Bewertung: 7
David Mackenzie

Perfect Sense

"Die Menschen brauchen nur Öl und Mehl. Öl und Mehl!"

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Inhalt

Michael (Ewan McGregor) ist Koch, liebt seinen Beruf und trifft sich oft mit Frauen, die er kein zweites Mal sieht. Susan (Eva Green) ist Epideminologin an einem Institut. Sie trifft sich zwar mit Männern, findet aber immer nur bei den Arschlöchern dieser Gattung halt. Ihre Wohnung und sein Arbeitsplatz liegen nah beeinander, wodurch die zwei sich kennen lernen. Zur selben Zeit muss sich Susan mit ihrem Vorgesetzten Samuel (Stephen Dillane) um seltsame Vorfälle kümmern, bei denen die Menschen zuerst emotional zusammenbrechen und anschließend ihren Geruchssinn verlieren. Alle Forschungsergebnisse führen ins Leere, aber eine globale Warnung möchten sie nicht ausstellen, bis zu dem Augenblick als alle Menschen auf der Welt davon betroffen sind. Nach weltweitem Entsetzen beginnt für alle wieder der Alltag. Die Menschen gehen zur Arbeit, gehen essen, verabreden sich. Michael und Susan kommen sich derweil immer näher.

Kritik

Ein jeder hat bestimmt schon mal mit dem Gedanken gespielt, wie es denn wäre, mit einem Sinn weniger klarzukommen oder welcher Sinn am wenigsten relevant wäre, wenn man vor der Entscheidung stehen müsste. Mackenzie und Aakeson gehen sogar einen Schritt weiter. Sie berauben den Menschen Stück für Stück all ihrer Sinne, bis am Ende nur noch eines übrig bleibt. Mit einer klaren Reihenfolge stellen sie die jeweilige Wichtigkeit sehr gut ins Szene, genauso wie das Verhalten der Menschen auf diesen eigentlich nicht vorstellbaren Zustand. Gleichzeitig steckt enorm viel Wahrheit in diesem Film. Beispielsweise wenn der Mensch seinen Geruchssinn verliert, er auch gleichzeitig eine hohe Anzahl an Erinnerungen verliert, die er in den Zusammenhang mit bestimmten Gerüchen stellt.

Diesem erdrückenden Endzeitszenario stellen sich zwei Hauptdarsteller, die zunächst nichts gemeinsam haben oder sich gar gut bedingen. Der Brite Ewan McGregor ("Beginners") als selbstverliebtes Arschloch läuft hier an der Seite von Eva Green ("Camelot") zur Höchstform auf. In vielen Szenen finden sich viele Stärken seines schauspielerischen Könnens wieder, welche in seinen letzten Produktionen gefehlt haben. Seine gespielte Romanze mit Eva Green erstreckt sich über die gesamte Bandbreite ihrer Verluste, wodurch sie sich immer wieder gegenseitig auffangen und sie letztlich dem Zuschauer doch als eine Einheit bieten. Den großen Höhepunkt zeigt McGregor in einem Wutausbruch, der nicht nur realistisch wirkt und klingt, sondern auch Gänsehaut bescheren kann, da er nicht nur beleidigend und verstörend ist, sondern auch eine Reaktion in Form eines entsetzten Gesichtes bei Green auslöst. Leider bietet Green über die gesamte Lauflänge keine Schlüsselszene, bei der der Zuschauer meinen könnte, sie am Ende in Erinnerung zu behalten. Sie wirkt eher wie eine austauschbare Protagonistin an der Seite eines Könners.

Abgesehen von dem bekannten Cast und dem guten Drehbuch bietet der Film noch einen durchschnittlichen Soundtrack und leider eine mehr als schlechte Kameraführung. Die Übelkeit im Kinosessel kann eventuell auftauchen, wenn McGregor auf seinem Fahrrad unterwegs ist. Hier machte es sich der Regisseur Mackenzie zu einfach, indem er auf das Fahrrad eine kleine Kamera aufhing und dadurch jede Unebenheit der Straße mit aufgefangen hat. Ein Glück, dass er dies bei der letzten Fahrt auf einer durch Pflastersteinen belegten Straße unterlassen hat.

Fazit

Eine schöne Endzeit-Romanze mit einem seit langer Zeit fehlendem innovativen Drehbuch, die sehr gut zur kalten Jahreszeit für warme Gefühle sorgen kann.

Ignat Kress - myFanbase
29.11.2011

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