Bewertung: 7
Dan Brown

Das verlorene Symbol

Robert Langdons drittes Wettrennen gegen die Zeit führt ihn nach Washington D.C.

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Inhalt

Robert Langdon wird von seinem alten Freund Peter Solomon nach Washington D.C. gebeten, um einen Vortrag zu halten. Doch als Langdon dort ankommt, gibt es von Solomon keine Spur. Nur ein anonymer Anrufer meldet sich bei ihm, der ihn dazu zwingt ein sorgsam gehütetes Geheimnis aufzudecken, sonst werde Solomon sterben. Noch bevor Langdon Zeit hat, über diese Botschaft nachzudenken, überschlagen sich auch schon dei Ereignisse und nicht nur der anonyme Anrufer stellt eine Bedrohung für ihn dar, sondern auch die CIA. Wem kann Langdon trauen und was haben die Freimaurer mit der ganzen Sache zu tun?

Kritik

Lange ist es her, dass ich einen von Dan Browns Romanen gelesen habe. Angefangen mit "Sakrileg" in der englischen Fassung noch zu Schulzeiten und später noch "Illuminati", "Meteor" und "Diabolus" habe ich mir nun also "Das verlorene Symbol" vorgenommen. Es dauerte einen Moment, bis ich mich in Browns Schreibstil wieder eingefunden hatte. Viele kurze Kapitel, viele Perspektiven und Erzählschnipsel und jede Menge aufgeworfener Fragen, die man langsam zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammen setzen muss. Obwohl ich mich damit anfangs etwas schwer getan habe, ist man doch bald wieder mitten drin in der Handlung und blättert gespannt weiter, um möglichst schnell auf des Rätsels Lösung zu kommen. Doch die vermeintlich kurzen Kapitel, die einen annehmen lassen, man könne das Buch jederzeit ruhigen Gewissens zur Seite legen, sind so voller Cliffhanger, dass schnell ein paar Stunden vergehen, in denen man sich kaum gerührt hat.

Vielleicht war es gut, dass etwas Zeit zwischen dem Lesen der verschiedenen Bücher lag. Denn ich kann mir vorstellen, dass jemand, der mit Browns Büchern vertrauter ist, hier schnell ein Muster erkennt und viel schneller auf die Lösung des Rätsels kommt. Für mich war bis zum Ende offen, wie die Geschichte ausgeht und was nun das titelgebende "verlorene Symbol" ist. Auf dem Weg dorthin war ich fasziniert von der Symbolik der Freimaurer, die in diesem Buch die zentrale Rolle spielt und die immer mehr von Robert Langdon entschlüsselt werden soll. Wie auch schon bei "Illuminati" habe ich mich immer wieder gefragt, wie viel Wahrheit in dieser Geschichte steckt, also wieviele belegbare Fakten hier eingeflossen sind. Und da die Handlung im politischen Machtzentrum der USA, in Washington D.C. spielt, ist es natürlich umso faszinierender, ob dieser Geheimbund in der heutigen Zeit tatsächlich in so hochrangigen Positionen vertreten ist und die Geschichte dieses Landes prägt, wie es "Das verlorene Symbol" andeutet.

Doch nicht nur die Freimaurer spielen in "Das verlorene Symbol" eine tragende Rolle, sondern auch die Wissenschaft der Noetik, vorgestellt und erforscht durch Peter Solomons Schwester Katherine. Dass es Theorien zur Telepathie und Psychokinese gibt, war mir bekannt, doch dass es tatsächlich ernstzunehmende Forschungseinrichtungen gibt, war mir neu. Und das Forschungsgebiet von Katherine Solomon in diesem Roman klang für mich besonders spannend - gibt es ein gemeinsames menschliches Bewusstsein? Existiert die menschliche Seele und ist diese messbar? Diese und weitere Fragen werden in dem Buch aufgeworfen und beantwortet, was einen dazu verleitet, sich mehr in dieser Richtung einzulesen. Also auch hier wollte ich wieder hinterfragen, was davon Fiktion und was davon tatsächliches Forschungsgebiet ist.

Die Kombination von der Geschichte eines Geheimbundes mit geheimen wissenschaftlichen Forschungen in Bereichen, die wir als nicht nachweisbar abtun würden, hat mich, gepaart mit einem sympathischen Protagonisten und einer Familientragödie, in ihren Bann gezogen. Es hat zwar ein bisschen gedauert, bis mich die Geschichte richtig angefixt hatte, doch dann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit

In gewohnter Dan-Brown-Manier wartet mit "Das verlorene Symbol" ein spannender Thriller auf die Leser, der einen mit Robert Langdon auf ein Wettrennen quer durch die Hauptstadt der USA schickt. Und wie immer fragt man sich, wieviel Wahrheit in den Verschwörungstheorien steckt, die Browns Buch zugrunde liegen.

Catherine Bühnsack - myFanbase
05.10.2016

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