Bewertung: 7
Breck Eisner

Crazies, The

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Inhalt

In der Kleinstadt Ogden Marsh verhalten sich immer mehr Menschen unbegreiflich gewalttätig. Sheriff David Dutten (Timothy Olyphant) ahnt, dass dies mit einem mysteriösen Flugzeugabsturz zusammenhängt, der Einfluss auf die Wasserversorgung des Ortes hat. Doch bevor er mehr herausfinden kann, fällt das Militär in Ogden Marsh ein und treibt die Bevölkerung zusammen. David, seine Frau Judy (Radha Mitchell), sein Deputy Russell (Joe Anderson) und Judys junge Sprechstundenhilfe Becca (Danielle Panabaker) versuchen zu fliehen und müssen sich sowohl gegen die rigoros vorgehenden Soldaten als auch gegen die infizierten Einwohner zur Wehr setzen.

Kritik

Der schlechte Ruf, den Remakes unter vielen Filmfans genießen, ist leider oft, aber glücklicherweise nicht immer gerechtfertigt. Im Fall von "The Crazies" beispielsweise kann man tatsächlich von einem guten Remake sprechen. Dass George A. Romero, der Regisseur des Originals aus dem Jahr 1973, an der Neuauflage als ausführender Produzent beteiligt war, hat dabei sicher nicht geschadet.

"The Crazies" ist eine etwas andere Art von Zombiefilm. Hier besitzen die Untoten noch alle menschlichen Fähigkeiten wie Sprechen, Feinmotorik und Erinnerungsvermögen, doch ihre Persönlichkeit ist ausschließlich von Brutalität, Skrupellosigkeit und Wahnsinn geprägt. Das mysteriöse Virus, das durch einen Flugzeugabsturz in den Ort Ogden Marsh gelangt ist, bewirkt, dass sich unbescholtene Bürger in mitleidlose Killer verwandeln, die sogar ihre engsten Angehörigen töten. Die Gefahr, die von diesen Infizierten ausgeht, ist aber nur eine Seite der Medaille. Die zweite Bedrohung ist das US-Militär, das mit menschenverachtender Härte gegen die Dorfbewohner vorgeht, um eine landesweite Pandemie zu verhindern. Nicht zufällig erinnern einige Szenen, in denen die Einwohner der Kleinstadt eingepfercht oder getötet werden, an den Holocaust. In diesem Horrorfilm steckt somit eine ordentliche Portion Sozialkritik, die durch einige erschreckende, aber nie zu überspitzte Bilder vermittelt wird.

In seiner Gesamtheit betrachtet, lässt sich "The Crazies" sicherlich nicht als überdurchschnittlich bezeichnen, weder in Bezug auf Originalität noch auf Spannung. Es finden sich in diesem Film viele altbekannte Motive, die wohlverdiente Plätze auf der Liste der 100 größten Filmklischees einnehmen. So haben wir wie immer einen tapferen Helden, der unter keinen Umständen aufgibt, auch wenn er letztlich nicht verhindern kann, dass seine kleine Gruppe nach und nach dezimiert wird. Auch auf ein beliebtes Szenario wie den Heldentod muss der Zuschauer nicht verzichten. Die große Anzahl an überzeugenden Einzelmomenten gleicht die Schwächen in der Handlung jedoch weitestgehend wieder aus. "The Crazies" bietet mehrere sehenswerte Schockszenen und überzeugende Eindrücke, die dem Zuschauer etwas länger im Gedächtnis bleiben als nur bis zum Grund des Popcorn-Eimers.

Fazit

Mit "The Crazies" ist dem Regisseur Breck Eisner ein sehenswertes Remake gelungen, das trotz einer eher klischeehaften Handlung einige starke Momente aufzuweisen hat.

Maret Hosemann - myFanbase
27.12.2010

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