Where do we go from here?

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Foto: Michael C. Hall, Dexter - Copyright: Paramount Pictures
Michael C. Hall, Dexter
© Paramount Pictures

Kaum zu glauben, dass uns dieser Serienkiller bereits sechs Staffeln lang begleitet hat und auch noch zwei weitere Jahre über die Bildschirme flattern wird. Einerseits bin ich sehr glücklich darüber, weil ich Michael C. Hall und den Charakter Dexter liebe und wirklich froh über diese Serie bin, andererseits habe ich nach dieser Staffel ein mulmiges Gefühl. Denn von grandios kann hier keinesfalls die Rede sein. Für mich war die dritte Staffel von "Dexter" bisher die schwächste, doch diese sechste Staffel ist da sehr nahe dran, wenn nicht sogar noch schwächer. Dabei gab es viele gute Ansätze und die Serienmacher hätten uns eine unvergessliche Staffel präsentieren können, doch das ist nicht ansatzweise geschehen. Es ist sehr schade, mit diesem Gefühl auf die siebte Staffel zu warten, da zu Beginn alles einfach noch viel rosiger aussah. Wenn man bedenkt, mit welchen Promo-Trailern uns die Macher überrascht haben und wie groß die Vorfreude war, so bleibt jetzt im Nachhinein eigentlich nur Enttäuschung übrig und vor allem auch etwas Angst.

There is not much left, except disappointment!

Es gab nicht sehr viele Highlights in dieser Staffel und auf diese werde ich später eingehen, doch zuerst möchte ich mich den Storys widmen, die mich enttäuscht haben und mit denen ich mich immer noch nicht abfinden kann. Dazu zählt ganz besonders Deb, die ich in dieser Staffel öfters einfach nur hätte schütteln wollen. Dabei hat mir der Beginn ganz gut gefallen. Ihre Beförderung schien vielversprechend. Hier hätte man viele Storys aufbauen können, die mit den anderen Charakteren in Zusammenhang stehen, unter anderem mit Batista oder Quinn. Doch die Quinn-Sache hat sich direkt erledigt gehabt und was zurückblieb, war ein Charakter, der in dieser Staffel nichts geleistet hat. Die Ausbrüche, sein ständiges Betrinken, die fehlende Konzentration und die ständigen Auseinandersetzungen haben dafür gesorgt, dass Quinn unsympathisch wurde und das habe ich mir für ihn nicht gewünscht. Ich hatte ihn wirklich gern, doch mit seiner Story haben ihn die Autoren ins Aus geschossen. Nach dieser Staffel kann man wirklich auf ihn verzichten, was sehr schade ist, da mir Deb und Quinn zusammen gut gefallen haben. Diese Story hat man verbockt und somit einen liebenswerten Charakter zerstört.

Foto: David Zayas, Dexter - Copyright: Paramount Pictures
David Zayas, Dexter
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Aber auch Batista konnte in dieser Staffel nicht überzeugen. Seine Enttäuschung darüber, dass Deb nun seine Vorgesetzte ist, hielt nicht lange an und dann war es das eigentlich auch mit ihm. Der einzige Moment, in dem er überzeugen konnte, war seine Entführung durch Travis. Hier hat sich mein Herz dann doch beschleunigt und ich hätte nicht gewollt, dass Batista uns verlässt, doch mit einem Moment ist nicht alles wieder gut gemacht. Auch der kleine Ausflug in sein Familienleben konnte nicht wirklich punkten, da es schlichtweg uninteressant war. Das war gestohlene Zeit, die man so viel besser hätte investieren können. Nach dieser Staffel ist das Interesse an Batista nämlich das gleiche wie an Quinn, nämlich nicht vorhanden. Eigentlich schade, da die beiden schon ein tolles Team waren und viel bessere Storys verdient hätten.

Wer meiner Meinung nach absolut gar keine Story mehr verdient hat, ist Laguerta. Ich würde sie am liebsten irgendwohin versetzen lassen, damit sie uns ja nie wieder stören kann. Zu Beginn war ich der ganzen Geschichte gegenüber noch positiv eingestellt, doch das hat sich ziemlich schnell geändert, da Laguerta mit ihren kurzen Auftritten immer mehr dafür gesorgt hat, dass ich sie von Folge zu Folge weniger leiden konnte. Zwischenzeitlich dachte ich, dass es noch zu einem großen Showdown zwischen ihr und Deb kommt, doch das ist nie geschehen. Laguerta hat Deb wie immer das Leben schwer gemacht und versucht, sie niederzumachen, doch am Ende soll auf einmal alles wieder gut sein? Die Meinung ändern und wieder die gute Chefin spielen? Da ist etwas faul und ich habe ehrlich gesagt überhaupt keine Lust darauf, herauszufinden, was Laguerta im Schilde führt. Sie hat sich für mich nach dieser Staffel ins Aus katapultiert und ich wäre froh, wenn wir sie nicht mehr zu sehen bekommen würden. Dieses ständige Hin und Her mit Deb geht einem einfach nur auf die Nerven. Da steckt keine gute Story dahinter und das regt einen im Nachhinein nur auf. Da können auch solche kleinen Momente wie der Fall mit Matthews nicht helfen. Ganz im Gegenteil. Das macht es irgendwie nur noch schlimmer, weil es am Rande geschieht und eigentlich gar keinen interessiert. Ich hoffe, dass sich die Autoren hier noch etwas Gutes einfallen lassen, ansonsten kann ich mit diesem Charakter überhaupt nichts mehr anfangen.

Why does Dexter need you again?

Foto: Michael C. Hall, Dexter - Copyright: Paramount Pictures
Michael C. Hall, Dexter
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Da ich gerade bei enttäuschenden Charakteren bin: Wer oder was sollte eigentlich Mike Anderson sein? Er wurde irgendwann auf eine sehr witzige Weise eingeführt und dann? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er eine zentrale Rolle in dieser Staffel gespielt hat, was wiederum zeigt, dass man auf ihn hätte verzichten können. Nicht, dass ich ihn nicht gemocht habe, aber es war einfach nicht sinnvoll, diesen Charakter einzuführen, weil er nichts zu dieser Staffel beigetragen hat, das wichtig war.

Dasselbe gilt für Jamie, die ich als Nanny von Harrison akzeptiert habe und die mir in dieser Rolle gut gefallen hat, doch ihre Interaktion mit Louis war irgendwie fad, ganz besonders, weil ihr Bruder sich gegen diese Beziehung ausgesprochen hat. Das hat mir das Gefühl vermittelt, das man hier noch unbedingt eine Story einbauen wollte, die einfach nicht sein musste. Das einzig Gute, was dabei herauskam, war Louis, auf den ich mich in der nächsten Staffel freue, weil ich das Gefühl habe, dass er noch eine sehr große Rolle spielen wird. Und ich hoffe, dass ich hier nicht auch noch enttäuscht werde, denn eigentlich hätte ich gedacht, dass sein großer Moment noch in dieser Staffel kommt, doch das ist nie geschehen. Das war durch das Storytelling einfach nicht möglich. Doch er wurde eingeführt und hat zumindest dafür gesorgt, dass Interesse an ihm besteht. Ich würde ihn gerne als Psychopathen sehen, der sich mit Dexter anlegt und wie es aussieht, hat er auf jeden Fall etwas zu verheimlichen. Dass er derjenige war, der das Beweisstück des Ice-Truck-Killer-Falls in seinen Händen hatte, hat auf jeden Fall für Gänsehaut gesorgt und ich hoffe sehr auf einen Höhepunkt in der kommenden Season. Das hat Louis verdient, denn das Ende mit ihm war zu enttäuschend. Hier hätte noch viel mehr geschehen müssen. Man hat diesen Charakter viel zu sehr aufgebaut und ihn dann einfach in der Luft stehengelassen. Bitte liebe Autoren, lasst uns hier etwas sehen, das uns vom Hocker haut, denn wenn nicht? Na, dann weiß ich auch nicht mehr weiter!

In die Liste der enttäuschenden Charaktere kann sich ebenfalls Bruder Sam einreihen, bzw. ich würde seinen Tod als enttäuschend bezeichnen. Einerseits weiß ich, dass dieser nötig war, um für das Highlight der Staffel, auf das ich später noch eingehen werde, zu sorgen, doch ich fand es sehr schade, dass Bruder Sam gehen musste, da mir die Interaktion mit Dexter sehr gut gefallen hat. Er hat dafür gesorgt, dass man Dexter von einer anderen Seite kennenlernt und das war eine willkommene Abwechslung. Jeder Mensch befindet sich irgendwann an einem Punkt in seinem Leben, wo er alles überdenkt und Bruder Sam war derjenige, der Dexter dahin gebracht hat. Es tat gut, Dexter auch von dieser Seite zu sehen, in der er alles in Frage stellt, auch wenn für mich von vornherein klar war, dass Dexter sich nicht so einfach ändern wird. Dennoch mochte ich ihn mit Bruder Sam zusammen, weil zwischen ihnen diese besondere Bindung war, die leider viel zu früh beendet wurde. Allein schon, dass Mos Def uns so zeitig verlassen musste, ist schade, denn er hat in der Rolle wirklich überzeugt.

Zum zweiten Teil der Review zur sechsten Staffel von "Dexter"

Alex Olejnik - myFanbase

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