Bewertung: 5
Rijsewijk, Trees van

Kumari – Meine Tochter aus Nepal

Trees van Rijsewijk, eine niederländische Lehrerin, erfüllt sich mit 34 Jahren endlich ihren Lebenstraum.

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Inhalt

Trees van Rijsewijk, eine niederländische Lehrerin, erfüllt sich mit 34 Jahren endlich ihren Lebenstraum und reist alleine mit dem Fahrrad durch Nepal, China über Indien und Tibet bis hin zu den Höhen des Himalayas. Sie gibt ihre sichere Existenz in den Niederlanden auf und wagt den Sprung in ein neues ungewisses Leben.

Eindrucksvoll und imposant schildert Trees ihre Erlebnisse, gibt Einblicke in das asiatische Alltagsleben und das der Personen, denen sie begegnet. Trotz Krankheiten, Hitze, Kälte und Strapazen quält sie sich weiter auf ihrem Fahrrad.

Schnell schließt Trees Freundschaft mit den Einheimischen, besonders mit Jud, darf an ihrem Leben teilhaben und versucht, den Menschen durch Gaben und Hilfestellungen das Leben zu erleichtern. Sie schafft es bis hoch zum Himalaya, verteilt Bilder des Dalai Lamas, muss aber auch Sorgen und Trauer in Kauf nehmen, wie das große Leid und der Verlust von Menschen und die eigene Festnahme in China.

Schicksalhaft ist jedoch ihre Begegnung mit Kumari, einem damals zweijährigen nepalesischen Waisenmädchens. Jud, ein Dorfbewohner, fragt Trees direkt, ob sie Kumaris Mutter werden möchte und Trees beschäftigt sich daraufhin ihre ganze Radtour mit dem Gedanken, kehrt ins Dorf zurück und entschließt sich, Kumari zu adoptieren. Auch durch die zahllosen Behördengänge und die schreckliche Bürokratie lässt sich Trees nicht abbringen und so reist sie schließlich einige Jahre später glücklich mit Kumari zusammen in die Niederlanden zurück.

Kritik

Insgesamt ist das Buch sehr interessant, da man Einblicke in das eher unbekannte Alltagsleben der asiatischen Kultur bekommt. Dennoch weist dieses Buch einige Schwächen auf.

Der Schreibstil ist leider nicht flüssig, er wirkt oft sehr abgehackt und es scheint, als ob die Autorin wirklich ihre Tagebuchnotizen niedergeschrieben hätte. Ebenso werden zu wenig Emotionen freigegeben, man kann die Gedanken- und Handlungswelt von Trees nicht ganz nachvollziehen, manche Details fehlen und der Leser fragt sich, was denn jetzt genau passiert ist oder wie die Atmosphäre wohl war. Desweiteren ist die Erwartung an das Buch eigentlich eine Geschichte über Trees und Kumari, welche aber nicht vordergründig das Buch bestimmt. Viel zu langatmig wird oft die Radtour beschrieben und der Leser hofft vergeblich auf emotional geladene Berichte über Kumari.

Sehr positiv und schön sind die beigefügten – wenn auch in schwarz-weiß gehaltenen - Fotos, da man sich dadurch einen kurzen Eindruck von den Hauptcharakteren machen kann. Ebenfalls sind die geographischen Karten und das Glossar ansprechend, sowie die, in den Text eingefügten, Briefe von Trees an Kumari. Das Wortgefecht, welches sich Trees mit der chinesischen Polizei liefert, sowie ihre Standhaftigkeit und Hartnäckigkeit beeindrucken.

Trotz aller Kritik kann man dieses Buch empfehlen, einfach um zu erfahren, welche Schicksale und Abenteuer Menschen erleben und welche Auswirkungen diese auf das weitere Leben haben. Für Fans von autobiographischen Berichten gut geeignet, gerade wenn man auch Bücher wie "Die weiße Massai", "Mein Leben in Bhutan" etc. mag.

Autorin

Die niederländische Lehrerin Trees van Rijsewijk ist im Jahre 1952 geboren. Nach der Reise und Adoption des nepalesischen Mädchens Kumari gründete sie die Stifung Tamsarya, durch welche in Nepal bereits ein Waisenhaus, ein medizinisches Zentrum, Schulen und ein Bauernhof aufgebaut werden konnten.

Julia H. - myFanbase
23.07.2006

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