Bewertung: 8
Ryûhei Kitamura

Midnight Meat Train

I've got a train to catch.

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Inhalt

Leon Kauffman (Bradley Cooper), künstlerisch ambitionierter Berufsfotograf, will um jeden Preis das Nachtleben auf den Strassen von New York festhalten, nicht zuletzt um in einen elitären Kreis einer bekannten Galeristin aufgenommen zu werden. Besessen von seiner Idee, durchstreift er Nacht für Nacht die Strassen der Großstadt auf der Suche nach dem perfekten morbiden Motiv. Auf seiner scheinbar endlosen Suche gerät er an einen wahnsinnigen Serienmörder, der Fahrgäste in der U-Bahn brutal und stets nach dem gleichen Schema abschlachtet, bevor der Zug mit den Leichen in der Dunkelheit des U-Bahn-Tunnels scheinbar im Nirgendwo verschwindet. Fasziniert und neugierig zugleich heftet er sich an die Fersen des Schlächters. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt, das Leon immer weiter in düstere Ecken treibt, bis es kein zurück mehr gibt...

Kritik

In der Sparte Horrorfilm ist die Qualität die letzten Jahre extrem gesunken. Billige Ramschfilme gibt es im Überfluss. Entweder sind die Streifen unfreiwillig komisch und nicht selten genug läuft alles nach dem gleichen Schema ab attraktive Teenies oder Erwachsene werden von einem Psychopathen gejagt, schön der Reihe nach ausgeschaltet bis der finale Zweikampf erfolgt oder es folgt das bekannte Versteckspiel in einem alten abgelegenen Haus (Quizfrage: Hinter welcher Türe befindet sich das Grauen?). Hinzu kommen die unsäglich langweiligen Neuauflagen und Fortsetzungen.

Nun gut, wer sich das Cover ansieht und den Inhalt von "Midnight Meat Train" studiert, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter ein überraschend guter Horrorfilm verbirgt oder er wird eher auf einen mittelmäßigen zweitklassigen Horrorstreifen schliessen, zumal sich mit Kitamura ein wenig bekannter Regisseur für die Umsetzung von Clive Barkers Kurzgeschichte "Der Mitternachts-Fleischzug" verantwortlich zeigt. Doch aufgepasst: Die Verpackung lässt selten auf die Qualität eines Filmes schliessen. Ebensowenig die Liste der mitwirkenden Schauspieler.

Düstere Bilder, passende Musik und überraschende Handlungsstränge machen den Film zu einem wahren Genuss für Horrorfans der alten Schule. Teilweise hält die Kamera auch dann noch drauf, wenn bei anderen Filmen längst der Schnitt erfolgte. Das Mainstreampublikum wird davon sicher abgeschreckt sein, aber Genreliebhaber werden begeistert sein. Hinzu kommt, dass die Schauspieler Extraklasse sind. Bradley Cooper und Vinnie Jones sind gerade zu prädestiniert für die Hauptrollen.

Ein Minuspunkt gibt es für die "Schlächterszene" im Zug, die mit Computertechnik teilweise etwas zu stark und augenscheinlich aufgepeppt wurde. Da hätte man deutlich mehr draus machen können. Auch die Tatsache, dass man die Kurzgeschichte etwas zu sehr in die Länge gezogen hat, bringt dem Film einen Minuspunkt ein, doch am Ende überwiegen deutlich die Pluspunkte.

Fazit

Ein unterhaltsamer Horrorschocker, der durchaus ein gewisses Kultpotential besitzt und für schaurig schöne Momente sorgt. Der ist Film ist für mich eine Wohltat nach den zuletzt vielen öden Filmen der gleichen Sparte! Daumen hoch.

Simon B. - myFanbase
30.07.2009

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