Bewertung: 5
Oliver Blackburn

Donkey Punch

Auf blutiger See.

Foto: Copyright: 2009 Universum Film GmbH
© 2009 Universum Film GmbH

Inhalt

Im Urlaub auf Mallorca lernen die jungen Engländerinnen Lisa (Sian Breckin), Tammi (Nichola Burley) und Kim (Jaime Winstone) vier männliche Landsleute kennen und unternehmen mit diesen einen Ausflug auf einer Yacht. Nach dem reichlichen Konsum von Drogen lassen sie sich zu der Sexualpraktik des Donkey Punch hinreißen, die für Lisa tödlich endet. Die Männer wollen die Sache vertuschen und die Leiche verschwinden lassen, während Tammi und Kim Gerechtigkeit für ihre Freundin fordern. Mitten auf hoher See entwickelt sich ein blutiger Psychokrieg zwischen den jungen Engländern, der noch weitere Todesopfer fordert.

Kritik

Was zum Teufel ist ein "Donkey Punch"? Kurz vor dem Orgasmus schlägt der Mann seiner Gespielin ins Genick, um eine Anspannung der Muskeln und damit eine Intensivierung des Höhepunktes zu erzwingen... an dieser Stelle bitte zweimal blinzeln, wer glaubt, dass diese Technik tatsächlich praktiziert wird, und einmal die Augen weit aufreißen, wer es für Schwachsinn hält.

Der "Donkey Punch" ist eine urbane Legende. Ein Schlag ins Genick führt nicht zu mehr Lust, sondern zu dem Frust, eine hohe Krankenhausrechnung oder eine Beerdigung bezahlen zu müssen. Unter Einfluss von Drogen und angestachelt von seinen Kumpels fällt der Charakter Josh (Julian Morris) jedoch auf die Legende herein und bricht der hübschen Lisa das Genick. Dies ist die Ausgangsbasis eines nicht hochklassigen, aber auch nicht uninteressanten Films, der klar unter dem Motto "Sex, Drugs & Violence" steht.

Es dauert eine Weile, bis der Film in Fahrt kommt, denn zunächst wird einigermaßen ausführlich gezeigt, wie sich die Frauen und Männer kennen lernen, ihren Ausflug beginnen und sich mit Drogen in Stimmung bringen. Die Sexszenen sind dabei durchaus explizit. Nachdem der Donkey Punch erfolgt ist und die Männer nur noch die Leiche loswerden wollen, entsteht eine bisweilen wirklich spannende und klaustrophobische Atmosphäre auf der kleinen Yacht mitten im Meer. Keiner kann dem anderen mehr trauen, jeder ist sich selbst der nächste und die Nachwirkungen von Sex und Drogen lassen eine wirklich überhitzte, erdrückende und lebensbedrohliche Stimmung entstehen.

Gegen Ende wird es dann jedoch etwas zu blutig und das Drehbuch will nach dem Vorbild gängiger Schlitzer-Filme partout so wenige Personen wie möglich überleben lassen. Hier hätte Oliver Blackburn als Regisseur und Autor in Personalunion (gemeinsam mit David Bloom als Co-Schreiber) mehr psychologisches Geschick walten lassen können. Mindestens zwei der Todesfälle wirken doch etwas erzwungen und wären einfach nicht nötig gewesen.

Fazit

Sex, Drugs & Violence. Diese Zutaten werden ordentlich präsentiert, auch wenn noch viel mehr Tiefe möglich gewesen wäre.

Maret Hosemann - myFanbase
01.06.2009

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