Bewertung: 3
Dan Bradley

Red Dawn

"Marines don't die, they go to hell and regroup."

Foto: Copyright: 2012 Concorde Filmverleih GmbH
© 2012 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Über Nacht starten die Nordkoreaner eine Invasion in die USA, angefangen mit dem Heimatort der Brüder Matt (Josh Peck) und Jed (Chris Hemsworth). Die Anwohner werden gefangen genommen, die Straßen mit Panzern und Soldaten belagert. Jed und Matt können mit ihrer Clique in die Wälder fliehen. Die Wut über die genommene Heimat wiegt schließlich schwerer als die Angst. Captain Cho (Will Jun Lee) und seine Truppe haben sich mit der falschen Familie angelegt, denn Kriegsveteran Jed, dessen letzter Einsatzort im Irak war, sammelt die Clique um sich und bildet sie zu einer Einheit aus. Sie nennen sich "Wolverines" und hecken einen Plan aus, um zurückzuschlagen.

Kritik

Das Remake wird zwar nicht für allzu großes Aufsehen sorgen, so wie das Original "Die rote Flut" aus den 80ern, ist aber nicht minder gewaltverherrlichend und aggressiv ausgelegt. Nicht selten kommt das Gefühl auf, dass man sich bei "Red Dawn" inmitten eines Ego-Shooter-Spiels befindet. Es fällt schwer, "Red Dawn" in erster Linie als Film und weder als politische Anspielung noch als Konsolenspiel von Debütregisseur Dan Bradley zu betrachten.

Bradley ist eigentlich Stuntman und in Blockbustern wie "Spider-Man 3" oder "Das Bourne Ultimatum" zu sehen gewesen. Als Actionliebhaber wagt er mit einem ebenso actionreichen Kracher sein Regiedebüt. Dass er mehr Wert auf Stunts und Explosionen als auf die Handlung legt, ist daher nicht überraschend. Doch an der Aufarbeitung der Thematik hat sich Bradley ordentlich die Finger verbrannt. Statt den Kubanern müssen nun die Nordkoreaner als die bösen Besetzer herhalten. Ob Bradley sich gedacht hat, dass die USA es sich mit Nordkorea am ehesten erlauben kann, politische Konflikte heraufzubeschwören oder ob er es einfach dem Zufall überlassen hat, welche Nation die USA belagert, bleibt fraglich. Jedenfalls braucht wohl jeder Actionfilm nun mal Bösewichte und in "Red Dawn" bietet die unbarmherzige und aggressive Eliteeinheit unter Führung von Cho aus Nordkorea einen ernstzunehmenden Gegenspieler.

Panzer gehen in die Luft, die Munition wird ordentlich verschossen und eine Hetzjagd ohne Rücksicht auf Verluste beginnt. An Action mangelt es "Red Dawn" kaum, dafür aber an allem anderen. Angefangen mit den etlichen Logikfehlern, die nicht zu übersehen sind. Denn wenn der Krieg vor der eigenen Haustür stattfindet, werden normale Jugendliche plötzlich zu Killermaschinen und es ergeben sich irrsinnige Schockmomente daraus. Wie beispielsweise Jeds und Matts Vater, der wie aus dem nichts sein Leben im Appell für den Krieg opfert und als Idol zelebriert wird. Ein anderer Logikfehler, und dieser ist deutlich schwerwiegender, ist die Tatsache, dass die ganze Invasion unmöglich erscheint. Über Nacht wird eine ganze Nation von einigen Truppen eingenommen, ohne dass der Rest der Welt, geschweige denn die amerikanische Regierung aufschreit. Oder wie die Wolverines ungesehen von einem Ort zum anderen kommen, während sich alle anderen Bewohner in striktem Gewahrsam befinden. Ein intelligenter Actionthriller sieht anders aus, doch hier geht es nur um Krieg und Brandon hat mit der Handlung eher eine Ausrede gefunden, um so viele Actionszenen und so wenig Sinn wie möglich unterzubringen.

Überraschenderweise hat "Red Dawn" einige lustige Szenen zu bieten, welche die ganze Kriegsstimmung auflockern, doch nicht selten fehl am Platz wirken. Denn "Krieg ist hässlich und laut", wie Jed es treffend formuliert, und genau so wird es im Film auch dargestellt - nur in idealisierter Form. In "Red Dawn" werden die Jugendlichen dazu aufgerufen, für ihr Vaterland zu kämpfen und die Waffen zu erheben. Die verängstigten Teenager werden durch einen Crashkurs zu gnadenlosen Soldaten aufgerüstet, um mit Maschinengewehren durch die Luft zu schießen. Eine beängstigende Moralvorstellung, die man während des gesamten Films über nicht losschütteln kann. Action schön und gut - doch in "Red Dawn" gewinnt das Töten und der übertriebene Patriotismus an Überhand.

Die gerade angesagten Jungschauspieler aus Hollywood können den schlechten Film nicht entschädigen. Zumindest Chris Hemsworth hat noch den dankbarsten Part erwischt und spielt mit frostig kriegerischem Gesichtsausdruck seine Rolle als Kriegsveteran. Jeffrey Dean Morgan hingegen, der erst im letzten Drittel als Marinesoldat zum Einsatz kommt, geht ebenso in Belanglosigkeit unter wie Josh Hutcherson, Adrianne Palicki, Josh Peck und der Rest vom Cast.

Fazit

Die Republikaner dürften sich über so viel US-Patriotismus und Propaganda unter Jugendlichen sicher erfreuen, doch ansonsten ist "Red Dawn" höchstens für Ego-Shooter-Fans genießbar.

Tanya Sarikaya - myFanbase
02.01.2013

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