Wilco

Aus den Überbleibseln der Alternative-Country-Band "Uncle Tupelo" bildeten sich im Jahre 1994 Wilco, die – allen voran Songwriter und Sänger Jeff Tweedy – aus dem zunächst ähnlichen Bandsound schließlich ihren eigenen typischen Stil entwickelten und diesen mit ihrem gerade frisch erschienenen Werk "Sky Blue Sky" auf ein Neues bereichern.

Das erste Album der aus Chicago stammenden Band erschien bereits ein Jahr später unter dem Namen "A.M." – klang- und soundtechnisch erinnerte es noch stark an die "Uncle Tupelo"-Zeiten, fand unter Kritikerkreisen jedoch schon großen Anklang.

Wieder ein Jahr darauf folgte das Doppel-Album "Being There", das sich schon etwas mehr, aber noch immer nicht vollständig vom ursprünglichen Sound entfernt hatte. "Summerteeth", 1999 erschienen, wies dann allerdings schon merkbare Schritte in eine andere Richtung auf: Es ist nicht mehr so sehr am Country orientiert, sondern fällt insgesamt poppiger und leichtfüßiger aus als die restlichen Wilco-Alben.

Weder leicht verdaulich noch ausreichend poppig schien das Nachfolgewerk "Yankee Hotel Foxtrot" zu sein – so sahen es zumindest "Reprise Records", die bezweifelten, dass sich die musikalische Weiterentwicklung von Wilco gut verkaufen würde. Sie weigerten sich prompt das auf klangliche Experimente und Ausschweifungen aufbauende Album zu veröffentlichen. Jeff Tweedy und seine Mannen beharrten jedoch auf ihrer künstlerischen Freiheit, kauften dem Label kurzerhand ihre eigenen Songs ab und boten sie im Internet zum Download an.

Neben dem Erfolg, den Wilco mit dieser Aktion hatten, stellte sich auch bald darauf ein neues Label als Vertragspartner zur Verfügung – die Band konnte also getrost weiterhin ihren eigenen Weg gehen.
Das tat sie auch – 2003 mit der "Australian EP" und ein Jahr darauf mit dem vielbeachteten "A Ghost Is Born", ein logischer und würdiger Nachfolger von "Yankee Hotel Foxtrot". Und "gute Verkäuflichkeit" hin oder her – das Album sahnte immerhin zwei Grammys ab.

Dieser eingeschlagene Weg erwies sich also als richtig – Tweedy jedoch schlug privat ganz andere Wege ein: Er wurde medikamentensüchtig und erlitt schwere Depressionen. Anstatt aber in diesem Sumpf vollends zu versinken, trat er selbst dagegen an und ließ sich in einer Klinik behandeln – erfolgreich. Diese Tatsache, und die Tatsache, dass diese Probleme trotzdem nicht völlig aus der Welt geschaffen sind, sondern immer wieder auftauchen können, beeinflussten ihn auch stark bei der Arbeit zum neuen Album – zuvor erschien aber im Jahr 2005 noch das fulminante Doppel-Album "Kicking Television – Live in Chicago", bei dem es vor allem darum ging, älteres Material live in ein neues Licht zu tauchen.

Und dann war es auch schon Zeit, "Sky Blue Sky" aufzunehmen – im Mai 2007 erschienen, ist es das bisher bodenständigste Wilco-Album, ohne Hang zu großen Geräuschkulissen, dafür mit umso beruhigenderer Wirkung.

Neben vielen Tourneen machten sich Wilco auch immer wieder mit diversen Nebenprojekten einen Namen: Jeff Tweedy tat sich beispielsweise mit Jim O'Rourke, der auch schon mit Sonic Youth gearbeitet hatte, und dem Wilco-Drummer Glenn Kotche zu "Loose Fur" zusammen, um zwei gemeinsame Alben aufzunehmen.

Mit Billy Bragg wagten sich Wilco ebenfalls an ein besonderes Projekt heran: Auf den Alben "Mermaid Avenue" und "Mermaid Avenue Vol. 2" vertonten sie unveröffentlichte Stücke der Legende Woody Guthrie – und bei so viel kreativem Output darf man erwarten, dass Wilco hoffentlich nicht lange untätig bleiben.

Stephanie Stummer - myFanbase

Discographie

2009Wilco (the Album)
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2007Sky Blue Sky
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2005Kicking Television – Live in Chicago
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2004A Ghost Is Born
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2003Australian EP
2002Yankee Hotel Foxtrot
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2000Mermaid Avenue Vol. 2
mit Billy Bragg
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1999Summer Teeth
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1998Mermaid Avenue
mit Billy Bragg
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1996Being There
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1995A.M.
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