Maktub

In Paul Coelhos Bestseller "Der Alchimist" steht der Begriff "Maktub" geschrieben, der aus dem Arabischen stammt und soviel bedeutet wie "es steht geschrieben". Nun steht es auch geschrieben, dass sich eine fünfköpfige Musikformation aus Seattle diesem Begriff annahm und ihn sich zu Eigen machten. Ganz einfach Maktub (gesprochen: mock-tube), einfallsreich und innovativ. Genau wie ihre Musik.

Frontmann des Vereins ist Regie Watts, Sohn eines afroamerikanischen Offiziers der US-Air Force und einer französischen Frau. In Deutschland geboren, wuchs er im US-Bundesstaat Montana auf. Dort besuchte er später auch die Highschool und entwickelte sich zum Komödiant. Als Standup-Comedian machte er sich einen kleinen Namen und wurde später gar zum "Montana State High School Comedy Champ" gekürt. Nach seinem Abschluss an der High School ging er nach Seattle um dort Jazzgesang zu studieren. Schnell kam sein vielseitiges Talent zum Vorschein. Machte sich als Komponist und durch die Zusammenarbeit mit Musikern und Bands wie Me’Shell NdegeOcello, Roy Hargrove, Bill Frisell, Wayne Horvitz und Bernie Worrell einen Namen. Später tourte er zusammen mit dem HipHopper Pharcyde durch die USA und sogar Europa. Neben Maktub war er zuletzt auch mit der Jazzformation Soulive unterwegs quer durch die USA im Vorprogramm der Dave Matthews Band und den Rolling Stones.

Aber zurück zu Maktub, die, wie schon so viele Bands zuvor, durch Zufall aufeinander stießen. Der Schlagzeuger Davis Martin und der Bassist Kevin Goldman, die sich bis dato einen Namen als Sessionmusiker in Seattle gemacht hatten, trafen 1996 auf Watts. Die drei verabredeten sich zu Jam-Sessions und merkten schnell, dass die Chemie stimmte. Bei den Aufnahmen zu ihrem Debütalbum merkte das Trio, dass irgendwas fehlte und engagierte den Keyboarder Alex Veley. Lange blieb er nicht, nach verrichteter Arbeit und Fertigstellung des Debüts "Subtitle Ways" verließ er Matktub wieder. Doch das nahm keinen größeren Einfluss, denn auch ohne Veley avancierte das Album zum Insidertipp und schaffte es bis ganz nach oben in Charts diverser Radiosender und Internetportale. Bei den Northwest Music Awards wurde "Subtitle Ways" sogar als bestes R&B-Album ausgezeichnet. Wenig später drang die Musik dann auch bis nach England, ohne Veröffentlichung der Scheibe kletterte es auch dort auf die oberen Chartränge gewisser Insider- und Radiocharts.

Maktub waren nun keine Unbekannten mehr, vor allem nicht in Seattle und Umgebung. Ein Jahr später, nach Veröffentlichung von "Subtitle Ways", verpflichteten die drei Bandmitglieder den Keyboarder Daniel Spills und den Gitarristen Thaddeus Turner. Innerhalb von nur zwei Wochen entstand, nun zu fünft und mithilfe des Produzenten Steve Fisk (Nirvana), das zweite Album mit dem Titel "Khornos". 2001 erschien das Album und verkaufte sich gute 20.000 mal. Mit diesen Zahlen im Rücken wurde das New Yorker Label Velour auf die Truppe aufmerksam und nahm sie 2002 unter Vertrag. Wieder ein Jahr später wurde es dann wiederveröffentlicht, worauf eine große Tour durch die USA für Maktub folgte.

Und an große Pausen dachten die fünf nicht. Gleich im nächsten Jahr nahmen sie ihr drittes Album in Angriff. Dafür holten sie sich den New Yorker Produzenten Bob Power ins Boot, der sich ganze drei Monate in Seattle einquartierte um mit ihnen an dem oft als verfluchten bezeichneten dritten Album zu arbeiten. In Amerika schon vor fast einem Jahr erschienen, stellt das dritte Werk "Say What You Mean" gleichzeitig das Deutschlanddebüt für die fünf aus Seattle dar.

René Krieger - myFanbase

Discographie

2006Say What You Mean
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2003Khronos
1999Subtle Ways