Bewertung
Mills, Magnus

Die Herren der Zäune

"Nur damit du's weißt: Ich bin kein Zaunpfahl."

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Inhalt

Die schottischen Zaunbauer Tam und Richie werden gemeinsam mit ihrem Vorarbeiter in die englische Provinz beordert, um eine hügelige Schafweide einzuzäunen. In einem heruntergekommenen Wohnwagen hausend, müssen sich die drei wortkargen Arbeiter mit Wetter, Langeweile, dem Konkurrenzunternehmen der Gebrüder Hall und gelegentlichen tödlichen Unfällen herumschlagen.

Kritik

Wer sich schon immer gefragt hat, wie das Leben jener Männer aussieht, die jeden Abend in derselben Kneipe hocken und schweigend an ihrem Bier nippen, der sollte "Die Herren der Zäune" von Magnus Mills lesen. Der Roman schildert das Leben dreier Zaunbauer, die tagsüber Pfosten in den Boden klopfen und abends in den Pup gehen. Als Ich-Erzähler fungiert der namenlose Vorarbeiter. Seine beiden Kollegen Tam und Richie sind langhaarige, in der Regel vollkommen unmotivierte, ständig rauchende, viel trinkende, selten gesprächsbereite, immer finanzschwache Schotten, die wie ein altes Ehepaar nur im Doppelpack funktionieren.

Während ihres Auftrags in der englischen Provinz hausen die drei Zaunbauer in einem versifften Wohnwagen ohne ausreichende Sanitäranlagen. Ihr Alltag ist geprägt von immer gleichen, um nicht zu sagen zwanghaften Handlungen, die selbst von bizarren Arbeitsunfällen nur höchstens zwei bis drei Sekunden unterbrochen werden. Für Todesopfer gilt: aus den Augen aus dem Sinn. Die Arbeit geht weiter, die Zäune müssen fertig gebaut werden.

"Die Herren der Zäune" ist ein durch und durch trockener und lakonischer Roman über die Absurdität des Alltags. Spannende und temporeiche Unterhaltung sind keine Merkmale des Buches. Es passiert fast gar nichts, aber dies verfehlt seine Wirkung auf den Leser nicht. Man kann sich vielleicht nicht hundertprozentig mit den Charakteren identifizieren, aber man erkennt diese ständige Wiederkehr von Handlungen und Gedanken, die das Leben vieler Menschen prägen.

Die Ausweglosigkeit und die Enge im Dasein der drei Zaunbauer sind spürbar, so dass einem das Lachen geradezu im Halse stecken bleibt. Tam, Richie und ihr Vorarbeiter haben keine Aussicht auf ein anderes, abwechslungsreicheres, besseres Leben. Sie haben weder die Kraft, noch den Mut oder die Intelligenz, mehr zu sein, als Arbeiter, die tun müssen, was man ihnen sagt, hingehen müssen, wo man sie hinschickt und nehmen müssen, was man ihnen gibt.

Fazit

"Die Herren der Zäune" ist ein Roman für Fans von trockenem britischen Humor über Arbeit und den tristen Alltag.

Maret Hosemann - myFanbase
27.11.2009

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