Bewertung: 6
Juan Antonio Bayona

Impossible, The

"They're dead!"

Foto: Copyright: 2013 Concorde Filmverleih GmbH
© 2013 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Maria (Naomi Watts) und Henry (Ewan McGregor) kommen mit ihren drei Söhnen Lucas (Tom Holand), Thomas (Samuel Joslin) und Simon (Oaklee Pendergast) im Jahr 2004 über die Weihnachtszeit nach Thailand, um ein wenig der Kälte zu entfliehen und Entspannung zu finden. Ihr Urlaub beginnt wie die üblichen Urlaube. Alles ist wunderschön und es sieht aus wie ein Paradies. Doch am 26. Dezember passiert etwas unvorstellbares. Ein gewaltige Flutwelle reißt alles mit sich. Menschen, Bäume, Häuser, Fahrzeuge. Nichts kann den Massen standhalten. Maria schafft es ihren Sohn Lucas in den Fluten zu retten, doch von Henry, Thomas und Simon fehlt jegliche Spur.

Kritik

Bedrückenden Katastrophen folgen immer bewegende Katastrophenfilme, wenn sich auch manchmal die Frage stellt, ob diese notwendig sind. Oliver Stones Film ''World Trade Center'' ist ein solches Beispiel, bei welchem zwar sehr stark auf die Tränendrüse gedrückt wird, aber inhaltlich vieles auf der Strecke bleibt. Erstaunlich lange hat sich entsprechend niemand an eine der schlimmsten Katastrophen unserer Zeit herangewagt. Das es am Ende kein US-amerikanischer Film wurde, verwundert umso mehr. Diesem in Spanien entstandenen Film wurde der doch recht unerfahrene Regisseur Juan Antonio Bayona zur Seite gestellt, dessen letztes Werk ''Das Waisenhaus'' im Jahr 2007 in die Kinos kam. Ob das Ergebnis anders ausgesehen hätte, wenn ein anderer Regisseur die Zügel in den Händen gehabt hätte, mag man wohl anzweifeln, da aus Regie-technischer Sicht viele Dinge stimmig und überzeugend verwirklicht wurden. Die einzige Sache, die bei diesem Film wohl eher stört, ist die Handlung selbst, welche an vielen Stellen zu einfach, langatmig und verhöhnend wirkt.

Aber um noch einmal die Regiearbeit in den Vordergrund zu stellen, wirkt das Set sehr eindrucksvoll und durch Fernsehberichte sehr vertraut für das Publikum. Die rasant ankommende Flutwelle am Anfang des Filmes, und der durch die Landschaft ziehende Strom wirken ebenso realistisch wie die Schauspieler Naomi Watts (''J. Edgar'') und Tom Holand, die in eben jenen Szenen um ihr Leben kämpfen müssen. Auch nach der Flutwelle wird es nicht unbedingt langweilig, denn es erwartet einen schließlich noch die lange Suche nach den Überlebenden, bei welcher aber keine Einheimischen in den Vordergrund rücken, sondern lediglich als Statisten auftauchen. Nur die Touristen werden thematisiert. Es wirkt teilweise so, als ob den Einheimischen bei dieser Katastrophe kein Schmerz zugefügt wurde und sie gerne nur Arbeiter für die Touristen sind.

Die Suche und der Überlebenskampf wirken vor allem durch die fantastische Arbeit der Schauspieler so blendend. Insbesondere müssen hier die drei Jungtalente Tom Holand, Samuel Joslin und Oaklee Pendergast hervorgehoben werden, da sie während der gesamten Zeit ihre Authentizität nicht verlieren und bewundernswert ihre Rollen spielen. Die emotionalste Szene dieses Filmes schließt zudem nur die drei ein. Es ist die Szene, wo sich die drei Charaktere nach einer scheinbar langen Odyssee wieder in die Arme schließen können, und es den Zuschauer schier zu Tränen rührt, so dass es wohl besser gewesen wäre, hier den Schlussstrich zu ziehen. Leider ist dem nicht so, und der Film wurde unnötig in die Länge gezogen, was vor allem mit bedrückender Musik untermalt wird. Die Abschlussszene wirkt dabei weniger hilfreich denn verhöhnend. Die Familie besteigt als einzige ein Flugzeug, und verlässt das durch den Tsunami zerstörte Land, ohne dass auch nur im Entferntesten eine andere Perspektive aufgezeigt wird. Das dadurch sämtliche zuvor entstandenen Gefühle verdrängt werden, bleibt überdeutlich spürbar und ein merkwürdiger Beigeschmack wird hinterlassen.

Fazit

Ausdrucksstarkes und emotionales Drama, das zum Ende hin etwas schwerfällig und überdrüssig wirkt. Dafür überzeugen alle Schauspieler in ihren Rollen, die nicht nur schreckliche Momente darbieten müssen, sondern auch schöne. Dass dieser Film ein notwendiges Werk ist, oder die Tragweite dieser Katastrophe wirklich einzufangen weiß, wage ich aber zu bezweifeln.

Ignat Kress - myFanbase
09.01.2013

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