Bewertung: 3
Erik Skjoldbjærg

Insomnia

Den som synder, sover ikke.

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Inhalt

Der schwedische Komissar Engström (Stellan Skarsgård) wird nach Norwegen gerufen, um dort mit einem Kollegen den Mord an einer 17-jährigen aufzuklären. Die Spuren führen schnell zum Täter, doch bei der Festnahme im dichten Nebel erschießt Engström durch einen Zufall seinen Kollegen.
Von Gewissensbissen befallen, versucht Engström die Tat dem Mörder des 17-jährigen Mädchens anzuhängen. Ein Katz und Mausspiel beginnt...

Kritik

Dieser Film war die Vorlage für Christopher Nolans gleichnamigen Film, mit Robin Williams und Al Pacino, aus dem Jahre 2002. Warum Nolan diesen Stoff neu verfilmen wollte, leuchtet ein, da es sich hierbei um eine interessante und spannende Grundgeschichte handelt, die meiner Meinung nach in dieser norwegischen Vorlage aber wenig packend und größtenteils sogar öde inszeniert wurde.

Ein Polizist, der durch einen folgenschweren Fehler die Seiten wechselt und einen Mord einem unschuldigen Menschen anzuhängen versucht, ist wahrlich eine viel versprechende Ausgangssituation und Stellan Skarsgård, der diesen Polizisten verkörpert, macht seine Sache außerordentlich gut. Er spielt diesen Charakter abgestumpft und innerlich völlig zerrissen und transportiert dessen Gefühle gut auf den Zuschauer.

Als problematisch muss jedoch das Drehbuch angesehen werden, das auf eine Vorgeschichte seiner Hauptfigur fast vollständig verzichtet. Man erfährt als Zuschauer fast gar nichts über den Komissar Engström und warum dieser so verbittert und abgestumpft ist. Irgendetwas muss dort in der Vergangenheit passiert sein, doch über Einzelheiten wird man im Unklaren gelassen. Aus diesem Grund lässt sich auch schwer eine Verbindung zum Film herstellen, da man die ganze Zeit über Komissar Engström bei seiner Ermittlung begleitet.

Auch die Nebenfiguren bleiben Fremdkörper. Über ihre Beziehung zu Engström oder ihre Vergangenheit und Motive wird kaum ein Wort verloren. Der Täter, den man schon sehr früh zu Gesicht bekommt, bleibt insgesamt ebenso äußerst blass. Hier hätte man sehr gut mit Rückblicken arbeiten können, die einem die vergangenen Ereignisse schildern, doch leider bleibt dies aus.

Der Film wird sehr behäbig und langsam erzählt, was nicht immer negativ sein muss, doch bei dieser Thematik hätte ein wenig mehr Tempo und Spannung nicht geschadet. Durch dieses behäbige Erzähltempo und die mangelnde Figurenzeichnung passiert diesem Film auch relativ schnell etwas, was jedem Film den Todesstoß versetzt: Er wird einem egal. Die Geschichte und die agierenden Figuren interessieren einen ziemlich schnell einfach nicht mehr und man wartet nur noch auf den Abspann oder zumindest auf einen Showdown, der einen wenigstens am Schluss noch ein wenig Spannung bietet, doch leider wartet man auch darauf vergebens.

Postiv zu erwähnen wären neben dem guten Hauptdarsteller auch die Kulisse, die der Film wählt: der Film spielt in den norwegischen Mittsommernächten, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt, die man selten in Filmen wahrnimmt.

Fazit

Ein Thriller, der zwar gut gespielt wird, aber ansonsten nur selten Spannung erzeugen kann und Charaktere ins Zentrum stellt, die einem völlig fremd bleiben.

Moritz Stock - myFanbase
05.12.2008

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