Bewertung: 5
Kevin Munroe

Dylan Dog: Dead of Night

"Kein Plan. Nur größere Waffen."

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Inhalt

Früher war Privatdetektiv Dylan Dog (Brandon Routh) der Vermittler zwischen den übernatürlichen Bewohnern von New Orleans, doch seit dem Mord an seiner Verlobten übernimmt er nur noch harmlose, rein menschliche Fälle. Dies ändert sich, als ihn die schöne Elizabeth (Anita Briem) um Hilfe bittet. Ihr Vater wurde von einem Werwolf getötet, offenbar wegen eines mysteriösen Artefakts, das seitdem verschwunden ist. Dylan beginnt seine alten Kontakte anzuzapfen und erkennt, dass man ihm einige Antworten verschweigt und ein verheerender Machtkampf droht. Er muss das Artefakt finden.

Kritik

Im Jahr 2006 durfte Brandon Routh in eines der bekanntesten Superheldenkostüme der Welt schlüpfen, in den eng anliegenden, blauen Anzug mit dem großen S auf der Brust. Die Rede ist natürlich von Superman und der Verfilmung "Superman Returns". Der ganz große Durchbruch ist Routh durch diese Rolle allerdings nicht gelungen. Knapp fünf Jahre später übernahm er wieder die Titelrolle in einer Comicverfilmung, diesmal in deutlich kleinerem Rahmen. In "Dylan Dog: Dead of Night", der filmischen Umsetzung eines italienischen Comics, spielt er einen Privatdetektiv, der auf das Übernatürliche spezialisiert ist.

Schon nach wenigen Minuten war mir klar, dass "Dylan Dog: Dead of Night" einer dieser Filme ist, deren Beurteilung man mit einem Satz wie "Kein schlechter Film, aber ..." beginnt. Kommen wir zunächst zu dem, was nach diesem Aber steht. Der Film ist gespickt mit Szenen, die extrem klischeehaft und platt wirken, zum Beispiel der Moment, in dem Dylan zu den Klängen von motivierender Aufbruchsmusik seine Tasche mit dem magischen Schnickschnack entstaubt und seine bunten Freizeithemden gegen ein obercooles Outfit tauscht, um wieder Bestandteil der magischen Welt zu werden, was für ihn 120 Sekunden zuvor natürlich noch undenkbar war. Auch Dylans Trauer um seine getötete Verlobte Cassandra wirkt stellenweise zu aufgesetzt und weckt keine Emotionen bei den Zuschauern, außer vielleicht Irritation darüber, dass Dylan partout nicht rafft, wer Cassandra wirklich getötet hat und warum, was für den Zuschauer mehr als offensichtlich ist. Die Anzahl an überraschenden Storyelementen, die der Zuschauer eben nicht schon im Vorfeld kommen sieht, hält sich deutlich in Grenzen.

Dass dem Film nicht unbedingt ein hohes Budget zur Verfügung stand, merkt man vor allem an den Werwölfen, die absolut albern aussehen. Nicht nur deshalb ist die Altersfeigabe ab 18 Jahren ein Witz. Es gibt keine brutalen oder freizügigen Szenen, die diese Beschränkung ernsthaft rechtfertigen würden.

Nun zu den Gründen, weshalb "Dylan Dog: Dead of Night" kein richtig schlechter Film ist. Zu nennen wären da in erster Linie die Zombies. Diese werden durchaus mit einer gelungenen Mischung aus Tragik und Humor dargestellt und bekommen anders als die Werwölfe und die Vampire eine originelle Note. Besonders die Idee mit dem Body-Shop, in dem sich die Zombies Ersatzteile für ihren Körper kaufen, hat was für sich. Auch die eine oder andere Actionszene im Laufe des Films ist recht ansehnlich.

Fazit

Insgesamt ist "Dylan Dog: Dead of Night" optisch und inhaltlich einfach zu billig, um zu überzeugen, aber ein gewisser Unterhaltungswert ist dennoch vorhanden.

Maret Hosemann - myFanbase
30.03.2012

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