Bewertung: 9
Austen, Jane

Stolz und Vorurteil

Eine Geschichte über die Liebe und das Heiraten, über das schwierige Leben im 19. Jahrhundert und seine Tücken, über Verwirrung und Gefühle. Eine Geschichte über Stolz und Vorurteile in jedem von uns und über das Ziel, das sich nur erreichen lässt, wenn man über beide Laster hinwegsieht, um den wahren Kern eines Menschen zu erkennen.

Inhalt

Mrs. Bennet ist eine alte Frau und Mutter von fünf Töchtern. Ihr einziges Lebensziel besteht darin, alle ihre Mädchen mit einem vermögenden Mann zu verheiraten, um sie vor Schande und Armut zu bewahren.

Während sich ihre älteste und hübscheste Tochter Jane in den reichen Mr. Bingley verliebt, er es aber durch ihre zurückhaltende Art nicht mitbekommt und sie mit seiner Abreise in ein tiefes Unglück stürzt, hadert ihre Schwester Elizabeth ebenso mit den Männern. Den Heiratsantrag des dümmlichen, aber wohlhabenden Mr. Collins lehnt die kluge Frau strikt ab, doch mit dem attraktiven Mr. Wickham und dem überheblichen Mr. Darcy entsteht ein Gefühlswirrwarr, wie es nur Jane Austen ausdrücken kann.

Eine Erzählung voller Stolz und Vorurteile, Ironie und Schönheit, und ein langer Weg, bis endlich die Hochzeitsglocken läuten...

Kritik

Meiner Ansicht nach handelt es sich bei diesem Buch um das Meisterstück der preisgekrönten Schriftstellerin. Vielleicht ist es einfach nur die Tatsache, dass es mehrmals verfilmt wurde und der Titel am häufigsten in Verbindung mit Jane Austen genannt wird, aber das hat schließlich auch seine Gründe.

Der Stil ist eine ganz eigene Geschichte. Es gibt zwei Möglichkeiten: man mag ihn oder man mag ihn nicht. Teilweise kann sich die Erzählung in die Länge ziehen, es wird detailreich dargestellt oder Austen beschreibt lange Gefühls- und Gedankengänge ihrer Charaktere. Ebenso ist die Sprache etwas völlig Neues für Menschen, die sich noch nie mit jener Epoche befasst haben. Mir gefällt die Ausdrucksart außerordentlich gut und ich bin der Ansicht, dass es für Neulinge eine einfache Eingewöhnungszeit ist. Wenn man sich erst einmal von Austen mitreißen lassen kann, entdeckt man eine wunderbare Welt der Höflichkeit und Sinnesempfindungen.

Was ich ebenfalls sehr bewundere, sind Austens verschiedenste Charaktere. Jeder einzelne ist ein Unikat und sie haben so viele versteckte Eigenschaften und geheime Hintergründe, die sich wirklich zu entdecken lohnen. Jedem von ihnen haucht sie Leben ein und stattet sie mit so vielen Wesenszügen aus, dass es unglaublichen Spaß macht, sie alle kennenzulernen.

Teilweise kann man kaum verstehen, wie eine Frau in jenem Zeitalter, in dem es überhaupt nicht üblich war, eine weibliche Schriftstellerin zu sein, eine solche Geschichte erzählen kann. Austen schreibt mit unfassbar viel Humor und Sarkasmus, so dass die Szenen wie ein amüsant-tragisches Schauspiel sind. Mit dem Roman über Elizabeth und all die Menschen in ihrem Leben hat sie mich völlig eingefangen, mir ein entsprechendes Bild ihrer Zeit verschafft und mich mit den unterschiedlichen Gefühlsverwirrungen der Charaktere in den Bann gezogen.

Fazit

Wem die altertümliche, gehobene Sprache der Epoche gefällt und wer ein Gespür für feinen Humor und zynischen Unterton hat, der wird von Austens "Stolz und Vorurteil" begeistert sein.

Marie-Therese Zieger - myFanbase
08.10.2007

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