Bewertung: 4
Brett Ratner

Aushilfsgangster

Gewöhnliche Typen, ein ungewöhnlicher Raub.

Foto: Copyright: Universal Pictures International Germany GmbH
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Inhalt

Josh Kovaks (Ben Stiller) ist der Manager des so genannten "Towers", eines luxuriösen Penthouses in New York. Engagiert und prinzipientreu gibt Josh alles für die wohlhabenden Bewohner. Sein gesamtes Weltbild stürzt jedoch in sich zusammen, als er erfährt, dass einer seiner Lieblingsbewohner, Arthur Shaw (Alan Alda), ein Wirtschaftskrimineller ist, der auch den Rentenfonds der Tower-Angestellten unterschlagen hat. Da die FBI-Agentin Claire Denham (Téa Leoni) dem verzweifelten Josh wenig Hoffnung auf Gerechtigkeit machen kann, beschließt dieser, selbst aktiv zu werden. Gemeinsam mit einigen Kollegen will er Shaws heimlich gebunkerte Rücklagen stehlen. Die nötigen Tipps für den gewagten Coup erhoffen sich die Aushilfsgangster von dem Kleinkriminellen Slide (Eddie Murphy).

Kritik

Die Rache des kleinen Mannes. Eine Gruppe von Angestellten, die sich ihren bescheidenen Lebensunterhalt damit verdient, den Reichen und Mächtigen von New York die Türen aufzuhalten, die Wäsche zu waschen, die Lieblingsspeisen zu bringen und die Bettlaken zu glätten, wehrt sich gegen die Machenschaften eines Finanzmoguls und will diesen um viel Geld erleichtern. In Zeiten, in denen Protestbewegungen auch schon mal die Wall Street okkupieren, ist dies eine interessante Thematik, die jedoch deutlich zu halbherzig angegangen wird.

Der Humor fällt recht bieder aus und man wartet vergeblich auf Gags, die wirklich zünden. Dabei hätte es im Verlauf der Handlung genug Gelegenheiten gegeben, um die Absurditäten im Verhältnis zwischen den Trägern der Macht und den Trägern des Gepäcks herauszustellen. Wenn eine Person einer anderen über Jahrzehnte hinweg jeden Tag von Berufswegen die Tür aufhält, dann ist das schon irgendwie skurril, was dieser Film aber nicht so rüberbringt, wie es wünschenswert und möglich gewesen wäre. Es fehlt der Biss.

Mit der Logik nimmt es dieser Film auch nicht so genau. Der Überfall läuft auf eine Weise ab, die allein schon aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten so gar nicht möglich wäre. Gleichzeitig ist der Raubzug einfach nicht spannend und trickreich genug, um logische Schwächen vergessen zu machen und die Zuschauer zu fesseln. Natürlich kann man nicht erwarten, dass "Aushilfsgangster" den "Ocean"-Filmen Konkurrenz macht, aber dafür, dass der Überfall das Herzstück des gesamten Films ist, mangelt es einfach an einer mitreißenden Atmosphäre.

Zwei Trümpfe hat "Aushilfsgangster" aber: Téa Leoni und Eddie Murphy. Erstere trägt eine der besten Szenen des Films, in der sich die FBI-Agentin Claire betrinkt und etwas zu sehr aus dem Nähkästchen plaudert. Man hätte wirklich gerne mehr von diesem Charakter gesehen. Für Eddie-Murphy-Fans bietet dieser Film die Gelegenheit, den Schauspieler und Komiker nach langer Zeit mal wieder in einer Form zu erleben, die an seine größten Erfolge erinnert. Als großmäuliger, bauernschlauer Tunichtgut Slide bleibt er am deutlichsten in Erinnerung, obwohl er in der ersten Hälfte des Films nur wenige Szenen hat.

Fazit

Der Mangel an Biss lässt "Aushilfsgangster" unnötig tief im Mittelmaß versinken.

Maret Hosemann - myFanbase
30.07.2012

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