Bewertung: 8
Hugh Wilson

Eve und der letzte Gentleman

Oder: Wie Adam nach 35 Jahren entdeckte, dass es noch eine Welt über seinem Wohnzimmer gibt.

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Inhalt

Während der Kubakrise baut Wissenschaftler Calvin Webber (Christopher Walken) für seine schwangere Frau Helen (Sissy Spacek) einen unterirdischen Bunker, welcher sie durch ein Zeitschloss 35 Jahre lang von der Außenwelt abschottet. So wird Adam (Brendan Fraser) in dem Bunker geboren und wächst unter besten Manieren isoliert auf, ohne jemals mit anderen Personen bis auf seine Eltern in Kontakt getreten zu sein. Als sich das Zeitschloss öffnet und es Adams größter Wunsch ist, die andere Welt kennenzulernen, darf er neue Vorräte besorgen gehen. Dann trifft er auf Eve (Alicia Silverstone), die schon oft von Männern enttäuscht wurde, aber in Adam einen wahren Gentleman sieht. Doch Adam muss erst mal seine Eindrücke verarbeiten und die neue Welt kennenlernen.

Kritik

Ein Mann, der aus einer Zeitkapsel kommt und keine Ahnung hat, wie man sich in der normalen Außenwelt benimmt? Die Idee scheint kreativ, interessant und vielversprechend zu sein und wenn Brendan Fraser diesen Gentleman verkörpert und zusammen mit Regisseur Hugh Wilson arbeitet, welcher schon gute Arbeit mit "Der Club der Teufelinnen" geleistet hat, ist anzunehmen, dass die Komödie schon beinahe perfekt ist.

Der erste Blick trügt ja bekanntlich, doch hier bestätigt sich die Annahme. Angefangen mit der tollen Umsetzung des Drehbuchs. Adam Webbers Situation ist einzigartig, denn er hat keinen blassen Schimmer, wie man sich gegenüber anderen verhält. Das sorgt natürlich für eine geballte Ladung an lustigen Szenen, die allesamt amüsant sind. Es macht Spaß, Adams Verhalten zu beobachten und wie er, ohne Absicht, Eves Zuneigung gewinnt. Seine ehrliche und hilflose Art macht ihm zum Publikumsliebling und er gewinnt nicht nur Eves Herz, sondern auch das der Zuschauer. Außerdem ist die Liebesgeschichte zwischen Adam und Eve überzeugend und richtig herzerwärmend. Brendan Fraser und Alicia Silverstone geben ihr Bestes und bringen ihre Emotionen mehr als glaubhaft rüber. Vor allem nimmt man Brendan Fraser seine Rolle hundertprozentig ab. Die Chemie stimmt und die Tiefe der Charaktere ebenfalls. Dazu muss man sagen, dass man sich zum Glück keinerlei Klischees oder Kitsch bedient, was vor allem Adam zu verdanken ist, der dank dem Drehbuch ein wahrer Gentleman ist und keine flauen Anmachsprüche oder Dates plant. Er ist und bleibt natürlich und das überträgt sich auf den gesamten Film. An dieser Stelle ein großes Lob an die Drehbuchautoren, die beweisen, dass es noch klischeefreie Charaktere geben kann.

Die Story scheint wiederum etwas eigenartig zu sein, aber auch hier punktet "Eve und der letzte Gentleman", denn der Bunker, in dem die Familie Webber sich von dem Rest der Welt abschottet, sieht erstens realistisch aus und zweitens geben auch Adams Eltern Christopher Walken und Sissy Spacek ein äußerst realistisches Bild ab und tun so, als ob es ganz das Normalste auf der Welt sei, sich in einen Bunker einzuschließen, um so der Kubakrise zu entgehen. Man legt den Fokus auf Adam und seine Erlebnisse sowie seine Begegnung mit Eve und allen sonderbaren Fettnäpfchen, in die er herrlicherweise hineintritt, und die Rechnung geht auf. Deshalb passiert vom Handlungsverlauf her nicht viel, was nicht heißt, dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird. Die Handlung bleibt undurchsichtig bis zum Schluss und sogar dieser kann, wie der gesamte Film, jedem einen Lacher mehr abgewinnen.

Fazit

"Eve und der letzte Gentleman" ist ein Pflichtfilm für jeden Fan von romantischen Komödien und schon allein wegen dem grandiosen Brendan Fraser absolut sehenswert.

Tanya Sarikaya - myFanbase
14.04.2011

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