Bewertung: 8
Gil Junger

If Only - Rendezvous mit dem Schicksal

Er liebte sie, als gäbe es kein Morgen.

Foto: Copyright: 2005 Universum Film GmbH
© 2005 Universum Film GmbH

Manch einer wünscht sich eine zweite Chance. Nicht jeder bekommt sie. Dieses Drama um Liebe und Tod mit Jennifer Love Hewitt zeigt sehr deutlich, warum es wichtig ist, schon beim ersten Mal mit dem Herzen zu sprechen. Manchmal gibt es einfach keine Möglichkeit mehr zu einer zweiten Chance.

Inhalt

Samantha (Jennifer Love Hewitt), eine amerikanische Studentin, und Ian (Paul Nicholls) sind ein glückliches Liebespaar, die zusammen in London leben. Ihre Beziehung hat jedoch einen entscheidenden Punkt erreicht. Während Samantha kurz vor dem Abschluss ihres Musikstudiums steht, ist ihr Freund viel zu sehr auf seinen Job fixiert. Er erkennt nicht, was wirklich wichtig ist, und verletzt durch seine Oberflächlichkeit die gefühlsbetonte Samantha zusehends. Selbst die kleinen Hinweise von ihr und auch anderen Personen ignoriert er gekonnt.

Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant begeht Ian seinen letzten Fehler. Für Samantha ist die Beziehung beendet und sie steigt in ein Taxi zum Flughafen. Ian, der ihr nachgelaufen ist, erhält noch einmal die Möglichkeit, das Richtige zu tun. Stattdessen bleibt er im Regen stehen und lässt sie einfach fahren.

Dies ist der tragische Wendepunkt in der Geschichte, denn das Taxi wird keine hundert Meter weiter von einem anderen Fahrzeug gerammt. Samantha erliegt noch in der gleichen Nacht ihren schweren Verletzungen in der Klinik und stirbt. Für Ian bricht eine Welt zusammen. Endlich wird ihm bewusst, wie sehr er sie geliebt hat.

Als Ian jedoch am nächsten Morgen erwacht, liegt wie tags zuvor Samantha neben ihm im Bett. Erst ist er schockiert. Dann glaubt er, schlecht geträumt zu haben. Schließlich stellt er fest, dass sich der vorige Tag wiederholt. Aber kann er das Schicksal ändern, um Samantha zu retten? If only...

Kritik

Für manche mag "If Only" nichts weiter als ein weiterer Liebesfilm sein. Aber gerade denjenigen sei dieser Film ans Herz gelegt, damit sie aus ihrer Oberflächlichkeit aufwachen und wieder lernen, Liebe zum Detail zu entwickeln. Davon lebt "If Only", von vielen Kleinigkeiten, die sich letztlich zu einer Gesamtkomposition fügen.

Hier trifft Rationalismus auf Empirismus, die kühle und distanzierte Geschäftswelt auf eine wohltuende und befreiende Welt der Kunst, Vernunft auf Liebe, reduziert auf zwei einzelne Personen aus beiden Welten. Diese Polarisierung der beiden Charaktere wird am deutlichsten beim gemeinsamen Abendessen, als Ian ihre Beziehung und Liebe in folgendem Satz umschreibt: "...auch ich will die Sache weiterführen..."

"If Only" ist also nicht bloß ein weiterer Liebesfilm, sondern vermittelt vielmehr eine Botschaft. Liebe ist nämlich nicht nur ein Wort. Liebe äußert sich in Taten. Dies sagt sogar der Taxi-Fahrer (Tom Wilkinson) zu Ian, als dieser ihn um Rat frägt. Er antwortet Ian mit einer Selbstverständlichkeit: "Liebe sie einfach."

Doch was will Regiesseur Gil Junger nun vermitteln? Es geht doch wohl darum, in dem Wust aus Oberflächlichkeit der heutigen Zeit öfter den eigenen Gefühlen und Intuitionen Gehör zu schenken, um der Menschlichkeit wieder näher zu kommen.

Die Story des Films ist einfach gestrickt, doch die Darsteller beleben das Ganze und verleihen der Geschichte ihre Glaubwürdigkeit. Vor allem Jennifer Love Hewitt glänzt in ihrer Rolle als Samantha, doch auch Tom Wilkinson, der geheimnisvolle Taxi-Fahrer, gefällt.

Die im Film vorgestellten Songs "Love Will Show You Everything" und "Take My Heart Back" von Jennifer Love Hewitt sind ebenfalls empfehlenswert und runden den positiven Gesamteindruck ab.

Fazit

Ein unterhaltsamer Film, der neben einer rührseligen Liebesgeschichte zum Denken anregt.

Andreas Duschinger - myFanbase
07.06.2007

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