Bewertung: 3
Craig Gillespie

Lars und die Frauen

The search for true love begins outside the box.

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Inhalt

Macht Liebe blind und verrückt? Die Antwort liefert Regisseur Craig Gillespie mit seiner schrägen Komödie. Lars (Ryan Gosling) ist extrem menschenscheu und ein Außenseiter. Berührungen von anderen Leuten treiben ihm den Angstschweiß auf die Stirn. Sogar gegenüber seinem Bruder (Paul Schneider) und dessen Frau (Emily Mortimer) gibt er sich wortkarg und lässt sich selten blicken, obwohl er direkt gegenüber wohnt.

Das Leben von Lars ändert sich schlagartig, als er seinem Arbeitskollegen zusieht, wie dieser eine imaginäre Frau übers Internet in Form einer Puppe entstehen lässt. Fasziniert bestellt er sich sein eigenes Exemplar. Seine Lebensgrosse Puppe, Bianca aus Brasilien, ist nun fortan seine Verlobte. Irritiert bittet sein Bruder die Ärztin Dr. Dagmar (Patricia Clarkson) um Hilfe. Die legt ein überraschendes Urteil fest: Um Lars helfen zu können, müssen alle so tun, als ob Bianca tatsächlich aus Fleisch und Blut besteht. Eine bizarre Angelegenheit, die ein kurioses Ende bringt.

Kritik

Die Rolle von Lars Lindstrom ist anspruchsvoll. Mit Ryan Gosling als Hauptakteur landete Regisseur Gillespie einen Volltreffer. Grandios, wie er den Charakter interpretiert. Die nervösen Bewegungen, das Zucken mit den Augen oder die verlegenen Gesten das ist Schauspielerei auf höchstem Niveau.

Damit ist leider alles Positive erwähnt. Die Geschichte hätte durchaus Potential, doch Craig Gillespie fehlt das Talent, daraus eine witzige Komödie oder ein Drama mit Tiefgang entstehen zu lassen. Eines der vielen Probleme ist die fehlende Sensibilität für richtig platzierte Gags. Oft ist es komisch, wenn es nicht sein sollte, und umgekehrt, wobei insgesamt gesehen der Humor eindeutig zu kurz kommt. Schlussendlich plätschert der Film vor sich hin und driftet schnell in Langeweile ab. Auch ein Ryan Gosling in Höchstform vermag daran nichts zu ändern. Zurück bleibt ein Gemisch aus Drama und Komödie, welches niemanden vom Hocker haut. Auf die Quintessenz wartet man vergebens.

Fazit

Empfehlenswert für alle Fans von Ryan Gosling und solche, die sich an kurzen Dialogen erfreuen können.

Simon B. - myFanbase
23.12.2008

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