Bewertung: 3
Howard Michael Gould

Mein Vater, seine Frauen und ich

Die sechs Frauen des Henry Lefay.

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Inhalt

Lebemann Henry Lefay (Tim Allen) kommt bei einem Unfall ums Leben und hinterlässt ein halbes Dutzend trauernder Ex-Frauen, die sich sogleich um Henrys Leichnam und die Frage, wie dieser bestattet werden soll, streiten. Henrys einziges Kind, seine Tochter Barbie (Elisha Cuthbert), versucht Ordnung in das Chaos zu bringen und muss sich zudem der Frage stellen, ob sie angesichts des Lebens ihres Vaters selbst jemals heiraten will. Ihr Freund Lloyd (Eric Christian Olsen) hat sie schon mehr als einmal gefragt, doch da ist auch noch ihre Jugendliebe Stevie (Chris Klein).

Kritik

Während der deutsche Titel "Mein Vater, seine Frauen und ich" sehr offensichtlich von der Erfolgskomödie "Meine Braut, ihr Vater und ich" inspiriert ist, spielt der Originaltitel "The Six Wives of Henry Lefay" auf die populäre Bezeichnung "The Six Wives of Henry VIII" an, die häufig für Dokumentationen und Bücher über den englischen König Henry VIII verwendet wird. Dieser hatte tatsächlich insgesamt sechs Ehefrauen. Auf den Filmcharakter Henry Lefay trifft dies nicht ganz zu, denn mit einer Frau war er nur verlobt (mit einer anderen dafür zweimal verheiratet), aber wir wollen ja nicht so kleinlich sein.

Bis auf ein paar wenige Szenen, die halbwegs witzig daherkommen, funktioniert der durchaus namhaft besetzte Film leider nicht. Dies hängt einerseits mit den Charakteren zusammen. Henry Lefay, der uns durch eine längere Rückblende näher gebracht wird, kommt überwiegend unsympathisch und oberflächlich rüber. Er leistet sich einfach nur eine Eskapade nach der anderen und strahlt einen übertriebenen Mangel an Verantwortungsbewusstsein und Treue aus, der mit Bad-Boy-Charme nur noch sehr wenig zu tun hat. So bleibt es auch ein gewaltiges Rätsel, was die Frauen eigentlich an ihm finden und wie er es schafft, in einer Kleinstadt, die seiner Tochter nicht genügend berufliche Perspektiven bot, ständig neue Partnerinnen zu finden.

Die von Elisha Cuthbert gespielte Tochter Barbie ist auch ein eher widersprüchlicher Charakter. Gegen Ende des Films wird sie mit dem Vorwurf konfrontiert, selbstsüchtig gehandelt zu haben, als sie mit aller Macht versuchte, die Beerdigung ihres Vaters würdevoll über die Bühne zu bringen. Wenn man als Zuschauer diesen Eindruck gewinnen sollte, ist das gründlich misslungen. Sie hat versucht, Ordnung ins Chaos zu bringen und wäre sie nicht gewesen, wären mindestens zwei der Ex-Frauen ihres Vaters im Laufe des Films ins Gefängnis gewandert. Sicher, das Chaos passte zu ihrem Vater und wurde seinem Leben gerecht, aber es deshalb stillschweigend ausarten zu lassen, bis hin zu gerichtlichen Folgen, wäre doch wohl kaum besser gewesen.

Man könnte als Zuschauer am Ende des Films leicht den Eindruck gewinnen, das ganze Werk nicht so verstanden zu haben, wie es von Regisseur und Drehbuchautor Howard Michael Gould gemeint ist. Das liegt letztlich wohl einfach daran, dass die richtige Mischung aus Drama und Komödie nicht gelungen ist. Irgendwann kommt ein ziemlicher heftiger Bruch, der dazu führt, dass noch einmal ordentlich viel Drama in die letzten 20 Minuten gepackt wird, einschließlich Barbies eigenen Beziehungsproblemen, die unnötig hochgekocht werden.

Fazit

Insgesamt erreicht "Mein Vater, seine Frauen und ich" nicht mehr als durchschnittliches Fernsehfilm-Niveau.

Maret Hosemann - myFanbase
09.11.2010

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