Belle and Sebastian

Belle and Sebastian. Als ich zum ersten mal diesen Namen hörte, hatte ich unweigerlich das Bild von einem männlich-weiblichen Duo vor Augen. Doch das war ein Trugschluss, denn die Band besteht aus nicht weniger als sieben Mitgliedern: Stuart Murdoch (Gesang, Gitarre und Keyboard), Stevie Jackson (Gesang und Gitarre), Chris Geddes (Keyboard), Richard Colburn (Schlagzeug), Sarah Martin (Geige und Gesang), Mick Cooke (Trompete und Bass) und Bobby Kildea (Gitarre und Bass).

Der Name, den ich so irrtümlich als die Namen der Künstler angenommen hatte, kommt von dem Kinderbuch "Belle et Sébastien" der französischen Autorin Cécile Aubry, das von dem Jungen Sébastien und seinen Hund Belle handelt. Aha, das wäre also schon mal geklärt.

Aber jetzt von vorne. Im Jahr 1996 lernen sich Singer/Songwriter Stuart Murdoch und Bassist Stuart David in einem staatlich geförderten Musikkurs in Glasgow kennen und beginnen zusammen einige Songs zu schreiben. Diese nehmen sie dann mit Gastmusikern auf, doch die beiden sind schon auf der Suche nach Musikern, um eine eigene Band zu gründen. Zuerst lernen sie Schlagzeuger Richard Colburn durch einen Bekannten kennen, dann treffen sie Trompeter Mike Cooke bei einem Auftritt an der Uni, der eigentlich nur bei einem Stück mitspielen sollte, aber ihm gefällt es bei der Band und bleibt ganz dabei. Die übrigen Mitglieder trifft Stuart in einem Glasgower Café, und so sind mit Stevie Jackson, Cellistin und Sängerin Isobel Campbell, Chris Geddes und Sarah Martin alle beisammen.

Die von den beiden Stuarts aufgenommenen Demos fielen einem Scout der Plattenfirma Jeepster in die Hände, der gerade an einem Kurs des Stow College teilnahm, welcher jedes Jahr eine CD produziert und veröffentlicht. Meist wird es nur eine Single, im Fall von Belle und Sebastian aber wurde daraus dank ausreichendem Material in drei Tagen ihr Debutalbum "Tigermilk". Heute zahlt man für eine der 1000 Kopien schon mal schlappe 400 Pfund.

Den ersten richtigen Plattenvertrag bekam die Band dann auch von Jeepster, im August des gleichen Jahres. Schon im November kam das zweite Album "If you’re feeling sinister", auch eine Tour als Vorgruppe der Tindersticks war ihnen nun möglich.

Für das folgende Jahr plante die Band, ein paar EPs zu veröffentlichen. Die erste davon war "Dog On Wheels" auf der ein paar der alten Demosachen zu finden waren. Es folgten außerdem die EPs "Lazy Painter Jane” und "3..6..9 Seconds Of Light”, welche auf anhieb auf Platz 32 der Charts landete. Belle and Sebastians drittes Album "The Boy With The Arab Strap” aus dem Jahr 1998 kletterte sogar auf Platz 12. Im gleichen Jahr ging es für die Band dann auch zum ersten Mal auf große Tour, durch Europa und sogar in die Staaten. Auch der erste Award wurde an sie vergeben: "Best Newcomer" bei den Brit Awards.

Im darauffolgenden Jahr war es eher ruhig um die Gruppe, erwähnenswert ist wohl nur die Wiederveröffentlichung ihres Erstlings "Tigermilk" und "The Bowlie Weekender", dass das eigene Festival der Band darstellte. Hier spielten unter anderem die doch recht bekannten Bands Flaming Lips und Mogwai.

Für "Fold Your Hands Child, You Walk Like A Peasant" holten sich B&S Tony Doogan an Bord. Dieses vierte Album bescherte der Band im Jahr 2000 ihren ersten Top 10 Platz, die Single "Legal Man" durften sie dann auch bei "Top of the Pops" spielen.

Leider hatte die Band schließlich auch ihren ersten Verlust zu beklagen, Gründungsmitglied Stuart David stieg aus, um sich als Autor zu versuchen und sich auf sein zweites Projekt "Looper" zu konzentrieren. Auch die anderen Bandmitglieder kümmerten sich ein Jahr lang um diverse Nebenprojekte, das bekannteste ist wohl "Snow Patrol", auf deren Debut Richard Colburn trommelte.

Danach fand die Band sich in alter Frische wieder zusammen, um ein paar neue Songs aufzunehmen. Die Single "Jonathan David", veröffentlicht im Juni 2001, wurde sogar in Brasilien ein Hit. Daraufhin ging es für die Band, mit neuem Bassisten Bobby Kildea, auf Tour durch Amerika, Spanien, Japan und Brasilien. Eine weitere Single, "I’m Waking Up To Us", wurde im November 2001 veröffentlicht.

Das Jahr 2002 gestaltete sich zweigeteilt für Belle and Sebastian, die eine Hälfte widmeten sie sich dem Soundtrack des Films "Storytelling" von Todd Solenz, heraus kam hierbei das gleichnamige Album, die andere Hälfte waren sie mal wieder unterwegs, vor allem in Europa und Nordamerika. Mitten in der Tour verlor die Band ein weiteres Mitglied, Isobel fühlte sich nicht wohl mit dem ganzen Tour- und Bandleben.

Nach acht Jahren trennte sich die Band nun auch von ihrem Plattenlabel, in beidseitigem Einvernehmen. Allerdings brachte Jeepster noch eine DVD-Compilation heraus, "Fans Only" erschien 2003. Im gleichen Jahr gab es dann auch das sechste Studioalbum, produziert von Trevor Horn und nun beim Label Rough Trade, mit dem Namen "Dear Catastrophe Waitress". Auch die Tour ließ natürlich nicht auf sich warten, diesmal spielten Belle and Sebastian die größten Konzerte ihrer bisherigen Karriere in den USA, aber auch in Japan, Europa und zum ersten Mal in Australien.

"I’m A Cuckoo" war die nächste Veröffentlichung, die EP erschien Anfang 2004 und stieg sofort auf Nummer 14 der UK Charts ein. Der große Erfolg der letzten Zeit brachte der Gruppe um Stuart Murdoch zwei Award-Nominierungen ein, für den Mercury Music Prize und den Ivor Novello Award, aber sie gewannen sie beide nicht.

Bevor 2006 das siebte Album "The Life Pursuit" erschien, wurden im Vorjahr auf der Doppel-CD "Push Barman To Open Old Wounds" noch einmal alle EPs und Singles aus der Jeepster-Zeit zusammengefasst und wiederveröffentlicht.

Eva Friedenberger - myFanbase

Discographie

2008The BBC Sessions (& Bonus Live CD)
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2006The Life Pursuit By
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2005If You're Feeling Sinister: Live at the Barbican
2005Push Barman to Open Old Wounds
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2003Dear Catastrophe Waitress
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2003DVD: Fans only
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2002Storytelling
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2000Fold Your Hands Child, You Walk Like A Peasant
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1998The Boy With The Arab Strap
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1998The Black Sessions: Live at Studio Charles Trenet, Paris
1997Lazy Line Painter Jane EP
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1996If You’re Feeling Sinister
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1996Tigermilk
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