Bewertung: 5
Adam Shankman

Rock of Ages

"Ich bin ein Sklave des Rock'n'Roll!"

Foto: Copyright: 2012 Warner Bros. Ent.
© 2012 Warner Bros. Ent.

Inhalt

1987 verlässt Sherrie (Julianne Hough) ihre provinzielle Heimat, um nach Los Angeles zu ziehen und sich ihren Traum von einer Gesangskarriere zu erfüllen. Sie trifft auf den Musiker Drew (Diego Boneta), der ihr einen Job im Bourbon Room, dem legendären, aber wirtschaftlich angeschlagenen Nachtclub von Dennis Dupree (Alec Baldwin) verschafft. Die finanziellen Probleme des Clubs sollen durch den letzten Auftritt der erfolgreichen Rockband Arsenal, deren extravaganter Frontman Stacee Jaxx (Tom Cruise) eine Solo-Karriere anstrebt, behoben werden, doch die große Konzert-Nacht entwickelt sich für alle Beteiligten ganz anders als erwartet. Stacees Welt wird durch die Musikjournalistin Constance Sack (Malin Åkerman) ins Wanken gebracht, Drew gerät in die Fänge des schleimigen Managers Paul Gill (Paul Giamatti) und Sherrie wird von Drew so schwer enttäuscht, dass sie sich einen neuen Job sucht. Außerdem ist da noch die erzkonservative Bürgermeistergattin Patricia Whitmore (Catherine Zeta-Jones), die den Bourbon Room unbedingt schließen lassen will.

Kritik

Filmmusicals schaffen es ziemlich selten bis fast nie auf meine persönliche Must-See-Liste, da ich es nur bedingt erträglich finde, wenn irgendwelche Charaktere mitten in der Handlung plötzlich zu singen und zu tanzen anfangen. Bei "Rock of Ages" habe ich vor allem wegen der interessanten Besetzung und der guten Songs, unter anderem von den Scorpions, Foreigner, Guns N' Roses, Bon Jovi und Twisted Sister, eine Ausnahme gemacht. Ich bereue es nicht, habe aber auch ganz bestimmt nicht vor, mir den Film ein zweites Mal anzusehen. Für "Rock of Ages" gilt letztlich dasselbe wie für die 1980er Jahre an sich: einmal reicht völlig.

"Rock of Ages" ist kein ernstes, sondern eher ein parodistisches Musical, das die Hard-Rock-Szene der 80er Jahre aufs Korn nimmt. Es gibt eine ganze Reihe ziemlich schräger, überzogener und daher durchaus unterhaltsamer Gesangseinlagen, zum Beispiel von Alec Baldwin und Russell Brand, deren Charaktere sich mit der Powerballade "Can't Fight This Feeling" ihre Liebe füreinander gestehen, von Tom Cruise und Malin Åkerman alias Stacee und Constance, die zu "I Want to Know What Love Is" auf einem Billardtisch übereinander herfallen, sowie von Russell Brand und Catherine Zeta-Jones, die sich mit den tollen Songs "We Built This City" und "We're Not Gonna Take It" duellieren.

Die Handlung erweist sich allerdings als so vorhersehbar, wie eine Handlung überhaupt nur sein kann. Dies trifft vor allem auf die Liebesgeschichte zwischen Sherrie und Drew zu. Diese zwei Charaktere, das hoffnungsvolle Landei und der zuckersüße Rock-Romeo, sind einfach nur stereotypisch und langweilig. Was sie im Laufe des Films erleben werden, kann sich der Zuschauer schon nach fünf Minuten bis ins Detail ausmalen, und nur weil sie dabei singen, wird es nicht interessanter.

Der dominanteste Charakter des Films ist zweifellos Stacee Jaxx, gespielt von Tom Cruise, der sichtlich Spaß an dieser Rolle hatte. Stacee ist ein abgehalfterter, ständig betrunkener, extrem divenhafter King of Rock, der immer von zwei ebenso schweigsamen wie beinharten Bodyguards und einem dressierten Affen, der sowohl Getränke servieren als auch auf Kommando Menschen mit Gegenständen bewerfen kann, begleitet wird. Hinter Stacee stehen die anderen Charaktere zurück, wenn auch nicht alle so extrem wie die Schnarchnasen Sherrie und Drew.

"Rock of Ages" fehlt letztlich die Ausgewogenheit. Einige spritzige Momente und ein bemerkenswerter Charakter auf der einen Seite und eine extrem einfallslose Handlung und einige langweilige Figuren auf der anderen Seite ergeben zusammen einfach keine brillante Mischung, sondern letzten Endes nur Durchschnitt.

Fazit

Wer Rocksongs der 1980er Jahre mag und Tom Cruise gerne einmal als abgedrehten Rock-Giganten erleben will, wird sich bei "Rock of Ages" solide amüsieren, mehr aber auch nicht.

Maret Hosemann - myFanbase
11.12.2012

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