Bewertung: 8
James Watkins

Eden Lake

Urlaub mit tödlicher Aussicht.

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Inhalt

Das junge Paar Jenny (Kelly Reilly) und Steve (Michael Fassbender) verbringt das Wochenende in der Wildnis an einem malerischen See, dem Eden Lake. Die Idylle wird jedoch durch mehrere Jugendliche zerstört, die Jenny und Steve durch laute Musik, Beschimpfungen und Diebstähle provozieren. Bald schon eskaliert die Situation und die Jugendlichen beginnen eine brutale Hetzjagd auf das Paar.

Kritik

Horrorfilme, in denen übernatürliche Kreaturen oder grotesk maskierte Serienkiller ihre Opfer jagen, foltern und töten, können schon sehr heftig sein, doch wenn es sich bei den Tätern um einfache Jugendliche handelt, wie sie jeder von uns im alltäglichen Leben sieht, ist dies noch wieder eine andere Form des Schreckens. Eine realistische Form. So gerne man auch leugnen würde, dass ein Szenario wie in "Eden Lake" möglich ist, belehrt uns der Blick in die Medien doch viel zu oft eines Besseren. Natürlich überspannt das Drehbuch an einigen Stellen ein wenig, verliert dadurch aber kaum an Schockkraft.

Die beiden Hauptprotagonisten Jenny und Steve sind zwei ganz normale Erwachsene aus der Mittelschicht. Sie wollen ein nettes Camping-Wochenende verbringen und geraten mit der Dorfjugend aneinander, die das Gebiet normalerweise für sich hat. In eine solche Situation kann jeder von uns geraten und wie die meisten Menschen wissen Jenny und Steve nicht, wie sie reagieren sollen. Sie schwanken zwischen dem Versuch der Deeskalation und dem Willen, sich nichts gefallen zu lassen. Von außen oder im Nachhinein betrachtet ist es natürlich immer einfach, belehrend den Zeigefinger zu heben und über die richtige Vorgehensweise zu dozieren, doch aus der Situation heraus ist das Verhalten von Jenny und Steve absolut glaubhaft. Beim Kauf einer Campingausrüstung gibt es nun einmal keine psychologische Schulung gratis dazu.

Die Jugendlichen, mehrere Jungs und ein Mädchen, sind der klassische Fall von perspektivlosen Kids, die zu viel Zeit haben und zu wenig Aufsicht und Fürsorge genießen. Sie lungern den ganzen Tag herum, trinken, nehmen Drogen und stacheln sich gegenseitig an. Ihr Anführer ist ein sehr zorniger Junge namens Brett (Jack O'Connell), der das, was er an physischer und psychischer Gewalt durch seinen Vater erfährt, an seine Umwelt weitergibt. Er setzt seine Freunde unter Druck und schafft ein Klima der Aggression und des Gruppenzwangs. Auch das ist realitätsnah und wird vermittelt, ohne entschuldigt zu werden. Die Taten, die Brett begeht und zu denen er seine Freunde anstiftet, sind grauenerregend und zeugen von einem erschreckenden Mangel an emotionaler Intelligenz. Als Zuschauer wünscht man sich ein Ende, von dem man genau weiß, dass es nicht kommen wird.

Die Schauspieler können dabei durchweg überzeugen. Vor allem die jungen Darsteller wirken sehr authentisch und kommen nie gestellt oder zurechtgemacht rüber. Sie sind keine Schönlinge oder wirken optisch besonders diabolisch, sondern sind gewöhnlich aussehende Kids, wie man sie überall findet.

Fazit

Wer sich vor realistischem Horror nicht fürchtet, sollte sich auf "Eden Lake" einlassen. Die Lust auf Camping vergeht einem mindestens.

Maret Hosemann - myFanbase
22.08.2010

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