Bewertung: 3
Dwight H. Little

Tekken

Willkommen beim Iron Fist Tournament!

Foto: Copyright: Splendid Film GmbH
© Splendid Film GmbH

Inhalt

Im Jahr 2039 wird die Welt nicht mehr von Regierungen geführt, sondern von einer Handvoll Großkonzernen, die jeweils ihre eigene Stadt haben. Eine davon ist Tekken, geleitet von Heihachi Mishima (Cary-Hiroyuki Tagawa). Jedes Jahr entsenden die Großkonzerne ihre besten Kämpfer, die sich in einem Turnier, dem Iron Fist Tournament, miteinander messen. Durch den knallharten Bryan Fury (Gary Daniels) trug Tekken zuletzt stets den Sieg davon. Zur Überraschung aller schafft mit Jin (Jon Foo) nun erstmals ein mitteloser Amateurkämpfer aus den Slums den Sprung in das Turnier. Doch Jin geht es nicht um den Sieg, sondern um Rache an den Mördern seiner Mutter Jun (Tamlyn Tomita). Heihachis machtbesessenem Sohn Kazuya (Ian Anthony Dale) ist der rebellische Jin auch sofort ein Dorn im Auge.

Kritik

Jeder, der im Besitz einer Playstation ist, hat vermutlich schon einmal von "Tekken" gehört, der erfolgreichen Beat'em-up-Spielereihe, die seit 1994 weltweit Millionen von Zockern begeistert. So hat sich Hollywood schließlich wenig überraschend an eine Verfilmung gewagt, die, noch weniger überraschend, misslungen ist.

Schon frühere Realverfilmungen von Beat'em-up-Spiele wie "Street Fighter" und "Mortal Kombat" waren Rohrkrepierer, die niemand gebraucht hätte. Es drängt sich der Verdacht auf, dass dieses Videospielgenre prinzipiell für filmische Umsetzungen ungeeignet ist. "Beat'em-up" heißt schließlich nichts anderes als "Schlag sie zusammen", womit ohne jede Subtilität ausgedrückt wird, wo bei diesen Games die Prioritäten liegen und wo nicht. Die Hintergrundstorys bilden immer nur den schrulligen Rahmen, welchen viele Zocker ohnehin komplett ausblenden, denn was zählt ist allein die Prügelaction. Die "Tekken"-Reihe stellt in dieser Hinsicht wahrlich keine Ausnahme dar. Das Spielen macht großen Spaß, doch die Videosequenzen mit der so genannten Handlung sind teilweise einfach nur albern.

Alan B. McElroy, der Drehbuchautor dieser Verfilmung, hat eine Reihe von Elementen aus der Hintergrundstory der "Tekken"-Spiele genommen und zu einer eigenen Geschichte verquirlt, die aber ebenso wenig Tiefe besitzt wie die Handlung der Games. Der Film bietet kein Drama, keine Spannung und keine Originalität. Die Charaktere agieren ungeheuer klischeehaft und wirken daher kaum lebendiger als ihre programmierten Pendants aus der Konsole. So droht dem Haupthelden Jin immer wieder die brutale Niederlage, bis ihm - blutend am Boden liegend - Erinnerungen an seine Mutter überkommen, die ihm zur triumphalen Wiederauferstehung verhelfen. Das wäre schon einfallslos, wenn es nur einmal passieren würde, doch es geschieht bei jedem seiner Kämpfe.

Apropos Kämpfe. So wie die "Tekken"-Spiele von der tollen Kampfaction leben, hätte auch der Film durch atemberaubende Kampfszenen einige Schwächen ausgleichen können, doch auch dies gelingt nicht. Die verschiedenen Kampfstile der Figuren kommen in der Verfilmung so gut wie gar nicht rüber. Die Techniken der einzelnen Kämpfer gleichen sich hier nicht nur viel zu sehr, sie sind auch noch unspektakulär. So wird beim Zuschauer nie wirklich das Gefühl geweckt, es mit besonderen Kämpfern in einem Turnier von großem politischen und gesellschaftlichen Ausmaß zu tun zu haben. Das ganze Turnier wird ohne klare Linie dargestellt, so dass wir einige Charaktere gar nicht kämpfen sehen und nicht erfahren, wie sie eigentlich ausgeschieden oder weitergekommen sind. Den Kulissen und Kostümen sieht man leider oft auch allzu sehr an, dass dem Film kein großes Budget zur Verfügung stand.

Fazit

Der nächste Rohrkrepierer in Sachen Videospielverfilmungen. Das Abschlussurteil lautet: Lieber "Tekken" spielen als "Tekken" ansehen.

Maret Hosemann - myFanbase
14.09.2010

Diskussion zu diesem Film