Sonic Youth

Wenn es eine Band gibt, die durch ihren ständigen Weiterentwicklungsprozess mit ihrer Musik die Grenzen nicht nur ausdehnt, sondern sogar bis ins Ungewisse überschreitet – der Welt somit eine ganz neue, sich von allem anderen absetzende Sicht auf Melodien und Töne gewährt – dann sind das wohl Sonic Youth, die Vorzeige-Art-Rock-Band aus New York. Seit ihrer Gründung 1981 gelten sie als wichtigste Vertreter ihres Genres und genießen seit langem absoluten Kultstatus – wodurch sie auch dementsprechenden Einfluss auf unzählige andere Musik-Gruppen haben.

Als sich also im Jahre 1981 das Paar Thurston Moore (Gitarre, Gesang) und Kim Gordon (Gitarre, Bass, Gesang) sowie Lee Ranaldo (Gitarre, Gesang) zu Sonic Youth zusammentaten – Schlagzeuger Steve Shelley stieß erst vier Jahre später hinzu – war schnell klar, dass dieses Projekt kein alltägliches werden sollte: Anstatt dem üblichen Frontsau-Getue und dem kommerziellen Song-Format standen (und stehen) ganz andere Elemente im Vordergrund – klangliche Experimente, Feedbacks und ohrenbetäubender Lärm treffen auf melodisches und hervorragendes Songwriting. Das Ergebnis sind großartige, teils ellenlange Songgeflechte, deren Entwirren sehr viel Mühe machen kann, sich aber auf jeden Fall lohnt.

Während ihrer langjährigen Laufbahn veröffentlichten Sonic Youth neben der Arbeit an zahlreichen Nebenprojekten über 20 Alben und EPs, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die die Stationen der endlosen Reise darstellen, auf der sich die Band befindet und wohl auch immer befinden wird.

Erstmals großräumige Aufmerksamkeit erhielten sie 1988 mit "Daydream Nation" – die dazugehörige Single "Teen Age Riot" mauserte sich zu einem Hit auf sämtlichen College-Radios; eine Tatsache, die sie endgültig zum allgemein anerkannten Geheimtipp werden ließ.

Ganz so geheim ging es ab 1990 aber nicht mehr zu: Nach einem ständigen Label-Wechsel unterzeichneten Sonic Youth bei Geffen, ihre erste Veröffentlichung auf diesem Major-Label war "Goo".

Dass sie sich auf ihren folgenden Major-Veröffentlichungen etwas melodiöser und gezähmter (aber nicht weniger eindrucksvoll) gaben, tat noch lange nichts zur Sache: Sonic Youth gründeten kurzerhand ihr eigenes Label SYR (Sonic Youth Records), auf dem sie seit 1997 nach wie vor ihren Drang nach Improvisation ausleben.

Nachdem ihr langjähriger Partner Jim O’Rourke, der auch maßgeblichen Einfluss auf ihren Stil hatte, nach den Aufnahmen zum bereits sehr melodiebetonten "Sonic Nurse" (2004) seine Zusammenarbeit mit der Band beendete, fiel das bisher letzte Studio-Album "Rather Ripped" noch eine Spur leichter verdaulich aus.

Das muss im Endeffekt aber gar nichts heißen, denn eine Gruppe wie Sonic Youth kennt sowieso keine Regeln, und könnte jeden Augenblick schon wieder was ganz anderes fabrizieren. Beruhigend zu wissen, dass es noch Bands gibt, die ihrem Publikum nicht immer das Gleiche vorsetzen, sondern es fordern und ständige durch neue Türen stoßen.

Stephanie Stummer - myFanbase

Discographie

2009The Eternal
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2006Rather Ripped
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2006Destroyed Room (B-Sides And Rarities)
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2004Sonic Nurse
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2002Murray Street
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2000NYC Ghosts And Flowers
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1998A Thousand Leaves
1995Washing Machine
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1994Experimental Jet Set, Trash And No Star
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1994Screaming Fields Of Sonic Love
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1992Dirty
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1990Goo
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1988Daydream Nation
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1987Sister
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1986Made In USA
1986Evol
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1985Bad Moon Rising
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1984Kill Your Idols
1984Sonic Death
1983Confusion Is Sex
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1982Sonic Youth