Bewertung: 6
Gary McKendry

Killer Elite

"Das Leben ist wie Honig, was man von einem Dornenast leckt."

Foto: Copyright: 2011 Concorde Filmverleih GmbH
© 2011 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

1980 führte Danny (Jason Statham) seinen letzten Job als Special Agent durch. Bei diesem wurde ein unschuldiges Kind mit einbezogen. Aus diesem Grund zog es ihn ins ländliche Australien, um von all den Geschehnissen Abstand nehmen zu können. Dort verliebt er sich in seine Nachbarin Anne (Yvonne Strahovski), die von seiner Vergangenheit anfänglich nichts weiß.

Danny wird aber gezwungen, wieder als Auftragsmörder zu fungieren, da sein bester Freund und Kollege Hunter (Robert De Niro) gefangen gehalten wird. Der Kidnapper ist ein Scheich, der Rache für die Ermordung von drei seiner Söhne fordert. Danny soll drei ehemalige SAS-Kämpfer töten und von ihnen ein Geständnis einfordern. Bei diesem perfiden Plan gibt es aber zwei Probleme. Das erste Problem besteht darin, dass ein SAS-Kämpfer noch härter ist als ein Navy-Seal und das zweite Problem ist Spike (Clive Owen), ein ehemaliger SASler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Danny und seine Truppe, bestehend aus Davies (Dominic Purcell) und Meier (Aden Young), aufzuhalten.

Kritik

Schon wieder ein Film, der auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Als ob es davon nicht schon genug gäbe. Erst letztens erschien ein Film nach einer anscheinend wahren Begebenheit - die Rede ist von "Eine offene Rechnung". Aber auch in der Vergangenheit sind viele anzufinden, angeführt von Filmen wie "Lord of War" oder "The Social Network". Dem Zuschauer wird dadurch aber nur etwas weisgemacht, um eine Identifikation zwischen Real und Irreal gestalten zu können. Es geht um eine höhere Sensibilität für ein Thema und um die Erschaffung eines Konnexes zwischen Schauspieler und Zuschauer. Ehrlich gesagt wäre die Hemmschwelle, über ein kritisches Thema zu reden, wohl niedriger, wenn es nicht realen Tatsachen entsprechen würde. Umso stärker ist dann aber das Verlangen danach, etwas gutes ohne viel Spekulation zu sehen. Also eine wirkliche Auseinandersetzung und Ausarbeitung seitens der kreativen Köpfe eines Filmes. Das sollten für gewöhnlich Autoren und Regisseure sein.

Für eine wahre Geschichte bedarf es immer eines Beleges, und diesen finden sie in Ranulph Fiennes' 1992 erschienenen Buch "The Feathermen", wo er seine Erlebnisse beim SAS großartig schildert. Nur ein Beleg reicht für gewöhnlich nicht aus, um eine Wahrheit so zu berichten, wie sie wirklich geschah, und so begnügen sich Matt Sherring und Gary McKendry damit, dass es den SAS gab und gibt, und dass Operationen mit fragwürdigen Resultaten vorhanden waren. Für ihre Interpretation schlagen sie einen Großteil über Bord und machen ihr eigenes Ding, indem sie den aktuellen Stern am Himmel aller Actionfans auffahren. Statham ("The Mechanic") wird von Regisseur McKendry mit diesem Film aber nicht gefordert. Eher darf er seine typische Miene aufsetzen und dabei bloß nicht zu viel lachen, wenngleich der Film auch nicht viel zum lachen bietet, außer einigen Dialogen wie "Magst du einen Lutscher?" - "In Erdbeere oder fick dich". Was Statham an der Mimik fehlt, darf er schlicht und ergreifend durch die Gestik wieder wett machen, denn zum gemütlichen Stehen bleibt ihm wenig Zeit.

Zum Ende des Filmes geschehen einige Malheurs, die in aller erster Linie nicht an den Schauspielern liegen, sondern am Regisseur, der es doch tatsächlich schafft, in einem Film gleich vier finale Szenen einzubauen. Immer wenn man denkt, jetzt kommt nichts mehr, kommt doch noch etwas, und das, was kommt, ist nicht unbedingt positiv aufzugreifen. An Stathams Seite gibt es erneut einen Mentor, einen alten Haudegen, der ihm alles beigebracht hat. Dieser wird sehr gut von Altstar Robert De Niro ("Ohne Limit") dargestellt und immer in den richtigen Momenten auf die Leinwand gebracht. Der gemeinsame Feind wird durch Clive Owen ("The International") verkörpert, welcher schon in einigen Filmen bewiesen hat, dass das Actiongenre ihn mit all seinen Facetten anspricht. Auch dieses Mal, obwohl "Killer Elite" ein auf die minimal grundlegenden Dinge eines Actionfilmes ausgelegt ist. Wenig Explosionen, kaum rasante Autofahrten, dafür viele Nahkämpfe und ein Spannung schaffendes Drehbuch.

Fazit

Wie es früher schon bei Sylvester Stallone oder Jean-Claude Van Damme hieß, so heißt es auch bei Statham: Wo sein Name steht, da steckt er auch drin. "Killer Elite" bietet keine Kritik an den Federmännern und setzt sich auch sonst in keinem Punkt damit auseinander. Der Film bietet vielmehr zwei Stunden mittelprächtige Unterhaltung und einige wenige Szenen, wo selbst Hartgesottene kurz wegschauen müssen.

Ignat Kress - myFanbase
11.10.2011

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