Bewertung: 9
von Ziegesar, Cecily

Gossip Girl – Band 1: Ist es nicht schön, gemein zu sein?

Wer würde nicht gerne mal wissen, wie es in der New Yorker High Society zugeht? Für die 16-jährigen Freunde Blair, Nate, Serena und Co. ist das Alltag. Hippe Klamotten, coole Partys, viel Alkohol und jede Menge Sex. Aber Vorsicht: Gossip Girl is watching you!

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Inhalt

Die bildschöne Serena van der Woodsen kehrt nach einem Jahr wieder an die Constance Billard Mädchenschule zurück, weil sie von ihrem Internat geworfen wurde. Nachdem sie sich ein Jahr lang kaum bei ihren Freunden gemeldet hat, ist Blair, ihre ehemals beste Freundin, nicht gerade begeistert von ihrer Rückkehr. Ganz anders als Blairs Freund Nate, der ganz nervös ist, wenn er sie nur sieht. Doch das liegt nicht nur an Serenas wunderschönem Gesicht und ihren immensen Ausstrahlung, mit der sie alle Menschen sofort in ihren Bann zieht. Sondern Nate und sie teilen ein Geheimnis. Ein Geheimnis, von dem Blair besser nichts erfahren sollte… Die fühlt sich eingeschüchtert von Serenas Anwesenheit und setzt böse Gerüchte über sie in die Welt. Wer will schon im Schatten einer blonden Schönheit stehen, von der alle Menschen sofort angetan sind?

Serena muss einsehen, dass sich vieles geändert hat, während sie Partys in Europa gefeiert und in der Schule geschlafen hat. Wenigstens tauchen noch die unscheinbaren Geschwister Daniel und Jenny auf, die Serena vergöttern. Doch auch das kann die Teenager in ihrem Abschlussjahr nicht davor bewahren, dass bald die Collegebewerbungen anstehen. Zu allem Überfluss stehen sie dabei auch noch unter ständiger Beobachtung des anonymen "Gossip Girls", das ihre Klatschgeschichten über eine Internetseite verbreitet.

Kritik

Schon bald wird klar, worum es in dem Buch geht. Um reiche Teenager, die auf teure Privatschulen gehen, ständig "en vogue" sein müssen und nichts anderes im Kopf haben als die neuesten Klamotten, jedes Wochenende abfeiern und es dabei richtig krachen lassen. Auch die Rollen sind klar verteilt: Die brünette Blair Waldorf, die selten einen Bissen Essen bei sich behalten kann, eine verkorkste Familie hat und im Moment die Abschlussklasse der Constance Billard Mädchenschule regiert. Neben ihren zahlreichen außerschulischen Aktivitäten und ihrem intensiven schulischen Engagement bleibt ihr auch hin und wieder Zeit für ihren traumhaften Freund Ken… ähm, Entschuldigung, Nate… Nate Archibald, den alle Mädchen mit seinem blonden Haar, seinen schimmernden grünen Augen und seinem braun gebrannten, muskulösen Körper auf der Stelle vergöttern. Dazu kommt die blonde, bezaubernde Serena van der Woodsen, die die Constance Billard regiert hat, bevor sie an ein Internat wechselte. Sie kommt nun nach einigen Schwierigkeiten zurück und glaubt, alles sei wie gehabt und könne immer so weitergehen…

Wenn man das so liest, könnte man meinen, dass hier auf langweiligen Stereotypen herumgeritten wird, die man schon hundert Mal gelesen oder im Fernsehen gesehen hat. Doch das Buch weist auch eine Besonderheit auf und zwar eine ganz entscheidende. Und die heißt Gossip Girl. Gossip Girl ist ein Mädchen (zumindest würde ich das auf Grund des Namens annehmen), das über das ganze Buch hinweg anonym bleibt. Sie verbreitet auf ihrer Internetseite Klatschgeschichten über die Hauptcharaktere des Buches, die nach einigen Kapiteln Story immer wieder zwischengeschoben werden. Sie machen dieses Buch aus und sind einer der Hauptgründe, warum man genauer hinschauen sollte.

Während ich das Buch gelesen habe, habe ich immer wieder sehnsüchtig auf die Stellen gewartet, an denen Gossip Girl ihren Senf zu allem dazu gegeben hat in einer spritzigen, lustigen und gleichzeitig zynisch gemeinen Art und Weise. Auch wollte ich die ganze Zeit zu gerne wissen, wer dahinter steckt, doch leider (oder Gott sei Dank) lässt uns die Autorin darüber im Unklaren und so bleibt es weiterhin spannend, denn es gibt mittlerweile über neun Bände dieser Reihe. Das heißt jedoch nicht, dass es zwischendurch langweilig wird. Die Autorin weiß es, den Leser durch ihre jugendliche, unterhaltsame Sprache zu amüsieren und gleichzeitig mit den teilweise doch recht offensichtlichen Storys zu begeistern.

So kann man durch recht geringen Aufwand von Gehirnzellen schnell herausfinden, welches Geheimnis Nate und Serena vor Blair verbergen wollen. Blair selbst geht mir ein bisschen auf den Geist mit ihrer perfekten und in einer Traumwelt lebenden Art. Zwar kann man verstehen, warum sie keinen Kontakt mehr zu Serena will. Immerhin hat die sich im letzten Jahr nur selten gemeldet und wenn, dann nur um von ihrer großartigen Zeit in Europa zu schwärmen. Doch hatte ich sehr schnell Mitleid mit Serena und konnte mich viel mehr mit ihr identifizieren und mit ihr leiden. Nate ist für mich ein absolut nichts sagender Typ, dessen Beziehung zu Blair geradezu zum Scheitern verurteilt ist. Gut anfreunden konnte ich mich noch mit der Neuntklässlerin Jenny, die Schwester von Serenas heimlichem Verehrer Daniel. Ihr stehen ihre überdimensionalen Brüste die meiste Zeit (im wahrsten Sinne des Wortes) im Weg. Doch durch ihre normale und irgendwie fast uncoole Art wirkt sie sofort sympathisch.

Ihr Bruder Daniel ist mir ein bisschen zu obsessiv und rebelliös, trotzdem gefällt er mir in den meisten Szenen schon. Die meisten Charaktere sind sehr stereotyp, was sie jedoch nicht minder interessant macht, da sie alle so unterschiedlich sind. So wären da z.B. noch der widerliche, arrogante Chuck Bass, den man einfach hassen muss und die etwas verquere, kahl geschorene Vanessa, die natürlich – wie sollte es anders sein – ihrerseits schwer in ihren besten Freund Daniel verliebt ist. Man sieht sofort: Jeder steht auf irgendjemand anderen und alle lieben sie Serena – außer Blair natürlich. Trotzdem ist man gespannt, was sich aus den unterschiedlichen Liebeleien und Verliebtheiten entwickelt, und kann das Buch so schnell nicht aus der Hand legen.

Fazit

Ich bin 20 (die Bücher sind ab 13), alles andere als tussig und kann mich nun überhaupt nicht mit der Welt der Reichen und Schönen identifizieren. Trotzdem habe ich dieses Buch regelrecht verschlungen und mir sogleich den zweiten Band geordert. Das Buch ist eine äußerst amüsante Unterhaltungslektüre mit dem Blick auf die Schattenseiten der High Society, ohne dabei jedoch allzu (oder überhaupt) moralisch zu werden. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, auch wenn man älter als 13 ist. Generell würde ich die Zielgruppe jedoch eher im weiblichen Leserbereich ansiedeln, will damit aber natürlich niemanden ausschließen… Deshalb muss ich diesem Buch einfach 9 Punkte gebe und hoffe, dass die Nachfolger mithalten können.

Nadine Watz - myFanbase
09.10.2006

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