ich bin böse und das ist gut. Ich werde niemals gut sein und das ist gar nicht schlimm. Es gibt keinen, der ich lieber sein möchte als ich."

Foto: Copyright: 2013 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© 2013 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Randale Ralph hat einen sehr eintönigen Job. Er ist der Bösewicht eines nun 30 Jahre alten Computerspiels und verbringt seine Tage damit, alles um sich herum kurz und klein zu schlagen. Sein Gegenspieler Fix-it-Felix repariert den entstandenen Schaden und heimst natürlich dafür den ganzen Ruhm ein. Eines Tages hat Ralph die Nase voll. Auch er möchte beachtet und gelobt werden, Kuchen essen dürfen und Freunde haben. Eine Medaille ist daher sein größtes Ziel, denn Medaillenträger werden respektiert und geschätzt. So macht sich Ralph auf den Weg und begegnet vielen anderen Computerspielfiguren, die allesamt ihre Probleme haben. So zum Beispiel die kleine Vanellope, die unter einem Programmierfehler leidet. Sie möchte in ihrem Zuhause Sugar Rush einfach nur mitspielen dürfen und eine echte Rennfahrerin sein. Die beiden schließen einen Pakt und wollen sich gegenseitig bei der Erfüllung ihrer Träume helfen.

Kritik

Mit dem Animationsfilm "Ralph reicht's" lässt Disney mal wieder nicht nur die Herzen seiner eingefleischten Fans höher schlagen. Getreu dem Motto "für jeden was dabei" schafft es der Film, verschiedenste Elemente zu verbinden und neben einer beeindruckenden Optik und liebevoll gestalteten Charakteren auch eine Story abzuliefern, die mit den großen Hollywood-Spielfilmen mithalten kann.

Wie bei allen Disneyproduktionen wird viel Wert auf die Charaktergestaltung gelegt. Und so ist es schon spannend, die Geschichte aus Sicht eines nicht ganz so bösen Bösewichts zu erzählen. Es werden Vorurteile und Konventionen eingesetzt, um Gefühle beim Zuschauer zu wecken und das funktioniert ganz hervorragend. Nahezu alle Figuren wachsen einem sehr schnell ans Herz, denn jeder hat seinen ganz eigenen Charakter aber auch seine Vorgeschichte und sogar seine eigene Welt.

Das Setting des Films schließt sich an diese raffinierte Charaktergestaltung an, denn es funktioniert über mehrere Ebenen. Ausgangspunkt ist eine Spielhalle, in der mehrere Computerspiele angeschlossen sind. Diese Konsolen haben jedoch ein Eigen- oder besser gesagt ein Innenleben und so beinhaltet jedes Spiel eine eigene, individuell ausgestattete Welt. Für den Film am wichtigsten sind die Welten Sugar Rush, Fix-it-Felix, Hero's Duty und die Central Station, die wie eine Art Bahnhof die verschiedenen Spielewelten miteinander verbindet. Auch hier beeindruckt erneut die Mühe, die in die Ausgestaltung dieser Welten gesteckt wurde.

Sowohl Erwachsene als auch Kinder kommen bei diesem Film auf ihre Kosten. Wie immer schafft Disney es, dank einer Mischung aus Charme, Witz und Intelligenz humorvolle Momente für nahezu jeden Zuschauer einzubauen. Vor allem begeisterte Gamer werden sich freuen, denn neben einigen extra für den Film entwickelten Spielen und Figuren, trifft man auch auf altbekannte Charaktere wie Sonic, Bowser oder Pacman. So liefert der Film durchaus auch noch den ein oder anderen guten Spruch oder Kniff für Freunde der elektronischen Spieleunterhaltung ab.

Besonders hervorzuheben ist wohl das Drehbuch und die überaus überzeugende Umsetzung des Regisseurs Rich Moore. Was den Plot angeht, steht dieser Animationsfilm einem großen Blockbuster in nichts mehr nach. Auch wenn sich an einigen Stellen natürlich der gute alte märchenhafte Disneycharme durchsetzt, bietet "Ralph reicht's" selbst für geübte Filmfans durchaus Überraschungsmomente und unerwartete Wendungen. Vor allem wird überaus geschickt mit gängigen Konventionen des Bösewichts-Schemas gespielt. Zudem ist die Detailliebe eine sich immer wieder zeigende Stärke, die dem Film mehr Leben einhaucht, als es manchem Schauspieler aus Fleisch und Blut möglich wäre.

Als etwas nervig empfand ich stellenweise den Soundtrack. Das mag eine Frage des Geschmacks sein, doch da ist man Besseres gewohnt. Auch sollte man nicht einen ausgefeilten Film für Gameliebhaber erwarten. Es ist und bleibt ein Disneyfilm, der sich das Computerspielgenre als Grundidee vorgenommen hat. Und, wie ich finde, wurde das auch wirklich gut umgesetzt. Doch ist dieses Thema nun mal eher Setting des Films und nicht Dreh- und Angelpunkt. Der liegt eben doch verstärkt bei Ralph, Vanellope, Fix-it-Felix und all den anderen Spielfiguren, die ein spannendes Abenteuer erleben und denen für diese Reise ganz viel Charme einprogrammiert wurde.

Fazit

Ralph reicht's vielleicht, mir noch lange nicht: Dieser Film macht Lust auf mehr und hat durchaus das Potential für eine Fortsetzung.

Janina Funk - myFanbase
09.04.2013

Diskussion zu diesem Film