Bewertung: 7
Steven Soderbergh

Haywire

Sie ließen ihr keine andere Wahl.

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Inhalt

Mallory Kane (Gina Carano) ist eine Top-Agentin, die für die Privatfirma von Kenneth (Ewan McGregor) arbeitet und Aufträge erledigt, die für staatliche Behörden zu riskant oder gesetzeswidrig sind. Bei Missionen in Barcelona und Dublin stellt Mallory jedoch fest, dass Kenneth ein falsches Spiel mit ihr treibt. Was genau in Barcelona und Dublin geschah, erzählt sie dem jungen Scott (Michael Angarano), der zufällig in die ganze Sache hineingeschlittert ist, während sie sich auf dem Weg befindet, Kenneth ein für allemal das Handwerk zu legen.

Kritik

Mit Darstellern wie Michael Douglas, Antonio Banderas, Ewan McGregor, Channing Tatum und dem deutsch-irischen Exportschlager Michael Fassbender fällt "Haywire" eindeutig unter die Kategorie starbesetzt, doch getragen wird der Film fast ausschließlich von der noch relativ unbekannten Hauptakteurin Gina Carano in der Rolle der Top-Agentin Mallory Kane. Gina Carano, eine ehemalige Martial-Arts-Kämpferin, die erstmals 2009 in einem Film zu sehen war, verleiht den Actionszenen eine Authentizität, die man in Hollywoodproduktionen oft vergeblich sucht.

Sowohl Mallorys Kampfszenen als auch ihre Fluchtmanöver erweisen sich als echte, kompromisslose Action mit vollem Körpereinsatz. Man erkennt deutlich, dass hier eine Frau am Werk ist, die wirklich kämpfen, rennen, klettern und springen kann. Statt Tricktechniken steht menschliches Können im Vordergrund. So sind diese Szenen wirklich spannend und interessant. Im Verlauf des Films setzt Regisseur Steven Soderbergh darüber hinaus gestalterische Mittel ein, die eigentlich eher untypisch für das Actiongenre sind, wie etwa kurze Schwarz-Weiß-Sequenzen, verzerrte Akustik und ungewöhnliche Kameraperspektiven.

Die Kulissen fallen ebenfalls gelungen aus. Von Barcelona sieht man eher wenig, dafür aber umso mehr von der Stadt Dublin, durch deren Straßen und über deren Dächer Mallory flieht. Später kommen noch einige gute Einstellungen aus dem verschneiten Grenzgebiet zwischen Kanada und den USA sowie aus dem mexikanischen Veracruz hinzu.

Die Story an sich ist nicht besonders ausgeklügelt, trotz der Mischung aus Gegenwartshandlung und Rückblenden. Die Hauptthemen sind zwei alte Bekannte: Verrat und Rache. Mallorys Chef und Ex-Geliebter Kenneth hintergeht seine Auftraggeber des Geldes wegen. Er will Mallory loswerden, was diese sich natürlich nicht gefallen lässt. Während sie auf Konfrontationskurs mit Kenneth geht, der ihr Killer und Polizisten auf den Leib hetzt, erzählt sie nebenbei einem jungen Mann namens Scott, den sie in einem Diner aufgegabelt hat, ihre Geschichte. Scott dient Mallory gewissermaßen als lebende Black Box, als Speichermedium, das ihre Erlebnisse an die Behörden weitergeben kann, falls sie selbst nicht überleben sollte.

Fazit

Rein storytechnisch ist "Haywire" solide, aber dank der physisch starken Präsenz von Hauptdarstellerin Gina Carano kann der Film etwas mehr als nur durchschnittlich überzeugen.

Maret Hosemann - myFanbase
16.09.2012

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