Bewertung: 8
Saint-Exupéry, Antoine de

Der Kleine Prinz

"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar."

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Inhalt

Verlassen sitzt er in der Wüste, einsam und frustriert, als plötzlich ein kleines Wesen erscheint, welches von weit her kommt in der Hoffnung einen Freund zu finden. Langsam freunden sich die beiden an und der kleine, fremde Prinz erzählt seine Geschichte von der langen Reise. Er ist von Planet zu Planet gezogen, hat unter anderem einen Astronomen, einen König, Eitlen, Säufer und Geschäftsmann getroffen, die ihm alle auf ihre unverwechselbare, eigenartige Art das Leben gelehrt haben und gezeigt haben, was wirklich im Leben zählt.

Besonders von Bedeutung ist die Begegnung mit dem Fuchs, mit dem er Freundschaft schließt und den er schlußendlich wieder verlassen muss. Von dem Fuchs lernt er, was es bedeutet "gezähmt" befreundet zu sein, was ein fester Brauch ist und was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.

Voller Hingabe pflegt der kleine Prinz eine Rose, durch die er erkennt, wie besonders die vertrauten, eigenen Sachen für jeden selber sind.

Leider kann auch die neu geschlossene Freundschaft der beiden in der Wüste nicht dauerhaft bestehen, den kleinen Prinzen zieht es nach Hause und so bemühen sich die beiden, einen Weg heim zu finden und müssen sich schweren Herzens verabschieden.

Kritik

Eigentlich wird das Buch im Genre "Kinder und Jugend" gehandelt, doch es ist vielmehr ein Buch für Erwachsene oder eben schon große Kinder und Jugendliche, denn es ist vollgespickt mit psychologischen Weisheiten, Lebensratschlägen und latenten Botschaften, die Kinder nicht verstehen können.

Die gesamte Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Die Sprache an sich wirkt kindlich und somit ist das Buch flüssig und leicht zu lesen. Ein richtiger Spannungsbogen kommt nicht auf, es ist eher eine sanfte, ruhige Erzählung, die durch die psychologischen Raffinessen auflebt und interessant wird. Für Leser, die Spannung, eindeutige Erklärungen und reine Logik wünschen, ist das Buch nicht geeignet, eher für diejenigen, die sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigen wollen und einen Zugang zum eigenen Ich suchen.

Im Zuge der ganzen Unterhaltungsliteratur, die vor unmoralischen Dingen nur so strotzt, bietet dieses Buch einen schönen Kontrastpunkt, der wieder deutlich macht, wie wichtig Vertrauen, Freundschaft, Menschlichkeit und Ehrlichkeit sind.

Dieses Buch gehört auf jeden Fall zu den Klassikern und auch wenn immer wieder Kritiken auftauchen, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Allerdings kann man es nicht einfach beim einmaligen Runterlesen verstehen, man braucht schon etwas Zeit und Muße, um alle Facetten aus dem Buch rauszukitzeln.

Autor

Antoine de Saint-Exupéry, geboren am 29. Juni 1900, verstarb im Juli 1944 aufgrund eines Flugzeugabsturzes an der französischen Küste.

In erster Linie war er Flieger und sein ganzes Denken und Leben war diesem Beruf und Hobby gewidmet. Nur nebenbei schrieb er Bücher und ahnte zu seinen Lebzeiten noch nicht, dass er den Status eines "Kultautors" in der Nachkriegszeit bekam. Weitere Werke von ihm sind "Südkurier", "Nachtflug", "Der Flieger", welche jedoch alle erfolgsmäßig nicht an den kleinen Prinzen rankamen.

Julia H. - myFanbase
05.09.2006

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