Bewertung
Richard Donner

Tag des Falken, Der

"Ich hab was gesehen, das hab' ich nicht gesehen. Ich glaube nicht, was ich glaube, lieber Gott. Das sind magische, unerklärliche Vorgänge und ich flehe dich an, zieh mich da bloß nicht mit hinein."

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Frankreich, im 13. Jahrhundert: Dem Gauner Philippe "Die Maus" Gaston (Matthew Broderick) gelingt als erstem die Flucht aus dem berüchtigten Gefängnis der Stadt Aquila. Um den Glauben des Volkes an die vermeintliche Ausbruchssicherheit zu bewahren, lässt der kaltherzige Bischof von Aquila (John Wood) seinen Handlager, den Gardecapitain Marquet (Ken Hutchison), und dessen Soldaten Jagd auf Philippe machen. Tatsächlich gelingt es ihnen alsbald den Entflohenen aufzuspüren. Jedoch in dem Moment, wo Philippes Leben verloren scheint, kommt ihm der geheimnisvolle Etienne Navarre (Rutger Hauer) zur Hilfe.

Aber wer ist dieser Mann, der mit einem Falken reist? Was hat es mit der schönen Isabeau (Michelle Pfeiffer) auf sich, die Philippe in der ersten Nacht nach seiner Begegnung mit Navarre trifft? Und wieso begegnet sie einem schwarzen Wolf ohne Furcht?

Kritik

Der Plot fällt simpel aus, die Figuren lassen sich ausnahmslos alle ohne weitere Abstufungen in die Kategorien "gut" oder "böse" einteilen und der 80er Jahre Soundtrack reizt zu lautem Lachen. Jetzt wird manch einer irritiert die Stirn runzeln, noch einmal die Augen in Richtung Bewertung schweifen lassen und sich darüber wundern, wie die Acht denn nun zustande kommt.

Ganz einfach: "Der Tag des Falken" versucht gar nicht erst, (pseudo-)tiefgründig zu sein, sondern markiert von Anfang an sein Ziel, den Zuschauer so gut zu unterhalten, wie es nur eben geht. Genau das gelingt dem Film auch - man kann es nicht anders sagen - nahezu perfekt. Das so vergnügliche wie spannende Fantasyabenteuer besitzt eine große Portion Charme, spielt vor einer wunderbaren Naturkulisse (gedreht wurde in Italien) und ist zudem auch noch unverschämt romantisch. Ein Film, den man sich immer wieder gern anschaut.

Im Vergleich zu dem, was das Kino heute im Bereich der Tricktechnik zu bieten hat, fallen die Special Effects auf den ersten Blick wirklich sehr schlicht aus. Auf den zweiten Blick aber entpuppen sie sich als unerwartet clever. Hier wurde mit einfachen Mitteln eine schöne Wirkung erzielt, der wohl niemand die Seelenlosigkeit vorwerfen kann, die so machen filmischen Trickspektakeln zur Kritik gemacht wurde. In den Kategorien Bester Ton und Beste Toneffekte erlangte "Der Tag des Falken" gar die Würdigung einer Oscarnominierung.

Keinem der Schauspieler wird eine besonders anspruchsvolle Darstellung abverlangt. Was aber tatsächlich von ihnen erwartet wird, sind bestimmte Eigenschaften, die untrennbar mit der Glaubwürdigkeit ihre Leistungen verbunden sind - und sie besitzen jene Eigenschaften. Matthew Broderick das erforderliche komödiantische Talent, Michelle Pfeiffer die richtige Mischung aus Sanftheit und Stärke, Rutger Hauer das notwendige Charisma. Auch die Aufgabe, verschiedene Emotionen gekonnt rüberzubringen, gelingt ihnen mühelos. Aber eigentlich ist das bei dieser Besetzung auch keine große Überraschung.

Auf der Seite der Guten darf der 2002 im Alter von 82 Jahren verstorbene Leo McKern als trinkfreudiger Mönch beweisen, dass er schön schrullig spielen konnte, während Ken Hutchison die Rolle des Bösewichts sichtlich genießt, was sich auch über den in einer kleineren Rolle auftretenden Alfred Molina sagen lässt. John Wood setzt als Oberschurke auf bedrohlich-ruhige Tönen und überzeugt wie der restliche Cast.

Fazit

Trotz schlichter Story und wirklich grauenhaftem Soundtrack: Wenn ein Film mit dermaßen viel Herz und Charme sowie solch sympathischen Helden aufwartet, kann man gar nichts anders als ihm die zweithöchste Bewertung zu geben. Das schön romantische Fantasyabenteuer bietet Unterhaltung pur und ist damit perfekt geeignet für einen ungemütlichen, kalten Herbst- oder Winternachmittag.

Maren Langos - myFanbase
04.11.2009

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