Bewertung: 8
Barry, Dave

Der Hirte, der Engel und Walter, der Weihnachtswunderhund

"In dem Jahr, als Mrs. Elkins zum ersten Mal beim Krippenspiel Regie führte, wurde das Jesuskind noch vom echten Jesus gespielt."

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Inhalt

Heiligabend 1960: Der pubertierende Doug Barnes wirkt wie jedes Jahr im Krippenspiel der Kirche mit. Nachdem er und zwei Freunde im Jahr zuvor für ein ziemliches Chaos gesorgt hatten, soll Doug diesmal brav seine Rolle als Hirte spielen. Doch als der Familienhund stirbt und ein neuer Vierbeiner in das Leben der Barnes' tritt, kommt alles anders, als erwartet. Doug erlebt das außergewöhnlichste Weihnachtsfest seines Lebens.

Kritik

Als ich ein Kind war, wurden mir immer viele Weihnachtsgeschichten vorgelesen, doch als Erwachsene habe ich mich nie sonderlich für solche Erzählungen interessiert. Lieber lasse ich mich von Musik in Weihnachtsstimmung bringen. Dave Barrys Kurzroman "Der Hirte, der Engel und Walter, der Weihnachtswunderhund", auf den ich durch Zufall gestoßen bin, stellt somit eine Ausnahme dar.

Die Geschichte spielt in der Kleinstadt Asquont im Jahr 1960 und ist aus der Sicht des etwa 13- oder 14-Jährigen Doug Barnes geschrieben. An Heiligabend soll er einen Hirten im Krippenspiel der Kirche mimen, doch zuvor müssen er und sein Vater den geliebten, verstorbenen Familienhund Frank wegbringen. Dabei treffen sie auf Walter, einen Hund, der Franks Sohn sein könnte und das Herz der Barnes im Sturm erobert. Dummerweise bleibt Doug keine andere Wahl, als Walter mit in die Kirche zu nehmen. Wie und warum Walter schließlich zum Weihnachtswunderhund wird, verrate ich natürlich noch nicht.

Dave Barrys Weihnachtsgeschichte ist ein unterhaltsames, kleines Stück Literatur. Die bebilderten 109 Seiten lassen sich in einem Rutsch durchlesen. Doug und seine Familie sind sympathische, natürliche Menschen, mit denen man sich mühelos identifizieren kann. Ihre Sorge und Trauer um den alten Familienhund Frank geht zu Herzen und der neue Vierbeiner Walter erscheint dem Leser, genau wie der Familie Barnes', als ein Geschenk Gottes.

Die ganze Handlung ist gespickt mit Anspielungen auf die biblische Weihnachtsgeschichte und andere christliche Motive. Ohne Kitsch und ohne erhobenen Zeigefinger zeichnet Barry das Bild eines Weihnachtsabends, an dem gelacht und geweint wird und am Ende alle zufrieden sind.

Fazit

"Der Hirte, der Engel und Walter, der Weihnachtswunderhund" ist eine kurzweilige, amerikanische Weihnachtsstory, die unaufdringlich eine humorvolle, schöne Geschichte erzählt.

Maret Hosemann - myFanbase
18.12.2009

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