Bewertung: 5
Frédéric Forestier & Thomas Langmann

Asterix bei den Olympischen Spielen

Wir befinden uns im Jahr 48 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die römischen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Babaorum, Aquarium, Laudanum und Kleinbonum liegen...

Foto: Copyright: Paramount Pictures
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Im Jahre 1972 erschien das zwölfte von (bisher) 33 Asterix-Comicbänden, "Asterix bei den Olympischen Spielen" und 35 Jahre später sollte es verfilmt werden. Hier das Ergebnis...

Inhalt

Der Gallier Romantix (Stéphane Rousseau) hat sich in die griechische Prinzessin Irina (Vanessa Hessler) verliebt, konnte sich bisher aber nur über Brieftauben-Post mit ihr verständigen und ihr Gedichte schreiben. Also macht sich Romantix auf den Weg, um seine Irina - die er nur durch eine Abbildung auf einer Münze kennt zu finden und sie zu heiraten. Aber da wäre noch ein Problem: Brutus (Benoît Poelvoorde), ein machthungriger Tyrann, der um Irinas Gunst buhlt und nebenbei versucht, Kaiser Julius Caesar (Alain Delon) zu ermorden, um selber Herrscher über Rom und den restlichen Provinzen zu werden. Aber das ist gar nicht mal so einfach!

Denn nicht nur mit Romantix' treuen Gallier-Freunden Asterix (Clovis Cornillac), Obelix (Gerard Depardieu) und dem nervigen Dauer-Troubadour Majestix (Elric Thomas) muss Brutus rechnen, sondern auch mit einem Wettkampf, den Olympischen Spielen. Der Gewinner der Spiele wird Irina heiraten. Doch es stellt sich heraus, dass Brutus mit fiesen Mitteln spielt, um die Gunst von Irina zu erhalten. Mit so fiesen Mitteln, dass Asterix und Obelix ihn nicht bezwingen könnten?

Kritik

Was für Erwartungen hat man einem Film gegenüber, der die dritte Verfilmung eines Asterix-Comics darstellt? Ehrlich gesagt hatte ich wenig Erwartungen und das lag zweifellos weniger am Comic, der wirklich gelungen ist, sondern an der vielen Kritik, die ich im Laufe der letzten Zeit gehört hatte: (meistens) schlechte Kritik... Aber schon oft hat sich erwiesen, dass die Filme dann doch gar nicht so schlecht sind, wie sie immer dargestellt werden, und darum hat es mich noch brennender interessiert, was nun aus dem französischen Film-Projekt geworden ist. Der Film hat von allem etwas, denn er war weder schlecht, noch war er wirklich so gut, dass er mich vom Hocker hauen konnte.

Die Schauspieler waren recht gut, aber die meiner Meinung nach einzige Fehlbesetzung im Film war Clovis Cornillac, der den Asterix darstellte und somit Christian Clavier ablöste, der bereits in "Asterix gegen Caesar" und in "Asterix & Obelix: Mission Kleopatra", dem wohl gelungensten Film der Reihe, Asterix darstellte. Clovis Cornillac wirkt in seinen Szenen einfach zu unrealistisch und die Synchronstimme, die man normalerweise aus dem "Mund" von Christian Clavier hört, war damit natürlich auch komplett fehl am Platz. Wie in jedem der bisher drei Asterix-Filme ist Gérard Depardieu derjenige, der seine Rolle einfach großartig spielt. Dann gäbe es ja noch Alain Delon, der "neue Caesar", dessen Synchronstimme unverkennbar Thomas Fritsch war - seine Rolle wirkte durch die Synchonisation noch toller. Dass Alain Delon auch den Zuschauer mit einem Schmankerl verabschiedet, war dann Formsache. Des Weiteren wurden fast alle Schauspieler, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, neu gecastet und so schlüpfen neue Akteure in die Rollen bekannter Charaktere.

Ein riesiger Pluspunkt bekommt der Film für die relativ netten Auftritte der Stars wie Michael "Bully" Herbig, der Brutus' Rechte Hand Redkeinstus verkörpert, oder "Desperate Housewife"-Ehemann Tony Parker, Formel-1-Legende Michael Schuhmacher, Jean Todt und Fußballspieler Zinédine Zidane. Hinzu kommt, dass der einarmig gelähmte Schauspieler Jamel Debouzze, der bereits in "Asterix & Obelix: Mission Kleopatra" zu sehen war, wieder als Numerobis aus Ägypten nach Griechenland kommt.

Die Special Effects sind recht in Ordnung, aber die Handlung gerät während dem Film etwas ins Wanken. Schon der Beginn des Films ist viel zu lang und ich bin dadurch doch etwas gelangweilt worden, da die Minuten (an manchen Stellen) nur langsam vergingen. In diesem Film wurde mehr auf die Szenen zwischen Romatix und Irina oder Brutus und Caesar Acht gelegt, aber die Gallier, auch Asterix und Obelix einbezogen, waren wenig zu sehen. Man sollte ja bedenken, dass der Film immer noch "Asterix bei den Olympischen Spielen" heißt und es dadurch sehr unlogisch ist, dass es sich hauptsächlich um Caesars Privatleben dreht. Um zur Handlung noch einmal zurückzukehren, würde ich gerne hinzufügen, dass sich im Film ein bis zwei weitere Comic-Vorlagen wieder finden. Außerdem bleiben die Drehbuchautoren nur spärlich am Comic-Original, was natürlich sehr, sehr schade ist, sodass die Comic-Vorlage den Film weitaus übertrumpft.

Fazit

"Asterix bei den Olympischen Spielen" ist ein kleiner Nachmittagsfüller, der mit wenig Gags den ein oder anderen zum Lachen bringen könnte. Ansonsten hätte man aus dem Comic sicherlich noch viel mehr herausholen können.

Niko Nikolussi - myFanbase
04.02.2008

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