Belasco

Foto: Belasco am 7. Mai 2006 in Köln - Copyright: myFanbase/Aljana Pellny
Belasco am 7. Mai 2006 in Köln
© myFanbase/Aljana Pellny

Es soll auch in Zeiten wie diesen noch Menschen geben, die zu träumen wagen. Einer von ihnen wurde in Dublin, Irland geboren und trägt seither den Namen Timothy Brownlow. Den Wunsch hegend, irgendwann mal auf der Bühne zu stehen, ließ er Ende 1999 seine bis dato noch vergleichsweise zählbaren Solo-Auftritte hinter sich und strebte fortan nach Höherem. Bergauf sollte es gehen.

Nur: Wie stellt man das an? Wer Großes erreichen will, sollte bei sich selbst anfangen. In diesem Falle entschließt sich Tim Brownlow zur Expansion. Und so fragt er seinen langjährigen Freund Bill Cartledge, ob er nicht wie in alten Zeiten, die beiden spielten einst unter anderem in der Band "Hooky", für ihn am Schlagzeug sitzen wolle. Der sagte prompt zu, allerdings mussten die besagten (Werbe-)Trommeln erst einmal tüchtig gerührt werden, bevor man sie letztendlich schlagen konnte: Ein Bassist musste her. Und der fand sich über einen gemeinsamen Freund in Gestalt Duff Battyes. Ursprünglich hatte man sich für einen anderen entschieden, doch der wollte einfach nicht zu den beiden passen und wurde letztendlich für nicht gut genug befunden. Duff entpuppte sich als zweite Wahl also auch als bessere.

In ihrer Zusammensetzung stimmig und als Band nun auch komplett, spielen die drei erst wenige Konzerte, ehe sie im Jahr darauf das Sub-Label "Splendid Music" für das erste Album Simplicity" verpflichtet. Entgegen aller Erwartungen, die drei Engländer sind mit dem Resultat nicht zufrieden, stößt ihr Erstling bei Kritikern auf Wohlgefallen. Das Trio tourt durch unermüdlich durch ihre Heimat, die Qualität ihrer Shows spricht sich schnell herum. Ihre Songs gehen On Air. Und erfreuen sich der rechtmäßigen Beliebtheit.

Wie es der Zufall, und manchmal ist es eben der böse, aber so will, stirbt der Gründer von "Splendid", als Belasco an ihrem Nachfolgewerk basteln. Das Label ist Geschichte und die Band sieht sich wieder am Anfang. Nicht lange allerdings, denn eine Deutsche sucht in England nach jungen Talenten – und findet Belasco. Sie spielen hierzulande ein paar Gigs, die Fanbase wächst.
Sie unterschreiben einen Vertrag mit dem deutschen Label "Supermusic" und nehmen sich damit den Druck von den Schultern, denn hier stellt man den drei Jungs ein labeleigenes Studio zur Verfügung.
2002 folgt mit Technique der bei den bis dato gewonnenen Fans sehnsüchtig erwartete Zweitling, ein Jahr darauf folgt Album Nummer drei "Knowing Everyone’s OK". Mit den beiden Scheiben im Gepäck spielen Belasco viele Shows in Deutschland.

Tim Brownlow, steht privat unter anderem übrigens auf Größen wie David Bowie und Neil Young, und seine Mannen (orientieren sich musikalisch eher in Richtung Tool) gelingt der richtige Durchbruch auf der Insel allerdings erst mit der Auskopplung des neuesten Albums Something Between Us. Das erschien im Jahre 2005. Bis zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung hatten Belasco auf dem Festland, zum Beispiel in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz, bereits rund 30.000 Alben verkauft und konnten dort auf gut und gerne 300 Auftritte zurückblicken.

Keinesfalls unverdient hat das Londoner Triple sich im Laufe der Jahre viele Fans und Freunde machen können. Durch die Reihen derer dürfte erst kürzlich ein entsetztes Raunen gegangen sein, denn Ende 2005 verkündete die Band ihr Ende, setzte offiziell einen Schlussstrich. In England setzte sie ein Majorlabel, in dessen Herz und Kader sie sich durch ihren leisen und mitunter auch lauten Rockmelodien gespielt hatten, vor die Tür. Obwohl im Juni letzten Jahres noch zwei neue Singles fertiggestellt wurden, sagte man der Band "Lebewohl". Traurig und verbittert machten Belasco kurzen Prozess. Erstmal: Denn die "Supermusic"s aus Deutschland ließen nicht locker und konnten Tim, Duff und Bill überreden, den Kopf nicht in den Sand, sondern ihr all ihr Herzblut in weitere Songs zu stecken. Es lebe der Stursinn!

Aljana Pellny - myFanbase

Discographie

200761
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2006Something Between Us (Best Of)
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2005Something Between Us EP
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2004DVD: Live in Hamburg
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2003Knowing Everyone’s OK
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2002Technique
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2001Car EP
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2001Simplicity