Bewertung: 3
Shawn Levy

Real Steel - Stahlharte Gegner

"Du hast mich verkauft?! Für wie viel?" - "Fünfzigtausend." - "Ich will die Hälfte davon!" - "Tut mir Leid, das Geld ist schon weg. Ich hab mir dafür einen Robot gekauft."

Foto: Copyright: 2011 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© 2011 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Charlie Kenton (Hugh Jackman) war ein Profiboxer, bis er gezwungenermaßen diesem Beruf ein Ende setzen musste. 2014 wurden Roboter entwickelt, die diesen Platz eingenommen haben, um noch brutaler und mit deutlich mehr Show im Ring vorzugehen. Dieser Umstand machte es Kenton nicht leicht im Leben, wodurch er nun mit einem eigenen Roboter seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihm, denn bei einem eigentlich einfachen Kampf verliert er und kommt so in eine große Geldnot. Genau zu dieser Zeit stirbt seine ehemalige Freundin, mit welcher er einen Sohn hat. Im Rechtsstreit mit dessen Schwester um das Sorgerecht wittert er ein Geschäft und sahnt 50.000 Dollar ein.

Über den Sommer hinweg verbringt Max (Dakota Goyo) die Zeit bei seinem echten Vater, und die beiden lernen sich zum ersten Mal richtig kennen, da Charlie den Kontakt zu ihm direkt nach dessen Geburt abgebrochen hat. Max findet auf ihrer Tour einen Roboter, den er wäscht, erneuert, programmiert und bei Kämpfen unbesiegbar scheint. Dieser Umstand schweißt die beiden noch näher zusammen.

Kritik

Was haltet ihr von Boxfilmen? Hm, eigentlich doof. Und was von Roboterfilmen? Hm, eigentlich auch doof. Und wenn doof und doof zusammenwirken, ergibt das nicht doppeldoof, sondern rein nach dem mathematischen Aspekt zweier negativer Zahlen doch eigentlich nicht doof. Zum Glück ist die Mathematik nicht auf alles übertragbar und daher bleibt die zuerst genannte Vermutung doppeldoof im Raum stehen. Diese Feststellung ist eigentlich auch gar nicht verwunderlich, denn der offizielle Trailer zum Film bietet schon wenig Unterhaltungspotential, warum sollte es demnach der ganze Film tun?

Diesen schlecht unterhaltenden Kinder- oder Familienfilm verdanken wir dem Regisseur Shawn Levy, welcher eher durch Klamaukfilme wie "Date Night - Gangster für eine Nacht" als durch dramaturgische SciFi-Actionfilme bekannt geworden ist. In vielen Szenen wird einem bewusst, dass der Regisseur lieber eine Komödie aus diesem Film gemacht hätte, als den Versuch zu starten, hier einen ernsthaften und verblüffenden Film zu machen, wo es ein Auf und Ab der Gefühle gibt. Es bleibt eigentlich auch nur eine Frage an Touchstone zu stellen: wieso wurde nicht Christopher Nolan ("Inception") für diesen Film beauftragt? Er hätte sicherlich einen besseren, finsteren und schmaleren Grat gefunden, die Geschichte auf die Leinwand zu projizieren oder gar eine ganze Reihe! Anders gesagt, wenn ein Regisseur nicht die Fähigkeit für gewisse Genres aufweist, sollte dieser lieber gleich die Finger davon lassen. Stattdessen wird einem durch ein Übermaß an Werbeschaltungen vermittelt, dass es sich lohne, diesen Film anzuschauen und dabei noch gleich sieben Euro für die Eintrittskarte liegen zu lassen. Aber ich sage ganz klar: Dieser Film hat es nicht verdient, auch nur einen Euro zu bekommen.

Neben der mauen Geschichte und den platten Dialogen, insbesondere den scheinheilig tuenden philosophischen Sätzen, zeichnet sich der Film besonders durch überspitzte Charakterdarstellungen aus. Dem Zuschauer wird ein Vater vor die Nase gesetzt, ziemlich schlecht von Hugh Jackman ("X-Men Origins: Wolverine") gespielt, bei dem eigentlich nicht klar ist, ob er einfach nur dumm, naiv oder besessen ist. Gleichzeitig ist da ein Junge, der mit seinen elf Jahren dermaßen pragmatisch denkt, dass man meinen könnte, der Junge sei der Vater und umgekehrt. Daneben gibt es natürlich noch den bösen Russen, verpackt im Körper einer schönen Russin (Olga Fonda), den Schwarzen, der sein Leben durch Wetten finanziert (Anthony Mackie) und den informationstechnisch begabten Chinesen (Karl Yune). Es hätte dem Film womöglich gut getan, wenn die Rollen einmal komplett verändert, und stupide stereotypische Merkmale verbannt worden wären.

Ein leichtes Aufatmen gibt es dann doch noch. Die am Anfang genannten "doofen" Boxkämpfe bieten ein gewisses Maß an Spannung, auch wenn diese stark begrenzt ist. Das hilft dem Film trotzdem nicht, denn es handelt sich hier um einen Film mit Überlänge. Ganze 130 Minuten muss man ertragen, wenn man was von seinem Geld haben möchte. Diese 130 Minuten können derweil ziemlich lange ausfallen.

Fazit

Die bittere Erkenntnis kommt immer dann, wenn es zu spät ist, und Produktionsfirmen lernen nie aus. "Real Steel" spricht womöglich noch eine gewisse Gruppe von Kindern unterhalb der 13 Jahre an, aber das war es dann auch schon. Es sollte tunlichst vermieden werden, diesem Film noch weitere Aufmerksamkeit zu gewähren.

Ignat Kress - myFanbase
18.10.2011

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