Damien Rice

Aufgewachsen in der idyllischen Kleinstadt Celbridge bei Dublin, verlebte Damien Rice in den 70ern eine Kindheit, die weniger musikalisch, sondern vor allem von Angeln im heimischen Fluss und langen Hundespaziergängen durch die irische Landschaft geprägt war. Zwar sang Klein-Damien schon von früh auf in diversen Schulchören und versuchte sich mit acht Jahren auch schon an dem ersten Instrument - dem Schlagzeug - wurde aber erst Jahre später so richtig in den unweigerlichen Bann der Musik gezogen.

Als er mit 13 erstmals zur Gitarre seines Vaters griff, ahnte er wohl kaum, dass dies der Beginn einer langen und innigen Beziehung sein sollte. Sowie er die wichtigsten Akkorde beherrschte, begann er schon erste eigene Songs zu schreiben und hegte bald darauf den Traum eines jeden Teenagers: den Traum vom Rockstar-Dasein und den großen Bühnen dieser Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Musikern schien Damien Rice diesen Traum jedoch tatsächlich zu leben.

Mit 17 gründete er mit vier Schulfreunden die Band "Juniper". Nach erfolgreichem Schulabschluss zogen die fünf Band-Mitglieder in die irische Hauptstadt, um dort gemeinsam zu studieren und nebenbei die Dubliner Musik-Szene auf sich aufmerksam zu machen. Gelangweilt vom College schmiss Rice das Studium bereits nach einem Jahr und fand auch an der Musikhochschule nicht sein wahres Glück, sondern lediglich den Reiz von Klavier und Klarinette. Währenddessen erspielten sich Juniper mit der Zeit ein zunehmend größeres Publikum und wurden als die neue musikalische Sensation Irlands gefeiert. Das Major-Label Polygram nahm die Band 1997 unter Vertrag und mit der Hit-Single "Weatherman" schien der einstige Teenager-Traum endgültig in Erfüllung zu gehen.

Doch Damien Rice war alles andere als glücklich. Von Plattenfirma und Management in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt und dazu verdammt radiotaugliche Uptempo-Songs zu schreiben, verließ er die Band kurz vor der Aufnahme ihres ersten Albums Anfang 1999. Während aus dem Rest von Juniper die mittlerweile recht erfolgreiche Band "Bell X1" wurde, flüchtete Rice vor den Zwängen der Musikindustrie ins ländliche Italien. Monatelang hing er die Musik an den Nagel und beschäftigte sich stattdessen auf einem toskanischen Bauernhof mit Gemüseanbau, Pferden, Eseln und sonstigen Vierbeinern – bis es ihn wieder in den Fingern juckte.

Mit der Gitarre im Gepäck zog er daraufhin quer durch Europa und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Straßenmusiker. Frei von jeglichen Erwartungen schrieb und spielte er hauptsächlich für sich selbst und genoss diese Unabhängigkeit in vollen Zügen. Nach einem Jahr kehrte er schließlich wieder zurück in seine Heimat mit der Vision, ein einziges und seinen eigenen Vorstellungen entsprechendes Album aufzunehmen.

Nach und nach formierte Rice eine neue Band um sich, die auch noch 6 Jahre später aus der Cellistin Vyvienne Long, Shane Fitzsimons am Bass, Schlagzeuger Tomo (aka Tom Osander) und der bezaubernden Sängerin Lisa Hannigan bestehen sollte. Weitere Unterstützung erfuhr Rice bei seinem Vorhaben von keinem Geringeren als dem Filmmusik-Komponisten David Arnold, der vor allem durch seine James-Bond-Soundtracks bekannt geworden ist. Arnold, ein entfernter Cousin von Rice, zeigte sich mehr als begeistert von dem Demo des talentierten Songwriters und versorgte ihn mit dem notwendigen Equipment, das Rice ermöglichte sein Debüt-Album "O" größtenteils zu Hause aufzunehmen.

Im September 2001 erschien schließlich die erste Single "The Blower’s Daughter", die Rice zunächst zum Durchbruch in Irland verhalf und ihm einige Jahre später als Titelsong zum Hollywood-Drama "Hautnah" auch weltweit Anerkennung einbringen sollte. Sein Album "O" folgte wenige Monate später und wurde in Irland zum Überraschungserfolg des Jahres. Mit seinem ehrlichen, emotionsgesteuerten Songwriting überzeugte und berührte er Kritiker und Publikum gleichermaßen. Es folgten ausverkaufte Tourneen, Preise wie der begehrte Shortlist Music Award und Allgegenwärtigkeit in Hörfunk und Fernsehen. So wurden seine Songs schon oftmals in Serien wie "Dawson’s Creek", "O.C. California" oder "Lost" verwendet und haben dadurch den Kreis von Rice-Anhängern deutlich vergrößert.

Damien Rice selbst wurde der Ruhm und der zunehmende Rummel um seine Person mit der Zeit jedoch immer unangenehmer. Auch das rastlose Tourleben zehrte an seinen Kräften und trieb ihn schließlich zu dem Entschluss, die Musik aufzugeben und es tatsächlich bei einem einzigen Album zu belassen. Doch glücklicherweise gehört Damien Rice zu den Vollblutmusikern, die gar nicht leben können ohne Songs zu schreiben.

Dementsprechend machte er sich zur Freude seiner Fans doch noch an die Arbeit zu einem Nachfolger für "O". Härter und rabiater sollte das gute Stück werden. Doch wie es nun mal seine Art ist, änderte Rice seine Meinung und lieferte mit "9" wiederum eine ruhige und gefühlvolle Platte ab, die nur kurzzeitig erahnen lässt, in welch düstere Rock-Gefilde er den Hörer zunächst führen wollte. Doch vielleicht wird er seine ursprünglichen Pläne ja auf einem dritten Album verwirklichen können. Denn Damien Rice ist ein echter Rockstar. Und noch so viel mehr als das.

Paulina Banaszek - myFanbase

Discographie

20069
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2004O & B-Sides
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2003O
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