Bewertung: 4
Jon Knautz

Shrine, The

"Wir hätten niemals hierher kommen dürfen!"

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Inhalt

Die Journalistin Carmen (Cindy Sampson), der Fotograf Marcus (Aaron Ashmore) und die Praktikantin Sara (Meghan Heffern) reisen nach Polen, um dem mysteriösen Verschwinden des amerikanischen Rucksacktouristen Eric Taylor (Ben Lewis) auf die Spur zu kommen. Erics Tagebuch führt sie in ein kleines, abgelegenes Dorf. Dort geraten Carmen, Marcus und Sara in die Fänge einer unheimlichen Sekte, die dunkle Geheimnisse hütet.

Kritik

Was machen Hollywood-Filmemacher, wenn sie zeigen wollen, wie unschuldige Amerikaner grausamen Ritualen und mittelalterlicher Folter ausgesetzt werden? Richtig, sie schicken sie als Touristen nach Europa, vorzugsweise nach Osteuropa. So stellt am Anfang von "The Shrine" ein Zeitungsredakteur lapidar fest, dass es doch ganz normal sei, dass amerikanische Rucksacktouristen in Europa auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Aha. Als Europäerin kann ich diese Einschätzung über unseren Kontinent nicht wirklich teilen und die drei Amerikaner, die ich in meinem Keller gefangen halte, haben sich bisher auch noch nicht über die Sicherheitsbedingungen beschwert.

Erstaunlicherweise nimmt "The Shrine" dann aber einige Wendungen und schlägt nicht in die gleiche Kerbe wie so viele andere Horrorfilme, die von amerikanischen Touristen im Ausland handeln. Das könnte daran liegen, dass der Film auch eine kanadische Produktion ist. "The Shrine" erweist sich also wider Erwarten nicht als religiös angehauchter Abklatsch von "Hostel". Das ist schon mal sehr erfreulich.

Dessen ungeachtet gelangt "The Shrine" allerdings in der Endabrechnung nicht über den Status eines B-Movies hinaus. Zum einen sind die schauspielerischen Leistungen und die Effekte nicht stark genug, um die Zuschauer voll und ganz mitzureißen. Es gibt solide Splatterszenen, aber nichts, was allzu starke Reaktionen hervorruft oder längere Zeit in Erinnerung bleibt.

Zum anderen stecken in der Handlung zu viele logische Fragwürdigkeiten und mangelhafte Erklärungen. So erscheint es schon recht absurd, dass das Tagebuch des vermissten Rucksacktouristen überhaupt bei ihm zu Hause angekommen ist und den Schnüffeleien der Journalisten Tür und Tor geöffnet hat. Auch ist es wenig realistisch, dass in diesem abgelegenen Dorf, in dem es keine einzige asphaltierte Straße gibt, so viel Wert auf Fremdsprachen gelegt wird, dass alle Kinder fließend Englisch sprechen und für die ungebetenen Besucher aus den USA dolmetschen können.

Fazit

"The Shrine" macht einen besseren Eindruck als zunächst erwartet, bleibt aber dennoch insgesamt nur ein B-Movie ohne große Highlights.

Maret Hosemann - myFanbase
20.06.2012

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