Bewertung: 6
DeCandido, Keith R. A.

Supernatural - Sie sind unter uns

Sie sind unter uns... Ja, wer denn?

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Inhalt

Dean und Sam fahren nach New York, um dort zwei komplett unterschiedliche Fälle zu lösen. Sie sollen einem Freund von Ash helfen, der von einem Geist geplagt wird. Es gibt aber auch einen Orang-Utan, der Menschen angegriffen und getötet hat. Ist hier tatsächlich eine Verbindung zu Edgar Allan Poe zu sehen, dessen Werke nachgeahmt werden?

Kritik

Dean und Sam in New York... eine tolle Idee, zumal man sich vorstellen kann, wie sehr Dean die vielen und engen Straßen nerven. Man kann sich Dean an manchen Stellen in "Sie sind unter uns" zwar bildlich vorstellen, jedoch zeigt sich auch, dass Keith R. A. DeCandido es oftmals nicht schafft, vor allem seinen Charakter der Serie gerecht zum Leser herüberzubringen.

Leider hat auch der Titel überhaupt nichts mit den beiden Fällen oder irgendeiner Person im Roman zu tun, weshalb man sich fragt, wieso er überhaupt so gewählt wurde. Vielleicht ist ja mit "sie" einfach nur die Gruppe der "Helfer" gemeint, von denen in dem Buch die Rede ist. Einer dieser "Helfer" ist der Cop McBain, der den Jungs verrät, dass es tatsächlich einige Leute gibt, die von dem Geheimnis der Jäger Bescheid wissen und versuchen, diese zu beschützen.

Das Ende des Romans kommt einem leider trotzdem viel zu schnell vor, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass der Täter vor der kompletten Auflösung des Falls fast nie erwähnt wurde. Zwar gab es einige Szenen, in denen man die Gedanken des Täters mitbekam, aber der ganze (für mich unerklärlich dumme) Plan wird erst auf den letzten paar Seiten geklärt. Der Plan des Täters ist es nämlich, den Autoren Edgar Allan Poe wiederzubeleben und dadurch herauszufinden, wie er genau gestorben ist. Ich glaube, dass diese ganze Teilstory Nicht-Poe-Fans einfach die Bohne interessieren wird.

Jedoch sieht es mit der Geisterstory auch nicht viel besser aus. Die Charaktere der "Rockband" werden viel zu einfach gezeichnet und haben das typische Klischee eben dieser Musikrichtung. Drogen, Sex bzw. Freundinnen und Partys, so das einfache Motto der Typen. Das Drogenproblem selbst wird leider auch viel zu sehr thematisiert und nervt mit der Zeit nur noch.

Was ich allerdings als positiv an "Sie sind unter uns" empfinde, ist, dass man oft in die Gedanken der Wesen (Täter oder Geister) "hineinsehen" kann. Insgesamt ist das Buch trotzdem nur den Hardcore-"Supernatural"- oder Poe-Fans zu empfehlen, da von der Story her keinerlei Spannung aufgebaut wird.

Fazit

Leider hat mein Vorurteil gegenüber TV-Romanen teilweise wieder zugetroffen. Auch wenn es der Autor Keith R. A. DeCandido versucht, schafft er es nicht annähernd so gut wie in der Serie, den Charakter von Dean zu treffen.

Elsa Claus - myFanbase
30.05.2008

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