Björk

Foto: Björk, 2011 - Copyright: Inez van Lamsweerde and Vinoodh Matadin
Björk, 2011
© Inez van Lamsweerde and Vinoodh Matadin

Seit ihrem umstrittenen Schwanen-Outfit bei der Oscar-Verleihung 2001 ist der Name "Björk" auch den musikalisch eher Unterbelichteten ein Begriff seitdem wurden, wenn es um die Analyse von den modischen Auftritten von Stars ging, immer wieder Stimmen mit der Meinung laut, dass dieser "Fehlgriff" nur dazu diente, Aufmerksamkeit zu erregen denn ihre Musik täte dies ohnehin nicht.

Dies schreit direkt nach einer Richtigstellung, denn beleuchtet man Björks Werdegang einmal genauer, so wird schnell klar, dass wir solche Aussagen nur der Kurzsichtigkeit der Allgemeinheit zu verdanken haben: Kaum eine andere zeitgenössische Künstlerin ist so zielsicher ihren Weg gegangen, hat unzähligen Musikrichtungen ihre eigenen Note verliehen und geht dieser Tätigkeit immerhin nach, seit sie elf Jahre alt ist im Gegensatz zu gewissen anderen Personen wusste sie aber, mit ihrem Kinderstar-Status klarzukommen.

Björk Gudmundsdottir kam am 21. November 1965 in Reykjavik, Island zur Welt und wurde bereits ab frühem Kindesalter im Klavierspiel unterrichtet. Durch die Unterstützung ihrer Lehrer und einem isländischen Radiosender bekam sie mit elf Jahren das Angebot eines Plattenvertrages und veröffentlichte schließlich 1977 ihr erstes Album "Björk", das sie in ihrer Heimat sofort zu einer kleinen Berühmtheit werden ließ.

Von dem Singen klassischer Kinderlieder und Coversongs kam sie im Teenageralter aber bald ab Björk verschrieb sich nur wenige Jahre später dem Punk und frönte ihrem neuen Interesse in diversen Bandformationen: "Spit and Snot", "Exodus" und "Tappi Tikarrass" lauteten die Namen ihrer Projekte. Mit letzterem gelang ihr wiederum die Veröffentlichung eines Albums, "Miranda". Den nächsten Abschnitt sollte die Band "KUKL" darstellen, die immerhin bereits ein paar Touren sowie das Erscheinen von zwei Longplayern, "The Eye" (1984) und "Holidays In Europe" (1986), verbuchen konnte und, was noch viel wichtiger ist: Langsam, aber sicher begann sich zu dieser Zeit Björks einzigartiger Stil herauszukristallisieren.

1987 entstanden schließlich gemeinsam mit ein paar Kollegen von früher die "Sugarcubes", die es schließlich in England und den USA zu großer Popularität brachten und erstmals internationale Aufmerksamkeit auf Björk lenkten.

Vier Alben später trennten sich die Sugarcubes im Jahre 1992 - und Björk zog erstmals seit langem wieder die Möglichkeit in Betracht, solo weiterzuarbeiten. Bereits ein Jahr später erschien das von Nellee Hooper produzierte "Debut", das prompt zu einem Erfolg bei Kritikern und Publikum wurde.

Auch das 95er Werk "Post" konnte daran anschließen und erreichte Platin-Status in den Staaten. Mit "Homogenic" folgte 1997 ein außergewöhnliches, emotionales und stilistisch vielseitiges Album diesmal ist sogar der Gold-Status gegeben.

Emotional fallen auch ihre Ausflüge ins Filmgeschäft aus: Nach einigen kleineren Rollen spielte sie in Lars von Triers "Dancer in the Dark" die tragische Rolle einer an einer Erbkrankheit erblindeten Frau. Obwohl sie sogar beim Filmfestival in Cannes mit dem Preis als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, hatten ihr die Dreharbeiten und das Spielen so sehr zugesetzt, dass es gerüchteweise hieß, sie würde nie wieder schauspielern. Die einzige Ausnahme scheinen da Projekte ihres Lebensgefährten Matthew Barney, der der Vaters ihres zweiten Kindes ist, zu sein: Für einen seiner Filme stand sie erneut vor der Kamera.

Nachdem sie seit "Homogenic" nur den Soundtrack zu "Dancer In The Dark" gemacht hatte, war der nächste Gang ins Studio für ein reguläres Album nur allzu fällig: 2001 erschien "Vespertine", das einmal mehr sehr facettenreich und persönlich ausfiel.

Nach der Veröffentlichung der "Family Tree"-Box, einer Mischung aus Best-Of und Rariäten, schien Björk 2004 ein wichtige Station ihrer musikalischen Reise und Entwicklung erreicht zu haben: Das Album "Medulla" konzentriert sich einzig und allein auf Stimme und Gesang, mit der Unterstützung einiger Vocal-Artisten, ohne dem Einsatz von Instrumenten.

2005 folgte eine weitere Filmmusik, diesmal zu einem Werk ihres Lebensgefährten bleibt nur abzuwarten, in welche stilistischen Abgründe oder Höhen uns die Isländerin mit ihrem nächsten Werk bringen wird erscheinen soll es bereits im Mai.

Stephanie Stummer - myFanbase

Ausgewählte Filmographie (Schauspieler)

2007Anna and the Moods als Anna (Stimme)
Originaltitel: Anna and the Moods
2005Drawing Restraint 9 als abendländischer Gast
Originaltitel: Drawing Restraint 9
2000Dancer in the Dark als Selma Jezkova
Originaltitel: Dancer in the Dark
1994Prêt-à-Porter als Model
Originaltitel: Prêt-à-Porter
1990The Juniper Tree als Margit
Originaltitel: The Juniper Tree

Discographie

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2009Voltaic (Deluxe Edition)
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2007Volta
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2007Volta (Special Edt. CD + DVD)
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2005Army Of Me (Remixalbum)
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2005Drawing Restraint 9 (Soundtrack)
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2005DVD: Medulla (2 DVDs / Ltd. Edition)
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2004Medulla
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2004Vespertine - Live
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2004Homogenic - Live
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2004Post - Live
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2004Debut - Live
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2003Live Box (4 CDs + 1 DVD)
52 Livetracks
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2003DVD: Inside Björk
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2003DVD: Vessel
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2003DVD: Miniscule
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2003DVD: Later
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2002Greatest Hits
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2002Family Tree
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2001Vespertine
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2000Dancer in the Dark (Soundtrack)
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1997Homogenic
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