Bewertung: 7
Cocks, Heather & Jessica Morgan

The Royal We

"Er wird niemals. Eine Amerikanerin. Heiraten."

Foto: Copyright: 2015 Hachette Book Group
© 2015 Hachette Book Group

Inhalt

Die Amerikanerin Rebecca "Bex" Porter wollte eigentlich nur in Oxford Kunstgeschichte studieren und die Architektur malen – verlieben wollte sie sich auf keinen Fall und schon gar nicht in den zukünftigen König Englands. Doch in dem steckt weit mehr, als die Öffentlichkeit zu wissen glaubt, und bald versuchen die besten Freunde dennoch, gegen alle Einwände, eine Liebesbeziehung aufrecht zu erhalten. Doch können sie wirklich miteinander glücklich werden?

Kritik

Was klingt wie ein kitschiger Liebesroman, ist in Wirklichkeit ein großer Spaß. Der mittlerweile dritte Roman (nach der Jugendbuchserie "Spoiled" und "Messy") des Autorinnenduos sprüht nur so mit genau dem Wortwitz, den man von ihrem Modeblog gofugyourself.com kennt. Dort zerlegen sie täglich die Outfits von Stars und reviewen herrlich lustig die aktuellen Fernsehserien. Daher gefallen vor allem die Szenen, die sich mit dem fiktiven "Bexicon" von Aurelia Maupassant beschäftigen, das Bex natürlich gelesen hat und mit ihrer eigenen Erzählung der Geschichte widerlegt. Zudem können sich die beiden natürlich die irrsten Magazintitel überlegen über "Posh und Bex", denn die Öffentlichkeit und die Medien spielen eine große Rolle in der Beziehung der beiden.

Und diese Rolle ist so groß, dass die beiden daran erstmal zerbrechen. Dies spricht für eine gewisse Ähnlichkeit mit dem wirklichen jungen Royals aus England, William und Kate – und doch ist alles anders: Bex hat eine Zwillingsschwester, Lacey, die wiederum mit Williams Bruder Freddie anbandeln möchte. Freddie hat aber, ziemlich originalgetreu, bereits das ganze Land flachgelegt. Er ist dennoch die gute Seele der Royals, denn Vater "Dick" Richard ist bitterböse und die Mutter hat sich komplett zurückgezogen. Und dann ist da noch die verschrobene Queen höchstpersönlich sowie der Stab an Securities und Butler. Wer denkt, dass es bei diesem Pool an Charakteren bleibt, wird gesegnet mit den unglaublich witzigen Freunden Gaz (megaschrill!), Journalist Clive, Modedesignerin Joss, Oxfordmitbewohnerin Cilla und "Freindin" Bea. All diese Figuren sind bis hin zu ihrem Lieblingssportsteam perfekt durchgedacht und möchten Bex mehr oder weniger beschützen, ganz zu schweigen von Nicks und Freddies irren Ex-Freundinnen und Bex‘ hyperaktiven Eltern, mit denen es nie langweilig wird und die Geschichte erst so richtig in Schwung kommt! Denn natürlich leidet Bex an Heimweh nach Amerika, was sie als Nicks Freundin absolut disqualifiziert, und sie leidet auch an starker Eifersucht. Zudem wurde sogar eine eigene Trashserie, "Devour", kreiert, die Bex und "Knickers" überhaupt erst zusammen bringt. Leider verliert man bei den vielen witzigen Spitznamen gerne mal die Übersicht.

Fazit

Kein Wunder also, dass "The Royal We ein ziemlicher Brocken an Buch geworden ist, weswegen sich eine E-Book-Version wärmstens empfiehlt. Ein weiteres Manko ist auch, dass die Geschichte am Tag der Hochzeit beginnt, dann zurückblendet auf die erste Begegnung der beiden – und dann immer wieder vorgreift. So wird ein Ereignis zwischen Bex und Clive wesentlich früher beschrieben, als es dann letztlich erzählt wird, was oftmals stark verwirrt. Natürlich ist die berichtende Bex viel weiter, doch das Vorgreifen sowie lange Blenden zurück in Nicks Adelsgeschichte, gewürzt mit Infos zu englischen Traditionen, London und Oxford selbst, können manchmal irritieren, wenn man sich eigentlich auf das Wesentliche konzentrieren möchte: Warum Bex Nick liebt, was die Zwillinge tragen, die Nebengeschichte zwischen Cilla und Gaz, die emotionalen Tiefpunkte und die kleinen, schönen Höhepunkte. Dennoch hat man selten ein so gut durchdachtes Buch voller Popkulturreferenzen gelesen, dass durchaus ohne den "Royals"-Boom auskommt und völlig alleine stehen kann.

Simone Bauer - myFanbase
10.07.2015

Diskussion zu diesem Buch