Bewertung: 6

Transit

Ein Ausflug zum Vergessen.

Foto: Copyright: 2013 STUDIOCANAL GmbH
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Inhalt

Nach einem brutalen Raubüberfall befinden sich die vier Täter Marek (James Frain), Losada (Harold Perrineau), Evers (Ryan Donowho) und Arielle (Diora Baird) mit ihrer Beute von vier Millionen Dollar auf der Flucht. Um unbemerkt durch die Polizeisperren zu kommen, verstecken sie das Geld heimlich im Gepäck der ahnungslosen Familie Sidwell, die auf dem Weg zu einem Campingurlaub ist. Familienvater Nate (James Caviezel) hat die letzten 18 Monate wegen Immobilienbetrugs im Gefängnis gesessen und will mit der Reise seiner Frau Robyn (Elisabeth Rohm) und den beiden Söhnen wieder näher kommen. In den Sümpfen Louisianas entwickelt sich ein knallharter Showdown zwischen der Familie und den Gangstern, die vor nichts zurückschrecken, um ihr Geld zurückzubekommen.

Kritik

Es darf bezweifelt werden, dass Schauspieler James Caviezel jemals das offizielle Werbegesicht eines Campingausrüsters oder eines Survival-Reiseveranstalters wird. Nachdem er schon in "Long Weekend" einen Charakter mimte, für den ein Campingurlaub zum Horrortrip wird, wiederholt er dies nun in "Transit", wobei beide Filme ansonsten sehr wenig gemeinsam haben. "Transit" handelt von einer problembeladenen Familie, die auf dem Weg zum Camping in Louisiana von vier Räubern dazu benutzt wird, vier Millionen Dollar durch die Polizeisperren zu schleusen. Die ersten Versuche der Gangster, das Geld zurückzuholen, scheitern, so dass es schließlich in den Sümpfen zum Kampf auf Leben und Tod kommt.

Besagte Sümpfe sind ein durchaus faszinierender Schauplatz, von dem der Film profitiert. Es gibt sogar ein paar Alligatoren zu sehen, die aber in diesem Fall nicht die Rolle der Raubtiere einnehmen. Das tun die Menschen in Gestalt der vier Gangster, die nichts anderes im Sinn haben, als wieder an das Geld zu kommen, für das sie bereits gemordet haben.

Interessant ist auch, dass beide Lager, sowohl das Räuberquartett als auch die vierköpfige Familie Sidwell, alles andere als harmonische Teams sind. Das Räuberquartett ist im Prinzip in zwei Lager gespalten, in Marek und Arielle, die ein Paar sind und sich als die Köpfe der Gruppe betrachten, und in Losada und Evers, die fürchten, von den beiden anderen hintergangen zu werden. Besonders zwischen Marek und Losada kommt es immer wieder zu Spannungen. Dies kann die Familie Sidwell nur bedingt ausnutzen, da Familienmutter Robyn und Teenagersohn Shane ihrem Oberhaupt Nate seit dessen Haftstrafe nicht mehr trauen und immer das Schlimmste von ihm erwarten. Das sind keine guten Voraussetzungen, um gemeinsam einen Überlebenskampf im Sumpf zu überstehen.

Letzten Endes nimmt Nate natürlich die Heldenrolle ein und beweist seiner Familie, das sie immer auf ihn zählen kann, allerdings begeht er auch einige dämliche Fehler, die der Handlung viel Logik und Glaubwürdigkeit nehmen. So zerschmettert er in Wut sein Handy, wodurch er sich und seine Familie selbst von der Außenwelt abschneidet. So blöd kann man doch eigentlich gar nicht sein. Klar, seit der Erfindung und rasanten Verbreitung mobiler Telefone ist es für Drehbuchautoren schwerer, Szenarien zu entwickeln, in denen Menschen alleine im Nirgendwo klarkommen müssen, aber das kann man wahrlich geschickter lösen.

Fazit

"Transit" ist ein solider Thriller, der logische Schwächen offenbart, aber einen interessanten Schauplatz und ordentliche Action zu bieten hat.

Maret Hosemann - myFanbase
30.12.2012

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